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Hintergrund dafür ist das sogenannte Wear Levelling, die automatische Nutzungsverteilung auf die Speicherzellen einer SSD (siehe Kasten). Beim Wear Leveling unterscheiden sich die tatsächlich beschriebenen Sektoren einer SSD von denen, die das Betriebssystem vom Controller-Chip der Platte gemeldet bekommt. Nachdem Software zur sicheren Löschung von Daten aber auf die Sektorenangaben des Betriebssystems zurückgreift ist es möglich, dass beim Überschreiben einer Datei durch den Controller der SSD andere Sektoren übrschrieben werden, als die, auf denen die Datei tatsächlich gespeichert war.
Um es gleich vorweg zu sagen: Ganz so simpel ist es dann doch nicht, mit dem Auslesen nicht komplett gelöschter Daten auf einer SSD. Dazu müsste man nämlich im ersten Schritt den Controller-Chip der SSD mit einer eigenen Firmware programmieren, die in der Lage ist die tatsächlich beschriebenen Sektoren weiter zu reichen.
Im zweiten Schritt müsste man es dann noch schaffen, die gewünschten Datenfragmente aufzufinden und auszulesen. Das mag für den größten Teil aller Unternehmensdaten einen zu großen Aufwand darstellen, aber ganz von der Hand weisen lässt sich die Gefahr dennoch nicht.
Hardwareverschlüsselung auch für SSDs
Allerdings gibt es dafür ein ganz einfaches, probates Mittel, das gegen die Gefahr der nur teilweise gelöschten Daten schützt: Verschlüsselung! Unternehmen sollten sensible Daten stets mittels Festplattenverschlüsselung wie Windows Bitlocker oder TrueCrypt schützen.
Eine Alternative dazu stellt die von modernen SSD-Controllern unterstützte Hardwareverschlüsselung dar. Aktuelle Controller-Chips, wie beispielsweise der Sandforce SF-2281 sind inzwischen leistungsfähig genug, um sogar eine Hardwareverschlüsselung mit 256 Bit AES Schlüssel zu ermöglichen. Aufgrund seiner hohen Leistungsfähigkeit findet der SF-2281 Verwendung in einer ganzen Reihe von SSD-Modellen, für unsere Tests konnten wir ein Modell der Kingston SSDNow V+ 200 Serie nutzen.
Der Sandforce SF-2281 bietet neben der 256 Bit AES Verschlüsselung zwei weitere Sicherheitsvorteile, die einerseits die Datensicherheit erhöhen, andererseits aber auch die Möglichkeiten zur Datenrettung einschränken.
Zum einen lässt sich neben der Verschlüsselung der Zugriff auf die SSD zusätzlich noch per ATA-Passwort schützen. Zum zweiten ist nach Aussage von Datenrettern der SF-2281 zum Zwecke der Darenrettung nicht emulierbar, da die hierfür nötigen Algoritmen im Controller selbst integriert sind. Fällt also der Controllerchip aus ist eine Wiederherstellung der auf der SSD gespeicherten Daten nahezu unmöglich.
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