SSRF durch kritische Sicherheitslücke Cyberkriminelle können Sonicwall-Appliance zu ihrem Proxy machen

Von Melanie Staudacher 2 min Lesedauer

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Sonicwall schließt vier Schwachstellen in der SMA1000-Reihe. Die kritischste gibt Angreifern ohne Anmeldung Zugriff auf interne Funktionen der Appliance, zwei weitere ermöglichen Codeausführung. Admins sollten die Updates zügig einspielen.

Bei Ausnutzung einer kritischen Schwachstelle können Cyberangreifer eine SMA1000-Appliance von Sonicwall zu ihrem Proxy machen und darüber interne Funktionen erreichen sowie nicht autorisierte Aktionen ausführen.(Bild:  Gorodenkoff - stock.adobe.com)
Bei Ausnutzung einer kritischen Schwachstelle können Cyberangreifer eine SMA1000-Appliance von Sonicwall zu ihrem Proxy machen und darüber interne Funktionen erreichen sowie nicht autorisierte Aktionen ausführen.
(Bild: Gorodenkoff - stock.adobe.com)

Sonicwall veröffentlichte Anfang Oktober 2026 das Advisory SNWLID-2026-0017, welches vier Schwachstellen in den Appliances der Serie SMA1000 behandelt. Secure Mobile Access ermöglicht Organisationen den Zugang zu geschäftskritischen Unternehmensressourcen. Die schwerwiegendste Sicherheitslücke darin trägt die Kennung EUVD-2026-94324 / CVE-2026-102255 (CVSS-Score 10.0, EPSS-Score* 0.48). Sie beschreibt einen SSRF-Angriff (Server-Side Request Forgery), den Angreifer über die Work-Place-Oberfläche ohne Anmeldung ausführen können.

Laut Sonicwall sind die Modelle 6210, 7210 und 8200v in diesen Versionen betroffen:

  • SMA1000 12.4.3-03526 (platform-hotfix) und ältere Versionen
  • SMA1000 12.5.0-02952 (platform-hotfix) und ältere Versionen

Nicht betroffen sind der SSL-VPN auf Sonicwall-Firewalls und die Produktreihe SMA 100.

So funktioniert der Angriff über Work Place

EUVD-2026-94324 / CVE-2026-102255 steckt laut dem Advisory in der Work-Place-Oberfläche der SMA1000-Appliance, über die Nutzer nach der Anmeldung auf interne Ressourcen wie Webseiten und Dateifreigaben zugreifen können. Dort gibt es einen unbeabsichtigten alternativen Zugriffspfad. Ein Angreifer aus dem Netz kann ihn ohne Anmeldung missbrauchen, um die Appliance Anfragen in seinem Auftrag stellen zu lassen (SSRF). So könnte er interne Funktionen erreichen und nicht autorisierte Aktionen ausführen. Sonicwall bezeichnet die Schwachstelle als „Pre-authentication SSRF via unintended forward-proxy“. Die Appliance fungiert demnach als unbeabsichtigter Proxy, also als Vermittler für fremde Anfragen.

Drei weitere Schwachstellen

Dieselben SMA1000-Versionen sind von drei weiteren Schwachstellen betroffen:

  • EUVD-2026-94325 / CVE-2026-102256 (CVSS-Score 7.8, EPSS-Score 0.49) ist eine post-authentication OS Command Injection. Authentifizierte Angreifer können darüber Betriebssystembefehle einschleusen, die das System dann ausführt, was zu Remote Code Execution (RCE) führt.
  • EUVD-2026-94326 / CVE-2026-102257 (CVSS-Score 7.2, EPSS-Score 0.65) ist eine sogenannte Zip-Slip-Schwachstelle in der Appliance Management Console (AMC). Nutzen Angreifer präparierte Archive können diese außerhalb des vorgesehenen Zielverzeichnisses entpackt werden. Das kann laut Sonicwall ebenfalls zur RCE führen.
  • Und bei EUVD-2026-94327 / CVE-2026-102258 (CVSS-Score 6.1, EPSS-Score 0.39) handelt es sich um eine Stored-XSS-Schwachstelle (Cross-Site Scripting) in der AMC. Ein angemeldeter Administrator kann JavaScript-Code speichern und potenziell ausführen. Während die Enisa einen CVSS-Score von 6.1 nennt, vergibt Sonicwall den CVSS-Score 5.5.

Sonicwall weist darauf hin, dass es derzeit keine Hinweise darauf gebe, dass eine der Schwachstellen in freier Wildbahn ausgenutzt wird. Für SMA1000 12.4.3 sollten Unternehmen Version 12.4.3-03670 (platform-hotfix) oder höher installieren und für SMA1000 12.5.0 Version 12.5.0-03082 (platform-hotfix) oder höher. Workarounds nennt der Hersteller keine.

* Hinweis zum EPSS-Score: Das Exploit Prediction Scoring System zeigt die Wahrscheinlichkeit in Prozent an, mit der eine Schwachstelle innerhalb der nächsten 30 Tage ausgenutzt wird. Der ent­sprechende Score kann sich im Laufe der Zeit verändern. Sofern nicht anders angegeben, beziehen wir uns auf den Stand des EPSS-Scores zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Artikels.

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