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Prozesssteuerung und IT verquicken
Heute gibt es zwei wesentliche Netzwerktypen im Energiebereich: Prozesssteuerungsnetzwerke und IT-Netzwerke. Erstere sind das operative Herzstück des Energiemarktes, weil sie die einzelnen Komponenten innerhalb eines Kraftwerks kontrollieren. Die Verantwortung für den Betrieb und die Wartung des Netzwerks obliegt der Operationsgruppe.
IT-Netzwerke hingegen stellen die Grundlage moderner vernetzter Büroumgebungen dar und dienen zur Bereitstellung von Servern und Datenbanken. Zudem läuft darüber die Koordination der Managementtätigkeiten zwischen den einzelnen Akteuren des Energiemarktes: vom Produzenten über den Kunden bis zum intelligenten Stromnetz (Smart Grid). Die IT-Abteilung verantwortet die Wartung dieses Netzwerks.
Beide Netzwerktypen sind in modernen Infrastrukturen miteinander verbunden. Verglichen mit vorherigen Architekturen, in denen es nur geringe Überschneidungen gab, sind nun Überschneidungen von internen Anschlüssen vorhanden. Somit bietet sich eine Angriffsoberfläche zwischen den zwei Netzwerken. Höhere Sicherheitslevel bieten der Einsatz interner sowie von Informationssicherheitsplattformen gesteuerter Abwehrmechanismen.
Angriffe folgen Kettenschema
Nicht erst seit den Angriffen durch Stuxnet ist klar, dass eine vernetzte Welt auch Gefahren mit sich bringt. Vieles in der Struktur und Vorgehensweise des Wurms Stuxnet war bereits von anderen Attacken bekannt. Prinzipiell läuft dabei eine „Angriffskette“ von Ereignissen ab:
- Ziel finden
- Angriff erzeugen, um die Schwachstelle herauszufinden
- Angriff ausführen
Über die entstehende Lücke wird anschließend ein viel komplexerer Angriff gestartet, der beispielsweise dazu dienen kann, Zentrifugen zu zerstören oder auch vertrauliche Pläne und Daten zu entwenden. Um die Angriffskette effektiv zu verhindern bzw. zu stören, sollten Abwehrmaßnahmen zu jedem Zeitpunkt während der Attacke greifen. Die klassische Risikokalkulation für interne Netzwerksicherheitsabwehr drückt dies so aus:
Risiko (R) = Bedrohung (B) x Schwachstellen (S) x Folge/Auswirkungen (F)
Werden alle Parameter der Risikoberechnung gegen Null gesteuert, verringert sich das Sicherheitsrisiko immens. Daher sollte eine genaue Prüfung des Internetverkehrs erfolgen, beispielsweise mithilfe von Black- und Whitelisting.
Verbindungspunkte am Perimeter werden im Idealfall nur an die Standorte und Dienste freigegeben, die hinsichtlich gesetzlicher und interner Sicherheitspolitik und Risikoprofile einschließlich ISO/IEC 2700x als valide eingestuft sind. Im Rahmen einer Deep-Packet-Inspection, wie sie eine Next Generation Firewall bietet, lassen sich sogar unbekannte Datenströme oder Komponenten in bekannten Daten blockieren.
Im Hinblick auf Datensicherheit haben Unternehmen der Energiebranchen ebenfalls Richtlinien zu beachten – nicht nur bei intelligenten Stromzählern, die Stromverbrauchsdaten direkt über das Internet oder klassische Telefonleitungen übertragen. Ebenso herkömmliche Sicherheitsrisiken wie Datenmigration, -trennung und -speicherung sowie der sichere Austausch von Kundeninformationen, z.B. zur Bonitätsprüfung, stehen im Fokus.
Gesetzliche Verordnungen und Vorschriften leisten ihr Übriges zu einem besonders sensiblen Umgang mit Daten. Professionelle Lösungen helfen dabei, die Vorgaben einzuhalten. Empfehlenswert sind regelbasierte Sicherheitsauthentifizierungen, bei denen einzelnen Benutzern oder Benutzergruppen beliebig viele Dienste und Nutzungsrechte individuell zugeordnet werden.
Fazit
Vom Energiesektor hängt für Firmen- und Privatkunden einiges ab, nicht nur Produktivität und Komfort, sondern auch Gesundheit (man denke an Krankenhäuser) und Sicherheit. Dieser Verantwortung ist sich die Branche noch nicht durchgängig bewusst.
Passende Lösungen, die den Besonderheiten der Prozess- und IT-Architekturen Rechnung tragen, sind bereits erhältlich. Sie errichten einen umfassenden Schutz der Infrastrukturen, während sie gleichzeitig bei der Einhaltung von Datenschutzvorgaben behilflich sind und es ermöglichen, die Performance zu sichern und Bedienfehler weitgehend auszuschließen.
* Klaus G. Meckel ist Sales Director DACH bei sysob IT-Distribution.
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