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Wie sieht es mit der Integration des Virenschutzes in das Leakage Management aus?
Zwar steht der Virenschutz im Zentrum des Interesses bei der gemeinsamen Lösung von Trend Micro und BowBridge, die zugrunde liegende Technologie erlaubt aber das Scannen jeglicher Datei-Inhalte, die in oder aus dem SAP-System geladen werden sollen. Somit sind auch zukünftige Information-Leakage-Prevention-Lösungen – speziell im SAP-Umfeld denkbar und mit nur minimalen Modifikationen realisierbar.
Applikationszentrische Content-Security-Lösungen wie die von BowBridge und Trend Micro ersetzen dabei keinesfalls die Infrastruktur-Maßnahmen, sondern bilden lediglich eine weitere Sicherheitsschicht, zur expliziten Absicherung besonders kritischer Daten und Ressourcen – idealerweise unter Einbeziehung existierender und im Unternehmen bzw. in der Behörde bereits eingeführter Virenschutz-Produkte und -Technologien.
Welche Applikationen bzw. Bandbreite der schützenswerten Geschäftsprozesse sind damit abgedeckt?
Die kombinierte Lösung von Trend Micro und BowBridge erhält die zu überprüfenden Daten unmittelbar aus den Laufzeit-Umgebungen der SAP-NetWeaver-Plattform. Somit ist gewährleistet, dass jede Applikation – gleich ob Java- (J2EE) oder ABAP-basiert – diese neue Funktionalität nutzen kann.
Ab einem bestimmten NetWeaver Patch-Level (SPS13) werden bestimmte Funktionen automatisch über die Virus-Scan-Schnittstelle geleitet, sodass ein grundlegender Schutz auch ohne Anpassung der Applikationen realisiert wird. Somit sind all jene SAP-basierten Geschäftsprozesse geschützt, die auf einer mit AntiVirus Bridge und Trend Micro InterScan Web Security Suite/Appliance gesicherten Umgebung abgebildet werden.
Gibt es schon Beispiele und Szenarien aus der Praxis?
Klassische Anwendungsszenarien dieser neuen Lösung sehen wir vor allem im Bereich der Unternehmens-Portale, sowohl intern als auch extern, aber auch – nicht zuletzt wegen der klaren Empfehlung des BSI – im Bereich der Financials und Behörden. Insbesondere der aktuelle Trend zu Self-Service-Portalen der Industrie und Regierungsinstitutionen (e-Government) stellt einen interessanten Markt für diese Lösung in Aussicht.
Was ist sonst noch das Besondere?
Weiterhin einzigartig an der Lösung von BowBridge und Trend Micro ist der „Brückenschlag“ zwischen infrastruktur- und applikationsbasierter Content Security. Während AntiVirus Bridge die Daten der Applikationsschicht entgegen nimmt, wird das eigentliche Scanning von der InterScan WebSecurity Suite/Appliance vorgenommen.
Diese auf maximale Performance optimierten Lösungen, üblicherweise im Proxy-Umfeld eingesetzt, bieten die notwendige Performance und Skalierbarkeit, um auch große Datenmengen, wie sie in SAP-Systemen anfallen, zu scannen, ohne die Performance der eigentlichen Applikation nachteilig zu beeinflussen.
Die resultierende Gesamt-Performance ist dabei messbar besser als bei Scanner-Produkten, die auf dem SAP-Server selbst laufen – zumal diese auch die Performance der eigentlichen Applikationen beeinträchtigen. Durch diese klare Trennung von Applikations- und Sicherheits-Funktionalität ergibt sich weiterhin der Vorteil der administrativen Trennung von SAP-Applikationsmanagement und Sicherheitsmanagement, die üblicherweise von unterschiedlichen Personen/Abteilungen verantwortet werden.
Dieses Interview stammt aus der Mai/Juni-Ausgabe unserer Fachzeitschrift INFORMATION SECURITY. Wenn Sie Beiträge wie diesen und weitere hochklassige Analysen und Produkttests in Zukunft regelmäßig und kostenlos nach Hause geliefert bekommen möchten, registrieren Sie sich jetzt bei Security-Insider.de (Link unten). Mit dem Experten-Know-how von INFORMATION SECURITY finden Sie dann künftig mehr Zeit für die wichtigen Dinge Ihres Jobs!
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