Nach Störung mehrerer Flughäfen weltweit Mutmaßlicher Cyberangriff auf Nürnberger Fluggesellschaft

Von Melanie Staudacher 2 min Lesedauer

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Die Ransomware-Gruppe „J Group“ behauptet, fast drei Terabyte an Kunden­daten, Geschäftsdokumente und technischen Unterlagen der Nürnberger Flug­ge­sellschaft FAI Aviation erbeutet zu haben – und das eine Woche nachdem ein Ransomware-Angriff mehrere Flughäfen in Europa störte.

Die Nürnberger FAI Aviation Group ist mutmaßlich Opfer der jungen Ransomware-Gruppe „J Group“ geworden, die laut eigenen Angaben 2,8 Terabyte an Kunden-, Mitarbeiter- und technischen Daten entwendet hat.(Bild:  putilov_denis - stock.adobe.com)
Die Nürnberger FAI Aviation Group ist mutmaßlich Opfer der jungen Ransomware-Gruppe „J Group“ geworden, die laut eigenen Angaben 2,8 Terabyte an Kunden-, Mitarbeiter- und technischen Daten entwendet hat.
(Bild: putilov_denis - stock.adobe.com)

Auf der Darkweb-Seite der Ransomware-Gruppe „J Group“ tauchte jüngst der Name der FAI Aviation Group auf, einer Charterfluggesellschaft aus Nürnberg. Die Akteure behaupten, Kun­den- wie auch Mitarbeiterdaten gestohlen zu haben. Cybernews zufolge seien auch tech­nische und medizinische Daten gestohlen worden. Eigenen Angaben zufolge hat FAI knapp 300 Mit­arbeitende an den Standorten in Nürnberg, Dubai und Bahrain.

Fast 3 TB Daten gestohlen

J Group will 2,8 Terabyte an Daten gestohlen haben. Auf der Leak-Webseite listet die Gruppe auf, welche Daten sie erbeutet habe. Neben Ausweisdokumenten von Privatpersonen sowie kli­ni­schen Informationen über diese, seien darunter auch Geschäftsdokumente, wie Budget- und Kostenübersichten, Preislisten von Lieferanten und Projekten sowie Flugzeug- und Aus­rüs­tungs-Handbücher, zu denen Spezifikationen und Datenblätter für Fluganzeigen-Systeme gehören.

Das Team von Cybernews hat die Beispieldaten, die der Meldung im Darknet angehängt war, untersucht. Es habe darin nur eine Textdatei mit einem Datenbaum mit Datei- und Ordner­namen gefunden. Darin enthalten seien Dokumente für Mitarbeiterschulungen, Prü­fungs­dokumente, Flugzeugspezifikationen, Lebensläufe und Ausweiskopien gewesen. Solche Infor­mationen werden in der Regel für Identitätsdiebstahl und Betrug missbraucht. Gleich­zeitig kann es sein, dass J Group FAI mit den gestohlenen Daten erpressen will. Ob ein Erpresser­schreiben vorliegt, ist nicht bekannt.

Zusammenhang mit Ransomware-Angriff auf Berliner Flughafen?

Die Meldung zu dem mutmaßlichen Datendiebstahl bei FAI folgt eine Woche, nachdem ein Cyberangriff auf den Berliner Flughafen dort für massive Störungen gesorgt hat. Die Cyber­sicher­heitsagentur der Europäischen Union (Enisa) konnte herausfinden, dass es sich dabei um eine Ransomware-Attacke gehandelt hat. Sie konnte auch die Malware-Familie identifizieren, dazu sind jedoch keine Informationen bekannt. Ob J Group an der Ransomware-Attacke beteiligt war, die auch Flughäfen in London, Dublin, Zürich und Brüssel betraf, ist unklar.

Wer steckt hinter J Group?

J Group ist eine noch sehr junge Ransomware-Gruppe. Watchguard zufolge wurde sie erstmals im Februar 2025 auffällig. Dennoch habe sie bereits mehrere Unternehmen aus diversen Branchen weltweit erfolgreich kompromittiert. Laut Cybernews waren es bisher sogar mindestens 32 Organisationen. Threat-Monitoring-Berichten zufolge nutzt J Group Double Extortion, also ein Modell der doppelten Erpressung. Dabei verschlüsseln Cyberkriminelle nicht nur die Daten ihres Opfers, sondern stehlen sie auch und drohen mit deren Veröffentlichung, um zusätzlichen Druck für die Lösegeldzahlung aufzubauen.

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