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Schutzkonzepte für das Internet der Dinge und die Industrie 4.0 Mehr Sicherheit für Roboter und Produktionssysteme

| Autor / Redakteur: Bernd Schöne / Stephan Augsten

Das Internet der Dinge soll die Wirtschaft beflügeln und die vierte industrielle Revolution einläuten (Industrie 4.0). Derzeit wachsen Technologien zusammen, die jahrzehntelang ohne Interaktion nebeneinander existierten. Das birgt Gefahren und könnte zu kostspieligen Technikkatstrophen führen, warnten Experten auf einer Konferenz in München.

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Die mitunter veralteten Systeme in Fertigungsanlagen lassen sich nicht einfach aktualisieren oder ersetzen.
Die mitunter veralteten Systeme in Fertigungsanlagen lassen sich nicht einfach aktualisieren oder ersetzen.
(Bild: Archiv)

Die vierte industrielle Revolution steht in den Startlöchern, weil das „Internet der Dinge“ (Internet of Things, IoT) flexiblere Fertigung, schnellere Prozesse und höhere Effizienz verspricht. Nach Dampf und Elektrotechnik erhofft sich die Wirtschaft nun also Effizienzsteigerungen durch die universelle Vernetzung über die Cloud.

Das Wirtschaftsleben wird durch ein lückenloses Netz von Informationsgebern und -empfängern umgekrempelt. Der Übergang von isolierten hin zu vernetzten Systemen macht diese aber auch empfindlicher, denn in Zukunft ist jeder Roboterfinger mit dem Internet verbunden. Damit sind Industrieanlagen und komplette Fertigungsstrecken denselben Risiken ausgesetzt wie die geschäftliche IT.

Bislang blieben die Angriffe und ihre Folgen der Öffentlichkeit meist verborgen. Die Betroffenen reden nicht gerne über die erlittenen Schäden, selbst den Beschäftigten springen sie nicht unbedingt ins Auge. Die betroffenen Rechner stehen nicht mit Bluescreens auf dem Schreibtisch, sondern sind innerhalb der betroffenen Apparate diskret verbaut.

Diese verborgenen Computer funktionieren wie normale Personal Computer und können somit auch Opfer von Schadsoftware werden. Sie sind sogar noch wesentlich verwundbarer, gerade weil sie oft tagelang ohne menschliche Kontrolle arbeiten. Es kann einige Zeit dauern, bis sich die Folgen zeigen.

Gefahren für Produktionsanlagen

Im Jahr 2009 ruinierte der Wurm Stuxnet im Iran diverse Uranzentrifugen und warf das Atomprogramm des Landes um Jahre zurück. Er nutzte vier bis dahin unbekannte Sicherheitslücken aus, erforderte geschätzte sechs Mannjahre Entwicklungszeit und wurde über einen Datenträger eingeschleust, nicht über das Internet.

Stuxnet war vom Aufwand her eine Besonderheit, das Schadensszenario aber alles andere als exklusiv. Im Dezember 2013 trafen sich beim Münchner Banknotendrucker Giesecke&Devrient Experten zu einer internen Sicherheitskonferenz, um über die neuen Bedrohungen zu diskutieren.

Im Fokus standen zunächst Produktionseinrichtungen, doch lassen sich auch in der Gebäudeleittechnik und bei den aktuell ausgerollten Smart Metern ähnliche Angriffsvektoren aufzeigen. Über das Geschäft wurde nicht geredet, obwohl auch Anbieter diverser Sicherheitslösungen sowie Berater zu Wort kamen.

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