Auf der Konferenz A3 Technology Live, die in Paris stattfand, stellten Scality, StorMagic und die israelische Firma Xinnor neue Storage-Produkte vor. Der dänische Anbieter Keepit erklärte seine Cloud-Data-Protection-Lösung erneut. StorMagic will Mitte Juni seine erste HCI-Lösung vorstellen, um Nutanix das Wasser abzugraben.
Auf der jüngsten „A3 Technology Live“ stellte Scality Version 3.0 seiner Objektspeicher-Software Artesca mit Fokus unter anderem auf Datensicherheit vor. Doch auch die präsentierten Neuheiten der anderen Storage-Anbieter sind zukunftsweisend.
Scality stellte die Version 3.0 seiner Storage-Software Artesca vor. Während Scality RING für sehr große Installationen gedacht ist, richtet sich Artesca an Endbenutzer, etwa in Fachabteilungen. Es ist auf leichte Bedienbarkeit in On-Premises-Umgebungen ausgerichtet, bietet aber dennoch volle Backup-&-Recovery-Funktionalität. Die Version erfindet dafür das Rad nicht neu, sondern ist eng mit Veeam integriert.
Artesca 3.0 ist „Veeam Ready“-validiert für Veeam-High-Performance-Tier-Implementierungen auf hybriden und All-Flash-Storage-Servern. Die Version ist zudem „VMware Instant Recovery Ready“, mit „hoher“ Leistung auf All-Flash-Servern. Sie bietet Kompatibilität mit Veeam Backup & Replication, Veeam Backup für Microsoft 365 und Veeam Kasten in einem einzigen System. Außerdem lässt sie sich dank des integrierten Veeam-Assistant als Ransomware-geschütztes Veeam-Repository konfigurieren. Version 3 ist zudem auf einer schlüsselfertigen Hardware-Appliance für Veeam (auf Supermicro-Servern) zu erwerben, mit einem Schnellstart-Assistenten für die Integration in Netzwerkumgebungen.
Neu ist weiterhin die für einen S3-Objektspeicher sehr hohe Datensicherheit, die vor allem gegen Ransomware schützen soll. Diese Cyber-Resilienz nennt Scality „CORE5“, weil sie auf fünf Ebenen umgesetzt wird: von der API, den Daten, der Speicherung über die Geografie bis hin zur Architektur.
1. API-Ebene: Die über die S3-Objektsperre implementierte Unveränderlichkeit der Daten bietet leistungsstarken Schutz, da sie sicherstellen soll, dass Backups direkt nach der Erstellung nicht mehr verändert werden können. Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) und Zugriffskontrolle sollen Administratoren helfen, Schutzverletzungen durch Mitarbeiter zu verhindern.
2. Datenebene: Mehrere Sicherheitsmaßnahmen auf Datenebene sollen verhindern, dass Angreifer auf gespeicherte Daten zugreifen und diese aus dem System ausschleusen können.
3. Speicherebene: Fortschrittliche Verschlüsselungstechniken sollen die Zerstörung oder Exfiltration von Backups verhindern, indem sie gespeicherte Daten für Angreifer unleserlich machen. Das funktioniert laut Scality selbst dann, wenn sie gestohlene Zugriffsrechte nutzen, um übergeordnete Schutzmaßnahmen zu umgehen.
4. Standort-Ebene: Durch die laut Hersteller einfache, preiswerte Speicherung von Daten an mehreren Standorten gingen Daten auch dann nicht verloren, wenn ein ganzes Rechenzentrum angegriffen werde.
5. Architektur-Ebene: Die intrinsisch unveränderliche Kernarchitektur soll sicherstellen, dass einmal gespeicherte Daten immer in ihrer ursprünglichen Form verbleiben, selbst wenn ein Angreifer die erforderlichen Zugriffsrechte erhält und die Unveränderlichkeit auf API-Ebene umgeht.
Maximale Compliance
Das Artesca-Design entspricht laut Scality der US Executive Order 14028 „Improving the Nation’s Cybersecurity“ und den Grundsätzen der Zero-Trust-Architektur, einschließlich erzwungener Authentifizierung und End-to-End-Datenverschlüsselung.
Mit Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) für Admin-Benutzer könnten jetzt Zugangsrichtlinien global durchgesetzt werden, um Administratoren- und Datenmanagerkonten bei der Anmeldung zusätzlich zu schützen. Die Integration mit Microsoft Active Directory (AD) sei jetzt direkt über die sichere Administrationsbenutzeroberfläche konfigurierbar.
Die Konformitätsprüfung erfolge gemäß dem Center for Internet Security (CIS) mithilfe der OpenSCAP-Projekttools für durchgehende Einhaltung der CIS-Cybersicherheitsempfehlungen, einschließlich Passwortstärke basierend auf Länge, Komplexität und Verlauf.
Artesca 3.0 verfügt über erweiterte Sicherheitseinstellungen des integrierten Betriebssystems, die den Root-Zugriff verbieten, einschließlich Remote-Shell oder als Root. Der Admin-Zugriff wird nur über eine systemdefinierte Artesca-OS-Benutzeridentität gewährt, die dem Grundsatz der kleinstmöglichen Zahl an Berechtigungen folgt.
Neu sind eine Software-Bill-of-Materials (SBOM) mit Komponenten und Lieferanten, die auf CVEs gescannt und kontinuierlich gepatcht werden, um den Kunden Einblick in ihre Software-Lieferkette zu geben, sowie automatische Betriebssystem-Updates, um Sicherheitslücken schnell zu schließen.
Artesca verfügt laut Hersteller über eine erhöhte Kapazität von 8,5 PB, mit Unterstützung von führenden High-Density-Servern und einer noch größeren Auswahl an Speicher-Hardware sowie erweiterter Unterstützung für mehrere Arten von Flash-Laufwerken. Der Hersteller garantiert die hohe Datenbeständigkeit für High-Density-Flash-Laufwerke und Festplatten mit verbessertem Dual-Level-Erasure-Coding.
Die Scality-Strategie für seine RING-Software verfolgt nach den Worten von CEO Jerome Lecat das Ziel, Objektspeicher für geteilte Cloud-Umgebungen bereitzustellen. Die Lösung skaliere auf bis zu 10 Exabyte in hybriden Flash-und-HDD-Umgebungen. Die präsentierte Roadmap zeigt eine klare Planung für die nächsten zehn Jahre, bis zur Version v11.
StorMagic
Das britische Unternehmen StorMagic ist einer der wenigen Speicherhersteller, die sich in privater Hand befinden, hat aber eine lukrative Nische für seine Storage-Software gefunden: den Netzwerkrand (Edge) und die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Außerdem verfügt das Unternehmen mit HPE über einen großen Distributor, der global vertreten ist: „Wir sind auf der HPE-Preisliste“, verriet Mark Christie, der Director of Technical Services, „also ziemlich gut sichtbar.“
StorMagic SvSAN – eine Software-definierte Lösung für Hochverfügbarkeit – erfordere nicht drei, sondern nur zwei Server, und das trage zu dem erschwinglichen Preis von höchstens 10.000 US-Dollar pro System bei: „Einfach, flexibel, zuverlässig, einmal einstellen und vergessen“, fasste Christie die Vorzüge zusammen. Die Hochverfügbarkeit nicht zu vergessen. Mit Flexibilität meint er die Option, die Backup-Software auf praktisch jedem System installieren zu können, denn ein Hypervisor macht’s möglich: KVM, Microsoft HyperVM und VMware.
Stand: 08.12.2025
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HCI
VMware war das Stichwort, um die kommende Neuheit „SvHCI“ ankündigen zu können. Denn nach dem Lizenzdesaster, mit dem Broadcom seine KMU-Kunden derzeit ignoriere, würden viele davon nach einer Alternative suchen, so Christie. SvHCI biete, nomen est omen, eine vollständige Hyperkonvergenz-Infrastruktur (HCI). Das erste Release werde 16 x86-Server-Marken unterstützen – nicht viel im Vergleich zu den 60 Servern, die Nutanix unterstütze. Aber dafür biete SvHCI einen Block Storage viel günstiger an. Die Channel-only-Strategie ziele besonders auf VARs an, und HPE sei ein Türöffner besonders zum deutschen Markt.
Der israelische Anbieter Xinnor hat sich auf innovative RAID-Systeme spezialisiert. Solche Systeme machen Speichersysteme widerstandsfähig und flexibel, insbesondere in Hochleistungsanwendungen wie HPC, KI, Edge oder die Medienindustrie. Chief Revenue Officer Davide Villa versicherte, der Firmengründer strebe danach, die „schnellste RAID-Engine im Markt entwickeln“ zu wollen, die über 100 PB Daten verwalten könne. Mit über 20 Vertriebspartnern sei Xinnor in vielen Ländern vertreten. Zu den Technologiepartnern gehören neben Nvidia auf ARM, Western Digital und BeeGFS (für den HPC-Markt), aber auch Kioxia, Atto, LinBit und ScaleFlux.
Xinnor bietet die besagte RAID-Engine in den Version xiRAID Classic und XiRAID Opus an. Classic nutze die Leistung von NVME-Flash-Memory aus, Opus optimiere seine Leistung im „User Space“. Es gebe mittlerweile viele RAID-Typen, und Xinnor unterstütze die meisten, mit bis zu 64 Laufwerken in einem RAID auf einem x86-Server. Die Fähigkeit der Hochverfügbarkeit soll bereits seit Anfang Juni verfügbar sein. „Die großen Cloud-Storage-Provider [CSP] brauchen uns nicht“, bekannte CRO Villa, daher wende sich Xinnor an CSPs aus der zweiten Reihe, die dedizierten KI-Speicher anböten.
Xinnor bietet nicht nur Technologie, sondern auch eine RAID-Lösung namens xiStore an. Die in Japan gebaute Appliance richte sich an den HPC-Markt. Die nächste Stufe werde die xiStore Cloud Architecture bilden. Sie baue auf xiRAID Opus und VMs auf und lasse sich unter anderem auf der Nvidia-Architektur „Bluefield“ einsetzen. Die übernächste Stufe sehe die Unterstützung von serverlosem, disaggregiertem Speicher für KI-Zwecke vor.
Keepit
Die Data-Protection-Lösung von Keepit, die in der eigenen Cloud betrieben wird, wurde bereits zweimal auf Storage-Insider vorgestellt. Kim Larsen, der CISO, versicherte, dass Keepit mit der neuen NIS-Vorgabe ebenso konform sein werde wie mit dem NIST-Framework für den Datenlebenszyklus.
Zweck der Backup-Lösung ist die Sicherung von SaaS-Anwendungen wie MS365, daher weist Keepit eine große Zahl solcher Konnektoren auf. Ein interessantes Detail: Keepit-Partner MS Azure verlangt im Unterschied zu AWS keine Egress-Gebühren für die Datenentnahme. Das kann für die Kunden einen wichtigen Vorteil bieten, so dass Keepit seine Gebühren pro Monat und User niedrig halten kann. Der Umfang der gesicherten Daten liege derzeit bei 2,5 PB. Die Frage, ob ein KI-Copilot geplant sei, wurde mit einem diplomatischen „Vielleicht“ beantwortet.
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