Alte Sicherheitslücke ausgenutzt Owncloud-Schwachstelle mit hohem EPSS-Score

Von Melanie Staudacher 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Eine seit Ende 2023 bekannte Schwachstelle in Owncloud erlaubt Angreifern unauthentifizierten Zugriff auf Dateien. Der Clou sind vorsignierte URLs und fehlende Signing Keys. Nutzer sollten ihre Installationen prüfen.

Fehlt für ein Owncloud-Konto ein Signaturschlüssel, können Angreifer über manipulierte Freigabe-Links ohne Anmeldung auf dessen Dateien zugreifen und diese auch verändern oder entfernen.(Bild:  Shutterstock)
Fehlt für ein Owncloud-Konto ein Signaturschlüssel, können Angreifer über manipulierte Freigabe-Links ohne Anmeldung auf dessen Dateien zugreifen und diese auch verändern oder entfernen.
(Bild: Shutterstock)

Während die Sicherheitslücke EUVD-2023-53114 / CVE-2023-49105 (CVSS-Score 9.8, EPSS-Score* 43.21) bereits seit Novmeber 2023 bekannt und geschlossen ist, wurde sie jüngst, Ende August 2026 als aktiv ausgenutzt gemeldet. Die CISA hat die Schwachstelle daher jetzt in ihren KEV-Katalog aufgenommen.

Authentifizierungs-Bypass über vorsignierte URLs

Owncloud ist eine Open-Source-Plattform für Filesharing und Dateisynchronisierung, die Unternehmen als selbst betriebene Alternative zu kommerziellen Cloud-Speichern einsetzen können. Die Schwachstelle betrifft die WebDAV-API von der Plattform. Angreifer können ohne Authentifizierung beliebige Dateien lesen, verändern oder löschen, sofern sie den Benutzer­namen des Opfers kennen und für dieses kein Signing Key konfiguriert ist. Letzteres ist laut Owncloud die Standardeinstellung. Ursache ist, dass vorsignierte URLs (Pre-Signed URLs) auch dann akzeptiert werden, wenn für den Eigentümer der Dateien kein Signing Key hinterlegt ist.

Die Schwachstelle entstammt der Kategorie CWE-665, also einer fehlerhaften Initialisierung. Ein Angriff kann über das Netzwerk mit niedriger Komplexität erfolgen, ohne erforderliche Berechtigungen und ohne Nutzerinteraktion.

Alte Installationen prüfen

Betroffen sind die Owncloud-Core-Versionen 10.6.0 bis einschließlich 10.13.0. Mit 10.13.1 letzterer unterbindet der Hersteller die Verwendung vorsignierter URLs, wenn für den Eigentümer der Dateien kein Signing Key konfiguriert ist. Der hohe EPSS-Score von 43.21 sowie die Aufnahme in den KEV-Katalog zeigen, dass die Schwachstelle weiterhin für Angriffe genutzt wird. Unternehmen sollten ihre Owncloud-Instanzen prüfen und mindestens auf Version 10.13.1 aktualisieren. Da inzwischen neuere Versionen verfügbar sind, empfiehlt sich das Einspielen der jeweils aktuellen Ausgabe. Administratoren sollten zudem prüfen, ob für Benutzerkonten Signing Keys konfiguriert sind. Der Hersteller hat eine Seite mit FAQs für weitere Informationen zu EUVD-2023-53114 / CVE-2023-49105 veröffentlicht.

* Hinweis zum EPSS-Score: Das Exploit Prediction Scoring System zeigt die Wahrscheinlichkeit in Prozent an, mit der eine Schwachstelle innerhalb der nächsten 30 Tage ausgenutzt wird. Der ent­sprechende Score kann sich im Laufe der Zeit verändern. Sofern nicht anders angegeben, beziehen wir uns auf den Stand des EPSS-Scores zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Artikels.

(ID:50943095)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zur IT-Sicherheit

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung