Angriff auf Daten im Arbeitsspeicher

RAM Scraper sind keine flüchtige Gefahr

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Ein großer Arbeitsspeicher hat auch Nachteile

RAM Scraper könnten in Zukunft sogar noch mehr Möglichkeiten finden, ungeschützte Daten aus dem Arbeitsspeicher zu lesen. Anwender achten auf eine möglichst große Kapazität des Arbeitsspeichers – Notebooks mit acht und mehr Gigabyte (GB) RAM sind beispielsweise keine Seltenheit mehr.

Dieses Überangebot an Arbeitsspeicher kann Softwareentwickler dazu verleiten, dass ihre Anwendungen den Arbeitsspeicher nicht so schnell räumen, wie es eigentlich möglich und notwendig wäre. Unter Umständen sind dann zum Beispiel sensible Daten wie Passwörter länger ungeschützt im Arbeitsspeicher, als es dem Anwender lieb sein sollte.

RAM Scraper im BYOD-Zeitalter

Anstatt nur möglichst viel Arbeitsspeicher bei einem neuen Notebook einzukaufen, sollten Anwender zusätzlich auf einen TPM-Chip (Trusted Platform Module) achten. Dann werden die Schlüssel für die Verschlüsselungslösung nicht in den Arbeitsspeicher geladen, sondern innerhalb des TPM-Chips genutzt und abgelegt.

Der IT-Sicherheit im Unternehmen ist dies klar, dem einzelnen Anwender aber nicht. In Zeiten von BYOD (Bring Your Own Device) und zunehmender Telearbeit vom Home-Office aus sollten die Anwender entsprechend instruiert werden, wenn sie private Notebooks betrieblich nutzen sollen oder möchten.

Zeichen für mangelnde Umsetzung von PCI DSS

RAM Scraper sind weiterhin eine Bedrohung, weil elementare Sicherheitsmaßnahmen nicht umgesetzt werden; darunter auch Abwehrmechanismen, die zum Beispiel von PCI DSS gefordert werden und deshalb bei POS-Systemen nicht hätten auftreten dürfen.

So zeigt zum Beispiel der Verizon 2011 Payment Card Industry Compliance Report (PDF, 1,7 MB), dass gerade im Bereich Tracking und Monitoring Nachholbedarf besteht. Ändert sich dies nicht, werden RAM Scraper kaum aus den Berichten über Datenverluste verschwinden.

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