Die NIS2-Richtlinie zielt darauf ab, die europäische Cybersicherheitslandschaft zu revolutionieren, indem sie strengere Maßnahmen und eine genauere Überprüfung der Lieferkette vorschreibt. Angesichts zunehmender Cyberangriffe und einer Qualifikationslücke von 300.000 Personen steht mehr denn je auf dem Spiel. Erfahren Sie, wie eine aktive Cyberversicherung proaktiven Schutz bietet und die Widerstandsfähigkeit in einer feindlichen digitalen Landschaft gewährleistet.
Genauso wie sich Unternehmen vor anderen betrieblichen Risiken schützen, können sie sich gegen digitale Bedrohungen versichern.
(Bild: Azar - stock.adobe.com)
Während sich Europa auf wachsende Cyberbedrohungen vorbereitet, stellt die Einführung der Richtlinie zur Netz- und Informationssicherheit 2 (Network and Information Security Directive 2, NIS2) einen Wendepunkt für die Cybersicherheitslandschaft der Region dar. Ähnlich wie die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der EU den Datenschutz neu definiert hat, setzt NIS2 einen mutigen Standard, der nicht nur eine verbesserte Cybersicherheit für die kritischsten Unternehmen Europas vorschreibt, sondern auch die Bewertung der Sicherheit ihrer gesamten Lieferketten umfasst. Die Richtlinie zielt darauf ab, die digitale Infrastruktur Europas vor Angriffen zu schützen, die sich auf andere Branchen und Länder auswirken könnten. Dies wird durch solide Bestimmungen zur Stärkung der Sicherheitsanforderungen, zur Förderung des Informationsaustauschs und zur Harmonisierung der Sanktionen zwischen den Mitgliedstaaten erreicht. Da jedoch nur ein Bruchteil der Mitgliedstaaten die jüngste Frist zur Umsetzung dieser weitreichenden Änderungen in nationales Recht eingehalten hat, stellt sich die Frage: Sind die europäischen Unternehmen auf die eskalierenden digitalen Risiken vorbereitet?
In der heutigen hypervernetzten Welt haben sich die Grenzen des digitalen Risikos weit über die Unternehmensgrenzen hinaus ausgedehnt. Eine kleine, unbemerkte Schwachstelle bei einem vertrauenswürdigen Lieferanten kann sich schnell zu einer Krise entwickeln, die den Geschäftsbetrieb auf der ganzen Welt beeinträchtigt. Während die NIS2 Unternehmen dazu aufruft, solche Risiken zu minimieren, fehlen vielen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) – dem Rückgrat der europäischen Wirtschaft – die Ressourcen, um diese Bedrohungen effektiv zu bewältigen.
Die düstere Realität: Zunehmende Cyberattacken und Qualifikationsdefizite
Cyberattacken sind keine Einzelfälle mehr; Allianz fand heraus, dass Ransomware im Jahr 2023 um durchschnittlich 75 Prozent zugenommen hat. Cybervorfälle sind nach wie vor ein globales Top-Risiko für Unternehmen und stellen eine tägliche Bedrohung für Dienste dar, die für das moderne Leben von entscheidender Bedeutung sind. Die Folgen sind enorm. Allein im Jahr 2024 haben deutsche Unternehmen laut einer Bitkom-Umfrage über 266 Milliarden Euro durch Cyberkriminalität verloren. Es wird prognostiziert, dass bis 2025 weltweit 45 Prozent der Unternehmen von Angriffen auf die Softwarelieferkette betroffen sein werden, was einer Verdreifachung gegenüber 2021 entspricht. Das Aufkommen von Technologien der künstlichen Intelligenz verschärft diese Cyberbedrohungen noch. Die traurige Realität ist, dass Cyberangriffe immer umfangreicher und raffinierter werden und sowohl von Unternehmen als auch von Regierungen eine ganzheitliche Reaktion erfordern.
Doch während Unternehmen stark in die IT-Sicherheit investieren, bleibt eine große Lücke – die Menschen. In Europa fehlen 300.000 Fachkräfte für Cybersicherheit, wobei allein in Deutschland bis 2026 über 100.000 zusätzliche Experten benötigt werden. Selbst gut mit Ressourcen ausgestattete Unternehmen haben Schwierigkeiten, bestehende Schwachstellen zu beheben, ganz zu schweigen von der endlosen Flut neuer Schwachstellen. Für kleine und mittlere Unternehmen, die nicht über das Personal und die Budgets großer Unternehmen verfügen, ist die Herausforderung sogar noch größer.
KMUs machen 99,4 Prozent der deutschen Wirtschaft aus und schätzungsweise 53 Prozent von ihnen waren im Jahr 2024 von einer Cyberattacke betroffen, gegenüber 40 Prozent in früheren Umfragen. Die finanziellen Auswirkungen einer Cyberattacke können verheerend sein, insbesondere für diese kleineren Unternehmen. Ein KMU, das über wenig Personal verfügt, kann sich oft nicht den Luxus leisten, wichtige Ressourcen abzuziehen, um auf einen Vorfall zu reagieren, und die Kosten für die Beauftragung von Notfallspezialisten zur Schadensbegrenzung können schnell außer Kontrolle geraten. Es steht viel auf dem Spiel, von der Schädigung des Rufs bis hin zur möglichen Insolvenz. Leider neigen KMUs dazu, diese Risiken zu unterschätzen und ihre Cybersicherheit zu vernachlässigen, was sie zu relativ leichten Zielen für Cyberattacken macht.
Aber das muss nicht der Fall sein. Genauso wie sich Unternehmen vor anderen betrieblichen Risiken schützen, können – und sollten – sie sich gegen digitale Bedrohungen versichern. Bei der modernen Cyberversicherungslösung geht es nicht mehr nur um finanzielle Entschädigung im Nachhinein. Es geht um Prävention. Die neuartige „aktive“ Cyberversicherung ist ein entscheidender Faktor für europäische Unternehmen, die die NIS2-Anforderungen erfüllen und ihre Zukunft sichern wollen, insbesondere für kleinere und mittlere Unternehmen, die möglicherweise nicht über die internen Kapazitäten größerer Unternehmen verfügen.
Stand: 08.12.2025
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Im Gegensatz zu herkömmlichen Policen geht die aktive Cyberversicherung proaktiv vor und hilft Unternehmen, ihr Risiko zu verringern, bevor ein Angriff erfolgt. Dies wird durch eine umfassende Risikobewertung erreicht, die Schwachstellen identifiziert – sei es ein ungesicherter Server oder ein kompromittiertes Passwort. Wenn Unternehmen sich dieser Risiken bewusst sind, können sie sie angehen und ihre Schutzmaßnahmen verstärken. Weitere Schlüsselelemente wie kontinuierliche Überwachung, Sicherheitswarnungen in Echtzeit und technische Unterstützung durch Experten sind in den Versicherungsschutz integriert, wodurch die Häufigkeit von Versicherungsschäden bei den meisten Versicherungsnehmern im Vergleich zum Marktdurchschnitt um 64 Prozent reduziert wird. Die Daten zeigen, dass bei den Versicherungsnehmern von Cyberversicherungen schon eine einzige nicht behobene kritische Schwachstelle die Wahrscheinlichkeit eines Schadensfalls innerhalb eines Jahres um 33 Prozent erhöht. Eine aktive Cyberversicherung bietet einen ganzheitlichen Ansatz zur Verbesserung der Cyberresilienz eines Unternehmens und schafft gleichzeitig einen echten Mehrwert in Form von verbessertem Know-how im Bereich der Cybersicherheit und einer spürbar gestärkten Cyberabwehr. Dies kann für KMUs ein sehr nützliches Mittel sein, um ihre Glaubwürdigkeit im Bereich der Cybersicherheit als wichtige Lieferanten für Organisationen, die die NIS2 einhalten müssen, zu stärken.
Dieser proaktive Ansatz ist in der heutigen vernetzten Welt, in der eine einzige Schwachstelle in einer Lieferkette katastrophale Folgen haben kann, von entscheidender Bedeutung. Eine aktive Cyberversicherung kann auch ein wichtiges Instrument für vorgelagerte Unternehmen sein, die der NIS2 unterliegen, da sie zur Bewältigung der Komplexität der Cybersicherheit in der Lieferkette beiträgt. Ob ein Anbieter über eine aktive Cyberversicherung verfügt, kann als Indikator für seine Cyberhygiene und den Umfang seiner entsprechenden Vorsorgemaßen dienen. Dadurch kann der Prozess der Risikobewertung in der Lieferkette optimiert werden, so dass Unternehmen ihre Ressourcen dort einsetzen können, wo sie am dringendsten benötigt werden.
Eine aktive Cyberversicherung ist nicht nur eine Schutzmaßnahme – sie ist eine Partnerschaft. Durch die Zusammenarbeit mit Versicherern, die kontinuierliche Unterstützung und Fachwissen bieten, können Unternehmen ihre allgemeine Cyberresilienz verbessern und sicherstellen, dass sie nicht nur die strengen Anforderungen der NIS2 erfüllen, sondern auch in einem zunehmend feindlichen digitalen Umfeld erfolgreich sind.
Wir bei Allianz und Coalition sind uns einig, dass eine aktive Cyberversicherung nicht nur ein Produkt, sondern ein entscheidender Teil der europäischen Cyberverteidigungsstrategie ist. Es ist an der Zeit, dass Unternehmen, ob groß oder klein, sich diesen modernen Ansatz zunutze machen und dessen Wert für die Erreichung der NIS2-Ziele erkennen.
Cyberbedrohungen werden nicht abnehmen, aber mit den richtigen Tools und Partnern können europäische Unternehmen die nötige Widerstandsfähigkeit aufbauen, um ihnen zu begegnen.
Über die Autoren
Oliver Bäte ist seit 2015 CEO und Vorstandsvorsitzender der Allianz SE und seit 2008 Mitglied des Vorstands. Davor war er für McKinsey & Company tätig, zunächst als Leiter des europäischen Versicherungs- und Vermögensverwaltungssektors und dann als Leiter des deutschen Versicherungssektors.
Joshua Motta ist Mitbegründer und CEO von Coalition, davor war er CXO und Head of Special Projects bei Cloudflare, nachdem er unter anderem bei Goldman Sachs, der Central Intelligence Agency und Microsoft tätig war.
Tochtergesellschaften von Allianz und Coalition haben sich zusammengeschlossen, um eine aktive Cyberversicherung in Deutschland anzubieten.