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Neuer Unisys Security Index 2019 Sicherheitsbedenken der Deutschen schwinden

| Autor / Redakteur: Dr. Uwe Heckert / Peter Schmitz

Drei Jahre in Folge schwinden die Sicherheitsbedenken der Deutschen nun schon. Die oft zitierte „German Angst“ ist im aktuellen Security Index von Unisys erneut nicht zu erkennen – mit 123 von 300 USI-Zählern ist der nationale Sorgen-Index so niedrig wie nie. Nach den Niederländern (USI 115) stehen wir auf Platz zwei des Index und sind somit angstfreier als die meisten anderen Nationen. Ganz furchtlos sind wir aber natürlich nicht. Wovor haben wir also die meiste Angst?

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Die „German Angst“ scheint passé – doch im digitalen Raum gibt es Bedenken.
Die „German Angst“ scheint passé – doch im digitalen Raum gibt es Bedenken.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Der neue Unisys Security Index 2019 zeigt eines durchaus signifikant: Die Deutschen haben zurzeit relativ wenig Angst vor der Zukunft. Egal ob mit Blick auf Großveranstaltungen wie Fußballspiele und Festivals, die nationale Sicherheit, die eigene körperliche Unversehrtheit oder die persönliche finanzielle Absicherung.

Der Unisys Security Index (USI) wird jedes Jahr als Momentaufnahme des globalen Sicherheitsgefühls erstellt. 2019 wurden erneut 13 Länder in der Befragung betrachtet. Das Bild der 1034 in Deutschland befragten Personen ist eindeutig: Deutschland hat so wenige Bedenken wie nie und blickt offenbar relativ sorgenfrei in die Zukunft. Aber besonders ein Themenbereich stimmt viele nachdenklich – IT Sicherheit und die digitale Welt. Kaum etwas ängstigt die Befragten mehr als der digitale Wandel und mögliche Gefahren im Cyberspace. Mit 135 von 300 Punkten liegt der Indexwert des Teilbereichs „Internet“ 12 Zähler über dem Deutschland-Schnitt insgesamt. Das zeigt, dass für viele Verbraucher der digitale Raum mit einigen Fragezeichen versehen ist. Bedenken werden hier natürlich zusätzlich durch große Hackerangriffe wie WannaCry oder CapitolOne weiter verstärkt.

Auch international Bedenken im digitalen Raum

Deutschland steht aber im Vergleich zu anderen Ländern hier trotzdem noch relativ moderat da. Selbst die insgesamt noch „furchtlosen“ Niederlande erreichen im Teilbereich Digitales einen Wert von 131. Unsere Nachbarn zeigen hier eindrucksvoll, wie wichtig ihnen der Faktor „digitale Sicherheit“ insgesamt und im Vergleich zu anderen sicherheitsrelevanten Themen ist. Während die Ängste bei ihnen im Vorjahr gesunken sind, steigen sie aktuell wieder - eine Entwicklung, die vor allem auf Bedenken zu digitalen Themen wie Identitätsdiebstahl im Internet oder Überwachung durch sprachgesteuerte Technik zurückzuführen ist.

Den Identitätsklau im Internet fürchten die Deutschen übrigens sogar mehr als Erdbeben, Epidemien oder die persönliche Pleite. Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch bei vielen anderen Ländern der Studie ab. In Australien sitzt beispielsweise die Angst tief, durch Smart Devices abgehört zu werden. Hier berichten 60 % der Befragten, dass sie Werbung zu Themen erhalten, über die sie erst kürzlich gesprochen haben. Währenddessen nehmen die Belgier lieber Abstand zu kontaktloser Bezahlung – und sogar zum Internet selbst. 67 % der Bevölkerung rechnen dort mit einem erfolgreichen Angriff auf smarte Zahlungsmittel. Ganze 73 % wünschen sich sogar ein „neues Internet“, das sicherer ist und besser überwacht wird. Auch weltweit lässt sich dieser Trend bestätigen. Unter anderem der vergleichsweise hohe Anstieg von Sicherheitsbedenken im Cyberspace sorgt dafür, dass der globale Security Index ebenfalls gestiegen ist.

Smart Cities und Autonomes Fahren werden ambivalent betrachtet

Auffällig ist, das Zukunfts- und Trendthemen wie Smart Cities und das Autonome Fahren deutlich ambivalent gesehen werden. In beiden Fällen glaubt nicht einmal jeder dritte Deutsche daran, dass diese Technologien tatsächlich wirksam abgesichert werden können. 23 % der Befragten lehnen das Konzept „Smart City“ aus Angst heraus sogar grundlegend ab – und rund ein Drittel der befragten würde sich nicht gerne auf ein autonomes Fahrzeug verlassen. Die neuen und smarten Technologien werden also durchaus kritisch begutachtet.

Herauslesen lässt sich aus den neuesten USI-Studie also, dass Vertrauensbildung in neue Technologien und deren Absicherung ebenso wichtig ist wie die technologischen Innovationen selbst. Nur wer sich in der Entwicklung „mitgenommen“ fühlt, wird Berührungsängste abbauen können, so dass der gesellschaftliche Nutzen eines innovativen Klimas tatsächlich allen zu Gute kommt. Kognitive Systeme und KI-gestützte Anwendungen, die digitale Arbeitslätze, aber auch das private Leben in einer immer digitaleren Welt mit hohen Automatisierungsgraden komfortabel absichern, werden daher weiter an Bedeutung gewinnen. Denn Echtzeit-Erkennung von Bedrohungen, das Isolieren von bösartigen Operationen aus dem Cyberspace oder das Blockieren von z.B. manipulierten Finanz-Transaktionen schafft nicht nur Vertrauen. Es spart auch Zeit, Geld und Nerven.

Über den Autor: Dr. Uwe Heckert ist Deutschland-Chef von Unisys.

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