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Integrierte Sicherheitslösung für IoT-Geräte und -Anlagen Microsoft Azure Sphere verfügbar

| Autor / Redakteur: M.A. Dirk Srocke / Florian Karlstetter

Um das Internet der Dinge (IoT) sicherer zu machen, baut Microsoft auf Erfahrungen mit der Spielekonsole XBox und Partnerschaften mit Chipherstellern. Ergebnis ist eine integrierte Sicherheitslösung, die jetzt als Azure Sphere allgemein verfügbar ist.

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Wächtermodule verbinden bestehende IoT-Systeme mit Azure Sphere.
Wächtermodule verbinden bestehende IoT-Systeme mit Azure Sphere.
(Bild: Microsoft)

Mit Azure Sphere verspricht Microsoft eine integrierte Sicherheitslösung für IoT-Geräte und -Anlagen in Unternehmen und Privathaushalten. Das Angebot ist nun allgemein verfügbar und richtet sich an Hersteller sowie OEMs, die ihre Systeme umfassend sowie kostengünstig vor Manipulationen schützen wollen.

Beispielhafte Geschirrspüler

IoT in der Praxis mit Azure Sphere - ein Beispielszenario.
IoT in der Praxis mit Azure Sphere - ein Beispielszenario.
(Bild: © Microsoft)

Wie das aussehen kann dokumentiert Microsoft anhand eines Beispielszenarios mit einem fiktiven Hersteller von Haushaltsgeräten. Das Contoso genannte Unternehmen könnte dank Azure Sphere beispielsweise IoT-Geschirrspüler anbieten, die über authentifizierte Verbindungen kommunizieren und eine gesicherte Anwendungsumgebung nutzen. Somit ließen sich per Softwareupdate Sicherheitspatches und neue Funktionen automatisch über die Cloud auf die Geschirrspüler in den einzelnen Haushalten ausrollen. Des Weiteren könnten die Geschirrspüler zuverlässig und sicher Parameter zur Produktnutzung in die Cloud schicken.

Als Grundlage setzt Azure Sphere dabei auf folgende drei technischen Säulen:

1. Zertifizierte Chips

Für Azure Sphere zertifizierte Chips verschiedener Hardwarepartner, in die Microsoft-Sicherheitstechnologien integriert wurden. Das Silizium sorge für Konnektivität und stelle einen zuverlässigen Hardwarevertrauensanker dar.

  • Als erster Anbieter könne MediaTek mit der MT3620 eine in Stückzahlen verfügbare MCU (microcontroller unit) liefern, die sich als Bestandteil so genannter „Guardian Module“ eigne. Mit diesen Wächtermodulen lassen sich vorhandene IoT-Geräte nachrüsten. Hierbei übernehmen die Module Daten bestehender Systeme und bringen diese sicher in die „Azure Sphere“-Plattform.
  • Im Juni 2019 hatte NXP zudem einen Sphere-Chip mit erweiterten Rechenkapazitäten angekündigt, der laut Microsoft auch Anwendungen mit künstlicher Intelligenz, Bildverarbeitung oder umfassenderen Nutzerschnittstellen ermögliche. Hierfür sollen verschiedene ARM-Cortex-Kerne sowie ein HiFi4 DSP eingesetzt werden. Erste Samples des NXP-Chips sollen im vierten Quartal 2020 verfügbar sein.

2. Azure Sphere-Betriebssystem

Auf den zuvor genannten Chips soll das „Azure Sphere“-Betriebssystem laufen, mit zusätzlichen Sicherheitsebenen und fortlaufenden Sicherheitsupdates seitens Microsoft. Damit ermögliche man eine vertrauenswürdige Plattform für neue IoT-Umgebungen.

3. Azure Sphere-Sicherheitsdienst

Der Azure Sphere-Sicherheitsdienst sorge laut Microsoft für eine vertrauenswürdige Kommunikation zwischen Geräten und der Cloud. Dabei erkenne der Service Bedrohungen und gewährleiste eine fortlaufende Gerätesicherheit.

Vierter Pfeiler: XBox-Erfahrung

Neben den drei technischen Pfeilern will Microsoft auch die eigene Expertise als wesentlichen Bestandteil des IoT-Angebots verstanden wissen. Nicht zuletzt – so berichtet Galen Hunt als Distinguished Engineer and Managing Director, Azure Sphere – mit Azure Sphere baue man auch auf über 15 Jahre Erfahrung bei der Weiterentwicklung der Spielekonsole XBox auf. Die Systeme würden in ebenfalls in besonders feindlichen Umgebungen betrieben – sowohl auf digitaler wie physischer Ebene.

In Azure Sphere will Microsoft nun die besten Sicherheitsexperten einbinden, die neue Bedrohungen beobachten, Updates entwickeln und Kunden zehn Jahre lang mit kontinuierlicher Softwarewartung unterstützen.

Keine fortlaufenden Kosten bis 2031

Für Azure Sphere fallen keine fortlaufenden Gebühren an. Kunden zahlen stattdessen einmalig die Kosten für Ihren MPU-Chip und erhalten damit auch Zugriff auf das Azure Sphere-Betriebssystem, Azure Sphere-Sicherheitsdienst und auf Betriebssystemupdates für die gesamte Lebensdauer des Chips.

Als konkrete Summe nennt Microsoft „weniger als €7.295“ für das Azure Sphere-MCU-Modell MT3620AN inklusive Updates bis Juli 2031. Zudem gebe es einen kontinuierlichen Support (bis und nach Juli 2031) für zertifikatbasierte Authentifizierung, Fehlerberichte und OEM-Softwareupdates.

(ID:46401167)

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