Ransomware verschlüsselt nicht nur lokale Daten des infizierten Computers, sondern auch verbundene Netzlaufwerke. Das macht Ransomware auch für NAS-Systeme extrem gefährlich, ohne dass das NAS selbst infiziert ist. Mit welchen Methoden man die auf dem Storage gespeicherten Daten vor ungewollter Verschlüsselung schützen kann, zeigen wir am Beispiel eines Synology NAS.
Auch wenn das NAS nicht selbst infiziert ist, ist Ransomware eine Gefahr für die Daten im Network Attached Storage.
Parallel zu den in diesem Beitrag beschriebenen Möglichkeiten zur Absicherung eines NAS gegen Ransomware und andere Cyberangriffe, ist es unerlässlich die Vorgänge und Abläufe hinter den folgenden Tipps regelmäßig zu testen. Nur das stellt sicher, dass im Notfall alle Abläufe auch funktionieren. Ein Aktionsplan ist außerdem ebenfalls ein wichtiger Faktor, um im Notfall strukturiert, effektiv und schnell die Wiederherstellung durchführen zu können. Die universelle Portfreigabe (UPnP) am Router sollte in jedem Fall deaktiviert und stattdessen gezielte, manuelle Portweiterleitungen eingerichtet werden. So bleibt die Angriffsfläche des Network Attached Storage minimiert, ohne dass der Zugriff im Alltag eingeschränkt wird.
Parallel zu den beschriebenen Vorgehensweisen sollten die Benutzer die nur geringstmöglichen Zugriffsrechte für einen Ordner erhalten. Außerdem sollte die Synology-DSM-Version (DiskStation Manager) immer möglichst aktuell sein. Neben dem Schließen von Sicherheitslücken im Network Attached Storage profitieren Admins oft noch von weiteren Sicherheitsoptionen in neuen DSM-Versionen. Synology gibt darüber hinaus weitergehende Tipps, die bei der Absicherung der Speicherlösung vor Ransomware helfen. Im Knowledge-Center von Synology gibt es dazu noch mehr Hinweise und Anleitungen und auch auf dem Synology-Blog gibt es Tipps zum Schutz der Daten.
Generell kann es sinnvoll sein, einen Cluster auf Basis von zwei Synology-NAS-Systemen einzurichten. Dazu sind zwei identische Systeme notwendig, die zu einem Cluster verbunden werden. Nach der Einrichtung ist es möglich Snapshots der Daten eines NAS auf ein anderes zu replizieren. Mit einem langen Verlauf ist es dadurch möglich bei erfolgreichen Ransomware-Angriffen zu einem vergangenen Zustand zurück zu wechseln. Noch mehr Schutz vor einem Erpressungsangriff wird durch das Aktivieren von unveränderlichen Snapshots erreicht.
Synology-Replication ohne Cluster nutzen
Parallel oder als Alternative zu einem Cluster kann aus dem Paketzentrum von Synology das kostenlose Programm „Snapshot Replication“ installiert werden. Auch dieses ermöglicht die Absicherung der Daten, indem Verzeichnisse auf dem NAS als Snapshot gesichert werden. Im Rahmen der Einrichtung von Snapshots über den Assistenten, ist es außerdem möglich die Option „Unveränderliche Schnappschüsse aktivieren“ zu setzen. In diesem Fall hat Ransomware nach dem Befall des Hauptsystems keine Chance die gesicherten Daten auch zu befallen. Diese lassen sich nach der Wiederherstellung des NAS wiederherstellen.
Generell sollte bei Snapshots mit einem langen Verlauf gearbeitet werden, und die Snapshots sollten so lange wie nur möglich aufbewahrt werden. Dadurch ist es möglich so weit in die Vergangenheit zu wechseln, wie es notwendig ist, um Daten wiederherzustellen. Die erstellten Snapshots lassen sich auf externe Geräte synchronisieren, was auch sehr sinnvoll ist. Selbst, wenn es Ransomware gelingen würde das ganze NAS zu kompromittieren, sind die Daten auf dem Ziel-System sicher. Im Rahmen der Einrichtung der Replikation ist es außerdem möglich den kompletten Datenverkehr bereits im Rahmen der Übertragung zu verschlüsseln. Diese Replikation lässt sich auch ohne den Aufbau eines Clusters umsetzen. Im Rahmen der Einrichtung einer Replikationsaufgabe lassen sich alle erstellten Ordner des Quell- auf das Ziel-NAS replizieren.
Wenn genügend Speicherplatz auf dem Replikationsziel vorhanden ist, macht es darüber hinaus auch Sinn die Daten mehrfach täglich zu replizieren. Hier sind Intervalle von einigen Stunden durchaus sinnvoll, da das den potenziellen Datenverlust deutlich reduziert.
Stand: 08.12.2025
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Parallel zu den Möglichkeiten der Snapshots und der in diesem Beitrag verlinkten Möglichkeiten zum Schutz des NAS gegen Ransomware, sollte regelmäßig ein Offline-Backup auf einer externen Festplatte durchgeführt werden. Nach der Sicherung wird diese vom Network Attached Storage getrennt und an einem sicheren Ort aufbewahrt. Gehen alle Sicherheitsmaßnahmen schief und funktioniert selbst die Wiederherstellung mit den Snapshots nicht, sind diese Daten ein weiterer Schutz gegen vollständigen Datenverlust.
Das 3-2-1-Backup-Prinzip zählt zu den verlässlichsten Strategien zur Absicherung gegen Datenverlust. Es sieht vor, drei Kopien aller relevanten Daten vorzuhalten: zwei auf unterschiedlichen Medientypen und eine weitere Kopie an einem externen Ort. Synology-NAS-Systeme lassen sich nahtlos in dieses Konzept integrieren. Als zentrales Speichermedium im lokalen Netzwerk eignen sie sich sowohl für die Primärspeicherung als auch für eine der Backup-Instanzen. Über Anwendungen wie „Hyper Backup“ lassen sich Backups automatisiert auf externe Datenträger, andere NAS-Systeme oder in Cloud-Speicher wie Synology C2, Amazon S3 oder Microsoft Azure replizieren. Damit erfüllen sie nicht nur die technische Grundlage für die 3-2-1-Regel, sondern bieten zusätzlich Verschlüsselung, Versionierung und flexible Wiederherstellungsoptionen. Besonders in hybriden IT-Umgebungen ermöglicht der Einsatz eines Synology-NAS eine einfache Umsetzung einer professionellen Backup-Strategie mit überschaubarem Aufwand.
Mit ActiveProtect bietet Synology eine Backup-Lösung, die über klassische Sicherungsmechanismen hinausgeht. Sie kombiniert automatisierte Datensicherung, unveränderliche Speichermechanismen und granulare Zugriffskontrollen in einer Plattform, die speziell für den Schutz vor Ransomware-Angriffen konzipiert wurde. Im Fokus steht dabei nicht nur das Backup selbst, sondern die durchgängige Integrität und Wiederherstellbarkeit sämtlicher Workloads, lokal wie in der Cloud.
ActiveProtect deckt virtuelle Maschinen, Datenbanken, Datei-Server und SaaS-Dienste ab und erkennt neue Workloads automatisch, um sie in den Sicherungsprozess einzubinden. Die Immutable-Funktion ermöglicht eine revisionssichere Speicherung: Backup-Daten lassen sich für einen definierten Zeitraum vollständig gegen Veränderung oder Löschung sperren, unabhängig davon, ob sie lokal oder an einem externen Ziel wie AWS S3 oder Synology C2 abgelegt sind.
Durch die Trennung von Verwaltungs- und Datenport in unterschiedlichen Netzsegmenten wird verhindert, dass Backup-Daten über reguläre Produktionsnetzwerke manipuliert werden können. Im Zusammenspiel mit intelligentem Firewall-Management, fein abgestufter Rechtevergabe und Unterstützung für SSO sowie Multi-Faktor-Authentifizierung ergibt sich ein konsistentes Sicherheitskonzept für das Synology-NAS. Mit ActiveProtect lassen sich nicht nur inkrementelle Backups verwalten, sondern auch vollständige Wiederherstellungen ganzer Systeme realisieren.
DoS-Absicherung aktivieren
Ist das NAS extern erreichbar, sollte in der Systemsteuerung bei „Sicherheit“ ➔ „Schutz“ die Option „Automatische Blockierung“ aktiviert werden. Dieser DoS-Schutz (Denial of Service) stellt sicher, dass Angreifer nicht durch ständiges Probieren die Anmeldung mit einem bestimmten Benutzerkonto durchführen können. In diesem Zusammenhang ist außerdem auch die bereits erwähnte 2FA-Absicherung für das NAS von Synology wichtig. Parallel sollten Sie noch die Option „DoS-Schutz aktivieren“ setzen.