Hyperion und Fusion Middleware besonders betroffen Oracle schließt im August 925 Schwachstellen

Von Melanie Staudacher 2 min Lesedauer

Mit 925 Sicherheitslücken hat Oracle im August deutlich weniger Soft­ware­fehler behoben als im Juli mit 1.449. Dennoch sind zahlreiche kritische Schwachstellen darunter, die dringend Aufmerksamkeit erfordern, da sie teilweise als leicht ausnutzbar gelten.

Oracle schließt im August CSPU 925 Schwachstellen, wobei Hyperion und Fusion Middleware mit jeweils über 260 Sicherheitslücken und CVSS-10.0-Bewertungen am stärksten betroffen sind.(Bild:  MrPanya - stock.adobe.com)
Oracle schließt im August CSPU 925 Schwachstellen, wobei Hyperion und Fusion Middleware mit jeweils über 260 Sicherheitslücken und CVSS-10.0-Bewertungen am stärksten betroffen sind.
(Bild: MrPanya - stock.adobe.com)

Eigentlich patcht Oracle seine Software an vier Patchdays pro Jahr. 2026 sind dafür Januar, April, Juli und Oktober angedacht. Um kritische Sicherheitslücken schneller zu schließen, hat der Hersteller ein zusätzliches Format eingeführt: das Critical Security Patch Update. Das erste CSPU wurde am 28. Mai 2026 veröffentlicht. Sie werden immer am dritten Dienstag im Monat herausgegeben.

Beim August CSPU veröffentlichte Oracle Updates für 925 Schwachstellen. Besonders hart trifft es die Produkte Hyperion, E-Business Suite und Fusion Middleware.

Hyperion und Fusion Middleware

Die Lösungen Oracle Hyperion Data Relationship Management und Hyperion Financial Management weisen mit den Sicherheitslücken EUVD-2026-61829 / CVE-2026-70880 (EPSS-Score* noch nicht vergeben) und EUVD-2026-61868 / CVE-2026-70921 (EPSS-Score noch nicht vergeben) jeweils den höchsten CVSS-Score von 10.0 auf. Hyperion ist eine Suite für Unternehmensplanung, Budgetierung, Konsolidierung und Finanzberichterstattung. Insgesamt ist Hyperion von 261 Sicherheitslücken betroffen, die Oracle im August schloss. Betroffen sind die Versionen 11.2.23.0.000 und 11.2.25.0.000.

Dies wird nur getoppt von Fusion Middleware, die aufgrund von 262 Schwachstellen anfällig für Cyberattacken ist. Am als gefährlichsten eingestuft wurde die Schwachstelle EUVD-2026-61341 / CVE-2026-61241 (EPSS-Score noch nicht vergeben), ebenfalls mit einem CVSS-Score von 10.0. Diese findet sich in der Komponente OID LDAP Server des Verzeichnisdiensts Internet Directory, der Teil von Fusion Middleware ist. Diverse weitere Produkte innerhalb der Suite weisen weitere kritische Sicherheitslücken auf. Betroffen davon sind die Versionen:

  • 12.2.1.19.0
  • 12.2.1.4.0
  • 14.1.1.0.0
  • 14.1.2.0.0
  • 14.1.2.1.0
  • 8.5.8
  • 15.1.1.0.0
  • 4.5.3
  • 3.2.19
  • 4.5.1
  • 3.2.20
  • 1.4.19
  • 1.4.20
  • 4.5.0
  • 3.2.18

E-Business Suite durch 120 Sicherheitslücken gefährdet

Innerhalb der E-Business Suite von Oracle finden sich insgesamt 120 Schwachstellen, von denen zwei kritisch sind.

EUVD-2026-61431 / CVE-2026-60782 (CVSS-Score 9.8, EPSS-Score noch nicht vergeben) betrifft Oracle Payment und EUVD-2026-61873 / CVE-2026-70926 (CVSS-Score 9.8, EPSS-Score noch nicht vergeben) betrifft Oralce Workflow. Betroffen von ihnen sind die Versionen 12.2.3 bis 12.2.15 der E-Business Suite.

Konkrete Informationen zu den genannten Schwachstellen liefert weder die Übersicht von Oracle noch die Datenbank der Enisa. Dort werden die Sicherheitslücken jeweils lediglich als „leicht ausnutzbar“ beschrieben. Voraussetzungen für erfolgreiche Angriffe sind Netzwerkzugriffe. Eine vorherige Authentifizierung ist nicht notwendig.

Die weiteren Sicherheitslücken, die der Hersteller beim Critical Security Patch Update schloss, betreffen unter anderem die Produkte beziehungsweise Produktfamilien Database Server, Autonomous Health Framework, Application Testing Suite, Commerce, Communications, Enterprise Manager, Financial Services Applications, Analytics, Java SE, JD Edwards, MySQL und PeopleSoft. Oracle-Kunden sollten sich die Schwachstellen-Matrix ihrer eingesetzten Produkte ansehen und die für sie relevanten Sicherheitshinweise prüfen und Updates einspielen.

* Hinweis zum EPSS-Score: Das Exploit Prediction Scoring System zeigt die Wahrscheinlichkeit in Prozent an, mit der eine Schwachstelle innerhalb der nächsten 30 Tage ausgenutzt wird. Der ent­sprechende Score kann sich im Laufe der Zeit verändern. Sofern nicht anders angegeben, beziehen wir uns auf den Stand des EPSS-Scores zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Artikels.

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