Mehrere Schwachstellen Aktiv ausgenutzter Pfadfehler in JFrog Artifactory

Von Melanie Staudacher 2 min Lesedauer

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Eine Schwachstelle in JFrog Artifactory erlaubt authentifizierten Angreifern, Daten außerhalb ihres Docker-Cache-Pfads zu schreiben. Trotz eines CVSS-Scores von 5.3 wird die Sicherheitslücke aktiv ausgenutzt. Weitere Schwach­stellen erfordern Aufmerksamkeit.

JFrog Artifactory ist von mehreren Schwachstellen betroffen. Eine davon ermöglicht es Angreifern über einen Pfadfehler beliebige Dateien auf dem Server auszulesen oder zu manipulieren.(Bild:  Gemini / Vogel IT-Medien GmbH / KI-generiert)
JFrog Artifactory ist von mehreren Schwachstellen betroffen. Eine davon ermöglicht es Angreifern über einen Pfadfehler beliebige Dateien auf dem Server auszulesen oder zu manipulieren.
(Bild: Gemini / Vogel IT-Medien GmbH / KI-generiert)

JFrog hat die Schwachstelle EUVD-2026-57256 / CVE-2026-66384 (EPSS-Score* 0.58) in Artifactory behoben. Zwar erhielt sie nur einen mittleren CVSS-Score von 5.3, doch die US-amerikanische CISA nahm die Sicherheitslücke am 27. August 2026 in ihren Katalog aktiv ausgenutzter Schwachstellen auf, was bedeutet, dass sie aktiv ausgenutzt wird.

Schreibzugriff über den Docker-Cache hinaus

Artifactory ist eine Plattform zur zentralen Speicherung und Verwaltung von Softwarepaketen, Abhängigkeiten und anderen Entwicklungsartefakten. Unternehmen verwenden sie unter anderem als internes Repository für Docker-Images und Softwarepakete.

Unter bestimmten Bedingungen kann ein authentifizierter Benutzer für Remote-Repositories Daten außerhalb des vorgesehenen Docker-Cache-Pfads speichern. JFrog ordnet die Schwach­stelle der Kategorie CWE-22 zu. Das bedeutet, dass der Pfad nicht ausreichend auf das dafür vorgesehene Verzeichnis begrenzt wird. Dadurch kann ein Angreifer unberechtigte Än­de­rungen außerhalb des Cache-Verzeichnisses vornehmen.

Die Ausnutzung erfordert laut CVSS-Bewertung Netzwerkzugriff, niedrige Benutzerrechte und keine Interaktion eines weiteren Benutzers. Die Angriffskomplexität ist allerdings hoch. Betroffen sind JFrog-Artifactory-Versionen vor 7.146.35 sowie die Versionen 7.161.0 bis einschließlich 7.161.15. JFrog hat den Fehler in den selbst verwalteten Versionen 7.146.35 und 7.161.16 behoben. Cloud-Umgebungen wurden nach Angaben des Herstellers bereits abgesichert, sodass dort keine Maßnahmen durch Kunden erforderlich sind.

Betreiber selbst verwalteter Artifactory-Installationen sollten abhängig von ihrem Versionszweig mindestens auf 7.146.35 beziehungsweise 7.161.16 aktualisieren. Da JFrog inzwischen neuere Wartungsversionen veröffentlicht hat, empfiehlt sich grundsätzlich die jeweils aktuelle, für den eingesetzten Versionszweig vorgesehene Version. Für JFrog-Cloud-Instanzen ist laut Hersteller keine Kundenaktion erforderlich.

Weitere Schwachstellen in aktuellen Artifactory-Versionen

Neben EUVD-2026-57256 / CVE-2026-66384 veröffentlichte JFrog Ende August fünf weitere Sicherheitshinweise für Artifactory. Die am gefährlichsten eingestufte Sicherheitslücke ist EUVD-2026-67861 / CVE-2026-82329 (CVSS-Score 9.8, EPSS-Score 0.38). Der Au­then­ti­fi­zie­rungs­fehler kann laut JFrog in der Standardkonfiguration einem nicht angemeldeten Angreifer mit Netzwerkzugriff administrative Berechtigungen verschaffen. Betroffen sind die Ver­si­ons­zweige 7.111, 7.117, 7.125, 7.133, 7.146 und 7.161. Für selbst verwaltete Instanzen stehen die korrigierten Versionen 7.111.21, 7.117.28, 7.125.20, 7.133.29, 7.146.38 und 7.161.20 bereit, Cloud-Instanzen wurden laut Hersteller bereits abgesichert.

Als hoch eingestuft wurde EUVD-2026-65518 / CVE-2026-70551 (CVSS-Score 8.5, EPSS-Score 0.18), eine Server-Side-Request-Forgery-Schwachstelle (SSRF) in VCS-Remote-Repositories. Ein Nutzer mit Leseberechtigung für ein solches Repository kann dessen konfigurierte Quelle ersetzen oder eine absolute VCS-Daten-URL übermitteln. Dadurch kann Artifactory Anfragen an nicht vorgesehene Ziele senden. JFrog hat die Schwachstelle in Artifactory 7.146.36 und 7.161.19 geschlossen.

Außerdem schloss der Hersteller die Sicherheitslücken EUVD-2026-65546 / CVE-2026-70550 (CVSS-Score 6.5, EPSS-Score 0.21) und EUVD-2026-65543 / CVE-2026-70548 (CVSS-Score 3.5, EPSS-Score 0.18) ebenfalls mit den Versionen 7.161.19, 7.146.36 sowie 7.146.29.

* Hinweis zum EPSS-Score: Das Exploit Prediction Scoring System zeigt die Wahrscheinlichkeit in Prozent an, mit der eine Schwachstelle innerhalb der nächsten 30 Tage ausgenutzt wird. Der ent­sprechende Score kann sich im Laufe der Zeit verändern. Sofern nicht anders angegeben, beziehen wir uns auf den Stand des EPSS-Scores zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Artikels.

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