Eine aktiv ausgenutzte Exploit-Kette namens „wp2shell“ kombiniert zwei WordPress-Schwachstellen und ermöglicht unauthentifizierte Codeausführung. Webseiten-Betreiber sollten umgehend auf Version 7.0.2 aktualisieren und auf die folgenden IoCs achten.
wp2shell ist eine aktiv ausgenutzte Exploit-Kette, die zwei WordPress-Schwachstellen kombiniert, um unauthentifizierte Remote Code Execution zu ermöglichen und persistente Webshells auf anfälligen Servern einzurichten.
Am 20. Juli veröffentlichte das britische Security-Unternehmen Searchlight Cyber den Bericht seines Analysten Adam Kues, der eine Exploit-Kette entdeckt habe, die zwei Schwachstellen in der WordPress-REST-API und dem Batch-Processing ausnutzt. Die Sicherheitslücken werden bereits aktiv ausgenutzt. Damit können Angreifer dauerhafte Webshells einrichten und schädliche Plugins auf betroffenen Servern installieren.
Bei der kritischen SchwachstelleEUVD-2026-45280 / CVE-2026-63030 (CVSS-Score 9.8, EPSS-Score* 38.60) handelt es sich um einen Fehler bei der Routenzuordnung des REST-API-Batch-Endpunkts. Anfällig sind die WordPress-Versionen 6.9.x (vor 6.9.5) und 7.0.x (vor 7.0.2).
In den Versionen 6.8.x (vor 6.8.6), 6.9.x (vor 6.9.5) und 7.0.x (vor 7.0.2) wird aufgrund der Schwachstelle EUVD-2026-45279 / CVE-2026-60137 (CVSS-Score 5.9, EPSS-Score 20.40) der Parameter „author__not_in“ von „WP_Query“ nicht ordnungsgemäß bereinigt. Dies kann eine SQL Injection ermöglichen, wenn ein Plugin oder Theme nicht vertrauenswürdige Eingaben an diesen Parameter übergibt. WordPress hat die von den beiden Sicherheitslücken betroffenen Versionen am 17. Juli 2026 mit Version 7.0.2 geschlossen.
Nutzt ein Akteur die beiden Sicherheitslücken in Kombination aus, könnten sie es ihm ermöglichen, ohne vorherige Authentifizierung beliebigen Code auf dem WordPress-Server auszuführen und die betroffene Installation vollständig zu kompromittieren. Beide Schwachstellen wurden von der CISA am 21. Juli in den Katalog der bekannten und ausgenutzten Sicherheitslücken aufgenommen. Die Aktivitäten im Zusammenhang mit der Exploit Chain werden unter dem Namen „wp2shell“ verfolgt.
Das Cloud-Sicherheitsunternehmen Wiz veröffentlichte technische Einzelheiten zu beobachteten Angriffen, die wp2shell ausnutzen, und berichtete von folgenden Aktivitäten:
Massenscans zur Suche nach anfälligen WordPress-Installationen
Missbrauch der Upload-Funktion für WordPress-Plugins zur Installation schädlicher Add-ons
Installation von PHP-Webshells, die von einfachen „One-Liner“-Backdoors bis hin zu funktionsreichen, verschleierten und als Plugins getarnten Shells reichten
Abfragen der WordPress-REST-API zum Sammeln von Administrator-Benutzernamen und E-Mail-Adressen
Versuche zur Einbindung lokaler Dateien mit Ziel auf die Datei „wp-config“ über „admin-ajax.php“, um Datenbankzugangsdaten und Authentifizierungsschlüssel zu erlangen
Bereitstellung eines schädlichen Plugins, das einen REST-API-Endpunkt für die Remote-Befehlsausführung bereitstellt
Erfolgreicher Zugriff auf WordPress-Administrationsbereiche
Nach der Entdeckung veröffentlichten unabhängige Sicherheitsforscher Proof of Concepts. So zum Beispiel Johannes B. Ullrich, Forschungsleiter am SANS Technology Institute, der beschreibt, dass die Ausnutzung zweistufig erfolge. Zunächst werde mittels SQL-Injection geprüft, ob die Schwachstelle tatsächlich vorliegt, bevor eine PHP-Webshell auf dem Server eingeschleust werde. Die Webshell werde im Verzeichnis „/wp-content/cache/“ unter einem zufällig generierten Dateinamen angelegt. Dieser Name diene zugleich als Passwort für den Zugriff über einen URL-Parameter. Ohne die korrekte Angabe dieses Parameters liefere die Seite lediglich eine gefälschte 404-Fehlermeldung aus.Der von Ullrich veröffentlichte Webshell-Code prüfe die Verfügbarkeit verschiedener PHP-Funktionen, um darüber Befehle auszuführen. Einige Angriffe würden auch das Anlegen unbefugter Adminkonten umfassen. Daher empfiehlt der Forscher, das Verzeichnis „/cache/“ zu überprüfen und auf neue Benutzerkonten zu achten.
Auch das auf WordPress-Sicherheit spezialisierte Unternehmen Defiant veröffentlichte einen Bericht zu den Auswirkungen des Vorfalls. Demnach wurden erste Sondierungsversuche im Zusammenhang mit wp2shell in der Nacht des 17. Juli registriert, kurz nachdem WordPress die Schwachstellen behoben hatte. Nur 13 Minuten später sei ein eindeutiger SQL-Injection-Angriffsversuch erfolgt. Administratoren von WordPress-Websites sollten umgehend auf die gepatchte Version 7.0.2 aktualisieren, die Protokolldateien auf Anfragen im Zusammenhang mit wp2shell durchsuchen, installierte Plugins prüfen sowie nach unbefugt hinzugefügten PHP-Dateien suchen. Und auch hier gilt der Tipp, neu angelegte Administratorenkonten zu prüfen.
Searchlight Cyber hat mit dem „wp2shell checker“ ein Webseite eingerichtet, über die WordPress-Nutzer feststellen können, ob ihre Instanz anfällig ist. Und auch Yutaka Sejiyama, Forscher bei Macnica, hat ein Dashboard erstellt, das die Patch-Rate zu wp2shell live verfolgt. Bisher liegt diese bei 81,6 Prozent, basierend auf einer Stichprobe von 124.580 untersuchten Websites. Weltweit nutzen rund 500 Millionen Webseiten WordPress.
In dem Blogbeitrag von Searchlight Cyber titelt Kues recht provokant „Exploit-Broker zahlen 500.000 US-Dollar für eine WordPress-RCE-Schwachstelle. Ich habe eine mit GPT-5.6 Sol Ultra und 25 US-Dollar gefunden.“ Während es zwar nach wie vor Hersteller gibt, die Sicherheitsforschern für besonders brisante Exploits mehrere Hunderttausend Dollar zahlen, will Kues damit vermutlich darauf hinweisen, dass diese Summen, die oftmals im Rahmen von Bug-Bounty-Programmen ausbezahlt werden, künftig nicht mehr so hoch ausfallen dürften. Schließlich habe er wp2shell mithilfe des Large Language Models GPT-5.6 Sol Ultra von OpenAI gefunden. Bis er die Exploit-Kette entdeckte, habe er 25 Dollar und zehn Stunden an Zeit investiert.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
* Hinweis zum EPSS-Score: Das Exploit Prediction Scoring System zeigt die Wahrscheinlichkeit in Prozent an, mit der eine Schwachstelle innerhalb der nächsten 30 Tage ausgenutzt wird. Der entsprechende Score kann sich im Laufe der Zeit verändern. Sofern nicht anders angegeben, beziehen wir uns auf den Stand des EPSS-Scores zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Artikels.