Alternative Antispam-Lösungen für schmale Security-Budgets

Open Source Spam-Schutz für den E-Mail-Server

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SpamAssassin

Der Platzhirsch unter den E-Mail-Filtern ist zweifelsohne SpamAssassin. Das Open-Source-Tool kommt millionenfach zum Einsatz und hat sich in der Vergangenheit bestens bewährt. Der Filter ist für Unix-basierte Systeme konzipiert. Zur Identifikation von Spam nutzt SpamAssassin verschiedene Methoden. Mithilfe der Header-Analyse versucht der Filter herauszufinden, ob der Sender eine Identität vortäuscht und ob eine Nachricht von einer gültigen Adresse stammt. SpamAssassin führt außerdem Textanalysen durch, um die Nachrichteninhalte auf typische Charakteristika von Werbemails zu untersuchen.

Ergänzend dazu nutzt SpamAssassin verschiedene Blacklists (z.B. Spamhaus und DSBL) und greift auf die Spam-Tracking-Datenbank Vipul‘s Razor zurück. Identifiziert SpamAssassin eine Nachricht als Spam, so wird sie entsprechend gekennzeichnet.

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Der in SpamAssassin integrierte Bayes’scher-Filter berechnet auf Grundlage der Einteilung der bisher empfangenen E-Mails die statistische Wahrscheinlichkeit, ob es sich bei einer neuen Nachricht um eine erwünschte oder unerwünschte E-Mail handelt.

Der Vorteil von SpamAssassin: Das Tool kommt mit geringem Konfigurationsaufwand aus. Als Administrator ist man nicht gezwungen, das System laufend zu aktualisieren oder mit Einzelheiten über Mailaccounts, Mailinglisten etc. zu füttern. Das bewerkstelligt der Filter quasi von alleine.

GUI-verwöhnte Administratoren müssen sich allerdings weitgehend mit der textbasierten Konfiguration anfreunden. Allerdings gibt es auch hier Abhilfe. Mit dem SpamAssassin Configuration Generator und dem SpamAssassin-Webmin-Modul gibt es auch grafische Schnittstellen für den Filter.

MailScanner

Einer der beliebtesten Filter ist Mailscanner. Er verspricht insbesondere Schutz vor Viren und Spam. Er kommt inzwischen auf zehntausenden Sites rund um den Globus zum Einsatz. MailScanner ist kein typischer Antispam-Filter, sondern mehr ein Framework, das die Einbindung unterschiedlicher Spezialisten erlaubt. So kann MailScanner bis zu 14 verschiedene Virenscanner einbinden und miteinander kombinieren.

Laut Angaben des Chefentwicklers identifiziert das Programm 95 Prozent aller Spam-Mails. Der Filter ist für den Einsatz in großen Netzwerken konzipiert. Ein typischer PC kann bereits über 1,5 Millionen E-Mails pro Tag verarbeiten – so die Entwickler. Außerdem soll MailScanner nicht für Denial-of-Service-Attacken und Betriebssystem-spezifische Schwachstellen anfällig sein.

In der Standardkonfiguration führt MailScanner zunächst verschiedene RBL-Tests durch. Übersteht eine E-Mail die MailScanner-Tests, wird sie standardmäßig an SpamAssassin zur weiteren Analyse übergeben, insbesondere zur heuristischen Analyse.

Die Konfiguration des Linux-Programms erfolgt über die Dateien im Verzeichnis /etc/MailScanner. Die beiden wichtigsten Dateien für die MailScanner-Konfiguration sind /etc/MailScanner/MailScanner.conf (enthält die eigentliche MailScanner-Konfiguration) und /etc/MailScanner/spam.assassin.prefs.conf (die Einstellungen für das Zusammenspiel mit SpamAssassin).

Für die Konfiguration steht ein Webmin-Modul zur Verfügung. Die Administration und Konfiguration von MailScanner setzt solide SpamAssassin-Kenntnisse voraus. Es empfiehlt sich außerdem, die gedruckte Dokumentation des Entwicklers zu erwerben, aus deren Erlösen die Weiterentwicklung gefördert wird.

Seite 3: SpamPal und MailWasher Server

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