Video-Tipp #70: Microsoft Copilot for Security So funktioniert Microsoft Copilot für Security

Von Thomas Joos 6 min Lesedauer

Mit dem Copilot for Security stellt Microsoft einen umfassenden KI-Assistenten zur Verfügung, der Informationen auf zahlreiche Datenquellen von Microsoft und Sicherheitstools zugreifen kann. Dadurch kann das System die Sicherheit von Netzwerken umfassend überwachen und im Griff behalten. In diesem Video-Tipp zeigen wir, wie Microsoft Copilot for Security funktioniert und für welche Einsatzbereiche und Unternehmen das Tool geeignet ist.

Microsoft Copilot for Security bringt KI-Unterstützung in den sensiblen Security-Bereich von Unternehmen und hilft Cyberattacken, Phishing und Ransomware effektiv zu bekämpfen.(Bild:  Xchip - stock.adobe.com / KI-generiert)
Microsoft Copilot for Security bringt KI-Unterstützung in den sensiblen Security-Bereich von Unternehmen und hilft Cyberattacken, Phishing und Ransomware effektiv zu bekämpfen.
(Bild: Xchip - stock.adobe.com / KI-generiert)

Microsoft Copilot for Security bringt KI-Unterstützung in den sensiblen Security-Bereich von Unternehmen. Der Copilot soll eine einheitliche Sicherheitsplattform in Unternehmen bereitstellen und Informationen aus möglichst allen Sicherheitslösungen in Unternehmen zentral auswerten. Mit Security Copilot können Benutzer verschiedene Abfragen durchführen, wie etwa das Abrufen von Sentinel-Vorfällen der letzten 24 Stunden und das Erstellen von Management-Berichten. Das Tool integriert sich nahtlos in andere Microsoft-Sicherheits­produkte wie Microsoft Defender XDR und Microsoft Intune, wodurch es möglich ist, Richtlinien zu verwalten, Geräte-Compliance zu überprüfen und detaillierte Informationen über Sicherheitsvorfälle abzurufen. Die KI-basierte Lösung erleichtert zudem das Erstellen von detaillierten Berichten für nicht-technische Zielgruppen, was insbesondere bei der Kommunikation mit Führungskräften von Vorteil ist.

In diesem Video-Tipp und der Bildergalerie zeigen wir, wie Microsoft Copilot for Security funktioniert und für welche Einsatzbereiche und Unternehmen das Tool geeignet ist.

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Ein praktisches Beispiel für die Nutzung von Security Copilot ist die Untersuchung eines verdächtigen Vorfalls. Ein Administrator kann Security Copilot nach dem Status eines Benutzerkontos fragen, beispielsweise ob das Konto gesperrt ist. Wenn mehrere fehlgeschlagene Anmeldeversuche festgestellt werden, die von verschiedenen Geräten und Standorten ausgehen, kann Security Copilot dies als möglichen Ransomware-Angriff identifizieren und automatisch Gegenmaßnahmen ergreifen. Darüber hinaus kann das Tool detaillierte Jagd- und Abfrageprozesse automatisieren, welche die Analyse und Behebung von Sicherheitsvorfällen beschleunigen. Security Copilot ermöglicht auch den Zugriff auf in Microsoft Defender for Cloud und anderen Microsoft-Sicherheitsdiensten vorhandene Informationen.

Wir haben uns bereits in einem ersten Beitrag mit den Möglichkeiten der Lösung auseinander­gesetzt. Leider ist Microsoft, vermutlich wegen den notwendigen, teuren Ressourcen, bei Copiloten nicht sehr großzügig was Testumgebungen betrifft. Das gilt auch für den Copilot for Security. Das System lässt sich nicht testen, sondern Unternehmen müssen den Copiloten direkt buchen, um ihn zu nutzen.

Copilot for Security ist derzeit vor allem für große Unternehmen sinnvoll

Die speziell für Security-Themen trainierte LLM kann auf Informationen von Microsoft zugreifen, aber auch auf im Unternehmen angebundene Sicherheitslösungen und dadurch umfassend die Sicherheit von Unternehmen verbessern. Im Fokus stehen derzeit vor allem große Unternehmen, bei denen es haufenweise Datenquellen gibt, die für die Sicherheit relevant sind. Für kleine und mittlere Unternehmen ist der Copilot for Security derzeit in den meisten Fällen zu teuer. Es ist aber zu erwarten, dass Microsoft in Zukunft die Lösung auch für KMU sinnvoll anbietet. In jedem Fall ist der Copilot für Security in Zeiten wachsender Cyber­attacken ein sicherlich wertvolles Hilfsmittel, dass Reaktionen in Echtzeit ermöglicht und das auf Basis einer umfassenden Menge an Sicherheitsdaten, auch direkt von Unternehmen. Mit Funktionen wie automatisierten Abfragen und Analysen von Bedrohungen, Erkennung von kompromittierten Konten und Rückverfolgung von Angriffsvektoren beschleunigt die Lösung die Reaktionszeiten erheblich. Aktuelle Updates umfassen die Erweiterung der Integration in Microsoft Defender for Cloud und die Einführung zusätzlicher Plugins.

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Copilot für Security nutzt Azure-Ressourcen

Die Verwaltung und Einrichtung des Copiloten erfolgt über securitycopilot.microsoft.com. Hier erfolgt auch die initiale Einrichtung. Das teure am Copilot sind die notwendigen Sicherheitscompute-Einheiten, die dem System zugeordnet sein müssen. Microsoft Copilot for Security nutzt Sicherheits­compute-Einheiten (Security Compute Units, SCUs) für seine Arbeit. Diese SCUs sind speziell dafür konzipiert, Daten und kritische Anwendungen durch den Einsatz modernster Verschlüsselungstechnologien und isolierter Verarbeitungsumgebungen zu schützen. Sie ermöglichen es, sicherheitsrelevante Aufgaben in dedizierten Hardware­komponenten durchzuführen, die gegen unbefugte Zugriffe und Manipulationen resistent sind. Genau das macht den Einsatz des Copiloten so teuer, denn in den meisten Fällen benötigen Unternehmen mehrere SCUs für die Auswertung aller relevanter Daten. Darüber hinaus integrieren SCUs Maßnahmen zur Abwehr von physischen Angriffen, wie zum Beispiel die Detektion von Manipulationsversuchen und physikalischen Seitenkanalangriffen. Durch den Einsatz von Secure Boot und kryptographischen Integritätsprüfungen stellen SCUs sicher, dass nur vertrauenswürdige Software und Firmware ausgeführt werden. Diese Kombination aus hardwarebasierter Sicherheit und isolierter Ausführung von Sicherheitsoperationen ermöglicht es Microsoft Copilot for Security, eine robuste und skalierbare Sicherheits­infrastruktur zu bieten, die den höchsten Sicherheitsanforderungen gerecht wird. Die Einheiten kosten derzeit 4 US-Dollar pro Stunde und werden stundenweise abgerechnet. Die Empfehlung von Microsoft lautet, mindestens drei SCUs pro Stunde zu verwenden, um eine optimale Leistung zu gewährleisten.

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Nach der Erstellung der SCUs unterstützt Microsoft Copilot for Security IT-Teams, indem die Lösung Echtzeit-Analysen und -Antworten auf Sicherheitsvorfälle ermöglicht. Die Sicherheits­compute-Einheiten (SCUs) in Microsoft Copilot for Security basieren auf Hardware-Sicherheitsmodulen (HSMs), die speziell für die Verarbeitung von kryptografischen Operationen entwickelt wurden. Diese Einheiten integrieren Trusted Execution Environments (TEEs), die eine isolierte Ausführung von Sicherheitsfunktionen ermöglichen. Innerhalb dieser TEEs werden kryptografische Schlüssel und sensible Daten verwaltet und vor externen Bedrohungen geschützt. SCUs verwenden hardwarebasierte Zufalls­zahlen­generatoren zur Erstellung starker kryptografischer Schlüssel und unterstützen symmetrische sowie asymmetrische Verschlüsselungsalgorithmen.

Im Rahmen der Erstellung der Ressourcen wird noch das zu Grunde liegende Azure-Abonnement ausgewählt, die Ressourcengruppe, in welcher die Ressourcen erstellt werden, die der Copilot braucht und auch der Standort, in der die Ressourcen erstellt werden sollen.

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Copilot for Security lässt sich mit natürlicher Sprache steuern

Microsoft Security Copilot nutzt GPT-gestützte natürliche Sprachverarbeitung, um Sicherheits­vorfälle, Bedrohungen und Schwachstellen in Echtzeit zu untersuchen und darauf zu reagieren. Unternehmen können daher über Plugins verschiedene Dienste anbinden und Admins können mit natürlicher Sprache mit dem Dienst kommunizieren Der Copilot ist in verschiedene Microsoft-Dienste integriert, darunter Microsoft Defender XDR, Microsoft Intune für Endpunktverwaltung, Microsoft Entra für Identitäts- und Zugriffsmanagement sowie Microsoft Purview für Datensicherheit. Zudem bietet es Schnittstellen zu Drittanbieter-Plugins wie ServiceNow. Die sicherheitsrelevanten Daten aus allen angebundenen Quellen lassen sich dadurch zentral in der Weboberfläche mit natürlicher Sprache auswerten. Die Qualität der Ergebnisse hängt direkt von den verfügbaren Sicherheitssignalen ab, wobei integrierte Plugins wie Microsoft Entra, Microsoft Intune, Microsoft Defender, Microsoft Purview und Microsoft Sentinel diese Signale liefern.

Security Copilot ermöglicht es außerdem Untersuchungen aus vorherigen Sitzungen fortzusetzen. Die Lösung schlägt proaktiv Eingabeaufforderungen vor, wie "Zeige hochkritische Vorfälle und aktuelle Bedrohungsinformationen", und unterstützt mehrstufige Sequenzen durch Promptbooks. Diese können beispielsweise zur Analyse verdächtiger Skripte genutzt werden, wobei Security Copilot in der Lage ist, Malware in Skripten zu erkennn und die verwendeten Taktiken verständlich aufzuschlüsseln.

Im Vergleich zu Standard-GPT-Modellen, die allgemein trainiert sind, nutzt Security Copilot spezialisierte Trainingsmethoden wie Low-Rank Adaptive Fine-Tuning (LoRA). Security Copilot verarbeitet dabei Echtzeit-Bedrohungsinformationen und kann dynamische Jagd- und Abfrage­prozesse automatisieren. Die Einbindung in die täglichen Arbeitsabläufe der Sicherheitsanalysten erfolgt nahtlos über verschiedene Microsoft Admin-Portale. Zum Beispiel können in Microsoft Defender Vorfälle detailliert untersucht und Skripte analysiert werden, während in Microsoft Intune Richtlinienmanagement durch natürliche Spracheingaben vereinfacht wird. In Microsoft Entra können Benutzer-, Gruppen-, Anmelde- und Berechtigungs­informationen abgefragt und Risikozusammenfassungen sowie Handlungs­schritte zur Risikominderung generiert werden. In Microsoft Purview hilft Security Copilot bei der schnellen Analyse von Datenaktivitäten und Benutzerverhalten, um Insider-Bedrohungen zu identifizieren und darauf zu reagieren.

Copilot für Security bekämpft auch Ransomware effektiv

Microsoft Security Copilot stellt eine wirksame Lösung zur Bekämpfung von Ransomware-Angriffen dar. Mithilfe von GPT-gestützter natürlicher Sprachverarbeitung und spezieller Sicherheitsfunktionen ermöglicht es Security Copilot, Ransomware-Vorfälle schnell zu erkennen und zu analysieren. Im Fall einer verdächtigen Aktivität, wie etwa mehrerer fehlgeschlagener Anmeldeversuche aus verschiedenen Standorten, kann Security Copilot die Bedrohung automatisch als mögliches Ransomware-Ereignis identifizieren. Die integrierten Funktionen zur Bedrohungsjagd und Korrelation von Sicherheitsvorfällen ermöglichen eine umfassende Untersuchung, bei der alle relevanten Geräte, Benutzer und IP-Adressen erfasst werden. Zudem unterstützt Security Copilot bei der Erstellung und Ausführung von Skripten zur Konfiguration und Überprüfung betroffener Systeme, was die Eindämmung der Bedrohung beschleunigt und die Ausbreitung von Ransomware im Netzwerk verhindert.

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