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Europäische Firmen gehen Compliance-Fragen nicht aktiv an Risk Management, Compliance und Corporate Governance vernachlässigt

| Redakteur: Stephan Augsten

Risikomanagement und das Einhalten von Compliance-Regeln sind in europäischen Unternehmen eher reaktive Maßnahmen. Das hat eine Studie von der Economist Intelligence Unit in Zusammenarbeit mit Oracle ergeben. Doch dies verursacht einerseits hohe Kosten und verhindert zudem schnelle Geschäftsentscheidungen.

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Risikomanagement und das Einhalten von Compliance-Richtlinien erfolgt in Unternehmen nur reaktiv.
Risikomanagement und das Einhalten von Compliance-Richtlinien erfolgt in Unternehmen nur reaktiv.
( Archiv: Vogel Business Media )

An der Online-Befragung „Supporting Risk, Compliance and Governance Initiatives“ nahmen 195 Führungskräfte teil. Insgesamt räumten 61 Prozent der Befragten ein, dass Risikomanagement und die Einhaltung von Compliance-Richtlinien in ihren Unternehmen lediglich reaktiv erfolgen.

Dieses Ergebnis lässt sich insbesondere damit erklären, dass entsprechende Mitarbeiter-Ressourcen Mangelware sind: Über die Hälfte aller Befragten gab an, dass sich in ihrer Firma kein eigener Ausschuss aktiv mit Fragen aus dem Bereich Corporate Governance, Risikoprävention und Compliance auseinandersetzt.

Als wichtigste Vorteile einer integrierten Strategie für „Governance, Risk and Compliance“ (GRC) nannten die Befragten ein geringeres Risiko, höhere Effizienz sowie bessere Vertrauensbildung mit den Aktionären. Dennoch gehen viele Unternehmen dieses Thema sehr zögerlich an. Nur 13 Prozent der befragten Entscheider bewerten ihre GRC-Initiative als „stark integriert“.

Eine Mitschuld tragen die IT-Abteilungen vieler Firmen: Denn gerade einmal 45 Prozent der Studienteilnehmer glauben, dass ihre IT-Systeme GRC-Initiativen angemessen unterstützen würden. 27 Prozent der Befragten gaben an, dass Informationen, die sie für eine Überprüfung der Einhaltung von Compliance-Richtlinien benötigen, häufig nicht verfügbar oder unzureichend seien.

Brian Gregory, Senior Director, EBS Financials, Oracle EMEA, empfiehlt Unternehmen, „das Thema GRC mit einem ganzheitlichen, strukturierten und aktiven Ansatz anzugehen“. „Das gelingt am Besten durch die Einführung einer integrierten, Standard-basierten GRC Plattform“, meint Gregory.

Der Studie nach könne die Einstellung vieler europäischer Unternehmen zum Thema GRC nicht nur hohe Kosten produzieren und eine Gefahr bei der Einhaltung von Compliance-Richtlinien darstellen. Darüber hinaus behindere sie massiv schnelle und flexible Geschäftsentscheidungen.

Robin Bew, Editorial Director, Economist Intelligence Unit, verweist auf den zu erwartenden Anstieg an finanzwirtschaftlichen Vorschriften in Europa: „Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt für Unternehmen um sicherzustellen, dass Risikomanagement, die Einhaltung von Compliance-Richtlinien sowie Fragen der Betriebsführung in geordneter und strukturierter Weise in Angriff genommen werden.“

(ID:2015336)