Ransomware-Angriffe setzen zunehmend auf psychologische Täuschung, staatliche Akteure und breitere Angriffsflächen wie Cloud-Umgebungen und Insider. Unit 42, das Threat-Intelligence-Team von Palo Alto Networks, zeigt aktuelle Angriffstrends, enthüllt gefährliche Strategien und gibt Security-Verantwortlichen entscheidende Hinweise, wie Unternehmen ihre Abwehr effektiv anpassen müssen.
Angriffe mit Ransomware entwickeln sich technisch und taktisch rasant weiter. Der aktuelle Bericht von Unit 42, dem Threat-Intelligence-Team von Palo Alto Networks, analysiert die wichtigsten Entwicklungen im ersten Quartal 2025.
Immer mehr Unternehmen erkennen Cyberangriffe frühzeitig und können Angreifer im Netzwerk bereits stoppen, bevor größerer Schaden entsteht. Trotzdem bleibt die Zahl erfolgreicher Ransomware-Vorfälle hoch. Unit 42 beobachtet dabei eine zunehmende Aggressivität der Angreifer sowie neue Taktiken, um Unternehmen unter Druck zu setzen und höhere Zahlungen zu erzwingen. In ihrem Global Incident Response Report 2025 zeigen die Experten, dass in 86 Prozent der Fälle Ransomware-Angriffe zu spürbaren Störungen im Geschäftsbetrieb führten. Ein weiterer Bericht von Unit 42 analysiert die wichtigsten Ransomware-Trends im ersten Quartal 2025.
Täuschung statt Technik
Nicht jeder Erpressungsversuch beginnt mit einem erfolgreichen IT-Angriff. Immer häufiger versuchen Bedrohungsakteure, Unternehmen mit falschen oder veralteten Informationen unter Druck zu setzen. Beispielsweise erhielten mehrere Führungskräfte im März 2025 Drohbriefe vom angeblichen Absender BianLian, einer Ransomware-Gruppe. Allerdings konnten die Vorfälle nicht mit einem tatsächlichen Angriff in Verbindung gebracht werden, was auf eine bewusste Täuschung hindeutet. Darüber hinaus nutzten einige Täter alte Datensätze aus früheren Angriffen, um Unternehmen erneut zu erpressen. Psychologischer Druck wird dabei immer häufiger als Angriffsstrategie eingesetzt. Ihr Ziel: Unsicherheit erzeugen und Zahlungen erzwingen – auch ohne neue Sicherheitsverletzung.
Im Oktober 2024 beobachtete Unit 42 erstmals, wie eine staatlich gesteuerte nordkoreanische Hackergruppe namens Jumpy Pisces mit einer Ransomware-Gruppe zusammenarbeitete. Die Gruppe nutzte bestehende Ransomware-Infrastruktur und agierte vermutlich als Zugangsbeschaffer für Fiddling Scorpius, die Play-Ransomware verbreitet. Seither fanden die Analysten weitere Hinweise auf ähnliche Aktivitäten nordkoreanischer Akteure. Im März 2025 setzte die Gruppe Moonstone Sleet Qilin-Ransomware bei mehreren Angriffen ein.
Breitere Angriffsflächen, mehr Risiko
Ransomware-Gruppen entwickeln ihre Methoden stetig weiter. Sie nutzen gezielt sogenannte EDR-Killer, um Sicherheitstools außer Kraft zu setzen und unbemerkt Daten zu verschlüsseln. In einem Fall konnte das Team der Unit 42 einen solchen Angriff stoppen und dabei wertvolle Erkenntnisse über Tools und Taktiken der Täter gewinnen. Gleichzeitig weiten Angreifer ihre Ziele aus – etwa auf Cloud-Umgebungen, virtuelle Server sowie Linux- und macOS-Systeme. Zunehmend rücken auch Insider in den Fokus, wie ein Bericht von Unit 42 zeigt: Besonders besorgniserregend sind nordkoreanische IT-Kräfte, die sich mit KI-generierten Identitäten Remote-Stellen in westlichen Unternehmen sichern. Nach ihrer Enttarnung setzen sie gestohlene Daten gezielt für Erpressungsversuche ein und gehen teilweise so weit, Quellcode zu veröffentlichen. Derlei Aktivitäten verbinden klassische Spionage mit kriminellen Geschäftsmodellen und erhöhen das Risiko für Unternehmen weltweit.
Im ersten Quartal 2025 war RansomHub mit über 250 Vorfällen die aktivste Ransomware-Gruppe. Besonders häufig betroffen waren Unternehmen in den USA, Kanada, Großbritannien und Deutschland. Die Fertigungsindustrie bleibt dabei besonders anfällig – nicht nur wegen veralteter Systeme, sondern auch aufgrund der hohen Kosten, die selbst kurze Produktionsunterbrechungen verursachen.
Insgesamt zeigt sich ein klares Bild: Ransomware-Angriffe sind gezielter, professioneller und vielseitiger geworden. Technische Raffinesse und psychologischer Druck werden gezielt für politische Interessen eingesetzt. Unternehmen sollten ihre Sicherheitsstrategien regelmäßig hinterfragen, Mitarbeitende sensibilisieren und neue Angriffsvektoren wie Cloud-Infrastrukturen oder Insider Threats konsequent mitdenken, um der wachsenden Gefahr wirksam zu begegnen.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.