The Global Cost of Ransomware Erschreckende Zahlen zu Ransomware-Attacken weltweit

Von Melanie Staudacher 3 min Lesedauer

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Ein aktueller Report zeigt nicht nur, wie viel eine Ransomware-Attacke Unternehmen kostet. Sondern auch, was die Gründe für die Bezahlung des Lösegeldes sind und warum Unternehmen die Vorfälle nur selten melden.

In jedem Unternehmen wird Ransomware vermutet. So hoch sind die Kosten eines tatsächlichen Datendiebstahls und so gehen die Betroffenen damit um.(Bild:  jamdesign - stock.adobe.com)
In jedem Unternehmen wird Ransomware vermutet. So hoch sind die Kosten eines tatsächlichen Datendiebstahls und so gehen die Betroffenen damit um.
(Bild: jamdesign - stock.adobe.com)

Ransomware-Angriffe beeinträchtigen die Geschäftsabläufe und führen zu finanziellen Verlusten. Gemeinsam mit dem Ponemon Institute hat der Hersteller Illumio untersucht, wie hoch die Kosten einer solchen Malware-Attacke tatsächlich sind. Für den Report „The Global Cost of Ransomware“ haben sie 2.547 IT- und Cybersicherheitsexperten in den USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Australien und Japan befragt. Alle Teilnehmer sind für die Abwehr von Ransomware-Angriffen in ihren Organisationen verantwortlich.

Obwohl die befragten Unternehmen ihre Fähigkeiten, einen erpresserischen Angriff abzuhalten, als hoch einschätzen, haben weltweit nur zwölf Prozent noch keinen Befall erlebt. Wobei immer davon ausgegangen werden muss, dass Ransomware-Attacken unbemerkt bleiben können. 13 Prozent der Befragten weltweit gehen davon aus, pro Monat mehr als zehn unentdeckte Ransomware-Vorfälle zu haben. Bei elf Prozent der Befragten waren bei einem Vorfall mehr als 50 Prozent der kritischen Systeme betroffen. Und bei 19 Prozent waren diese Systeme mehr als 24 Stunden offline.

Während 51 Prozent der Unternehmen das geforderte Lösegeld bezahlte, haben nur 28 Prozent den Ransomware-Vorfall einer Strafverfolgungsbehörde gemeldet. Und in nur 45 Prozent der Fälle haben die Erpresser nach Bezahlung des Lösegeldes einen Entschlüsselungsschlüssel bereitgestellt.

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Betriebsunterbrechungen und Image-Schäden

55 Prozent der deutschen Unternehmen, die von einem Ransomware-Angriffe betroffen waren, mussten den Betrieb herunterfahren. Weitere 45 Prozent berichteten von erheblichen Umsatzeinbußen. 36 Prozent sahen sich gezwungen, Stellen abzubauen und 35 Prozent haben als Folge der Attacke Kunden verloren.

Bei ihren Angriffen fokussierten sich die Cyberkriminellen auf kritische Systeme, um maximalen Schaden zu verursachen. Konkret ergab die Umfrage, dass Ransomware-Angriffe 24 Prozent der kritischen Systeme beeinträchtigten und diese durchschnittlich für zwölf Stunden ausfielen. Seit 2021 stieg die Zahl der Organisationen, die nach einem Ransomware-Angriffe schließen mussten, um sich davon zu erholen, von 45 Prozent auf 58 Prozent im Jahr 2024. Und die Zahl der Befragten, die einen erheblichen Umsatzverlust melden, stieg von 22 Prozent der Befragten auf 40 Prozent der Befragten. Ein Großteil der Kosten als Folge eines Cyberangriffs mit Verschlüsselung und Erpressung ergeben sich dem Report zufolge auch aus Reputationsschäden. Während 2021 noch 21 Prozent der Betroffenen von Markenschäden infolge eines Erpressungsversuchs berichten, sind es 2024 schon 35 Prozent.

Die Studienautoren haben auch abgefragt, welche Kostenpunkte die größte finanzielle Auswirkung auf das Unternehmen haben. Sie haben die Rankings der Jahre 2021 und 2024 gegenübergestellt, wobei Rang 1 bedeutet, dass die Kostenkategorie ein sehr große finanzielle Auswirkung bedeutete und Rang 6 eine geringe finanzielle Auswirkung widerspiegelte.

Kostenpunkte als Folge eines Ransomware-Angriffs Ranking in 2024 anking in 2021
Mit rechtlichen und regulatorischen Maßnahmen verbundene Kosten 2,21 1,65
Kosten für Leerlaufzeiten und Produktivitätsverluste der Benutzer aufgrund von IT-Sicherheitsmängeln 4,42 2,25
Kosten, die durch die Reaktion der Organisation auf Informationsmissbrauch oder -diebstahl entstehen 2,92 2,36
Kosten für technischen Support, einschließlich Forensik 3,86 3,34
Kosten im Zusammenhang mit Reputations- und Markenschäden aufgrund von IT-Sicherheitsmängeln 2,18 3,89
Umsatz- oder Einkommensverluste aufgrund von IT-Sicherheitsfehlern 2,59 4,58

Ransomware in Deutschland

Im Durchschnitt benötigen die befragten Unternehmen zur Eindämmung und Behebung eines Ransomware-Vorfalls 132 Stunden. Und im Schnitt beliefen sich die Kosten dafür auf 146.685 US-Dollar. Wie sich zeigte, investierten deutsche Unternehmen mehr Zeit und Geld in die Eindämmung von Ransomware als die anderen Länder. Im Schnitt benötigten deutsche Unternehmen 18,3 Mitarbeitende, die jeweils 149 Stunden arbeiteten, was der Studie zufolge länger ist als bei jedem anderen Land.

Ist Ihr Unternehmen davon überzeugt, dass seine aktuellen Sicherheitskontrollen es vor Ransomware schützen? In Deutschland waren sich die Befragten besonders sicher, dass die Sicherheitskontrollen ausreichen.(Bild:  Illumio)
Ist Ihr Unternehmen davon überzeugt, dass seine aktuellen Sicherheitskontrollen es vor Ransomware schützen? In Deutschland waren sich die Befragten besonders sicher, dass die Sicherheitskontrollen ausreichen.
(Bild: Illumio)

Insgesamt 290 Prozent der IT-Budgets weltweit für Mitarbeitende und Technologien aufgewendet, um Cyberattacken zu verhindern, zu erkennen und einzudämmen. Dennoch gibt es zu viele erfolgreiche Angriffe: In Deutschland waren 89 Prozent der Unternehmen waren bereits Opfer eines Ransomware-Angriffs, obwohl davon 59 Prozent von ihrer Security-Strategie überzeugt waren. Doch nur 28 Prozent setzten auf Mikrosegmentierung als Teil ihrer Sicherheitsmaßnahmen.

„Ransomware ist allgegenwärtiger und schädlicher denn je, doch nicht jeder Angriff muss zwangsläufig zu Betriebsunterbrechungen oder schwerwiegenden geschäftlichen Misserfolgen führen“, sagte Trevor Dearing, Director of Critical Infrastructure bei Illumio. „Unternehmen müssen auf betriebliche Resilienz setzen und dazu Maßnahmen wie Mikrosegmentierung ergreifen, die Angreifer daran hindern, kritische Systeme zu erreichen. Wenn Angriffe bereits frühzeitig eingedämmt werden, können Unternehmen ihre wichtigsten Systeme und Daten schützen und Millionenkosten für Downtime, Umsatzeinbußen und Reputationsschäden einsparen.“

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