Sicherheit für Unternehmensdaten, Teil 3 Storage-Security: Wiederherstellung / Restore

Von Michael Matzer 4 min Lesedauer

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Ebenso wichtig wie die Sicherung ist die Wiederherstellung der Unternehmensdaten. Der Restore kann vom Backup-System auf verschiedene Zielsysteme oder das Originalsystem erfolgen. Folge 3 unserer fünfteiligen Serie erläutert die Datenwiederherstellung.

Wasserdichte Backups sind die verlässliche Grundlage im Kampf gegen Ransomware & Co. – doch bei der Datenwiederherstellung kommt es vor allem auf den Faktor Zeit an.(Bild:  Siarhei - stock.adobe.com)
Wasserdichte Backups sind die verlässliche Grundlage im Kampf gegen Ransomware & Co. – doch bei der Datenwiederherstellung kommt es vor allem auf den Faktor Zeit an.
(Bild: Siarhei - stock.adobe.com)

Die wichtigen Eckdaten Recovery Time Objective (RTO) und Recovery Point Objective (RPO) tragen wesentlich dazu bei, den Schaden bei einem erlittenen Angriff einzudämmen. Sie bezeichnen einerseits den maximal fürs Unternehmen akzeptablen Zeitraum zwischen dem Ausfall des Systems und seiner Wiederherstellung, also die Dauer, bis es wieder einsatzbereit ist, beziehungsweise andererseits den zeitlichen Abstand zwischen dem letzten Backup und dem Ausfall des Systems. Diese Eckdaten sind über die Dienstgütevereinbarung (SLA) bei einem Dienstleister durchzusetzen. In jedem Fall sollten wiederherzustellende Backups nochmals gescannt werden.

RTO

Zur Recovery Time Objective (RTO) schreibt Storage-Insider: „Die Zeitspanne der zulässigen (verkraftbaren) Downtime wird bei der Definition von Service-Levels in der Kategorie RTO oder Recovery Time Objective festgelegt. Diese Wiederanlaufdauer ist die von der Geschäftsführung definierte maximale Zeit, nach der die Wiederherstellung eines Computers, Systems, Netzwerks oder einer Anwendung nach einem Ausfall oder einer Katastrophe beendet sein sollte.

Die Festlegung der RTO hat ihren Maßstab einerseits in den zu erwartenden Einnahmeverlusten je Zeiteinheit und andererseits in den Kosten der benötigten Verfügbarkeitstechnik. Die RTO wird in Sekunden, Minuten, Stunden oder Tagen gemessen und ist wichtig bei Überlegungen, wie viel Zeit nach einem Desaster zum ,Recovern‘ zur Verfügung steht.“

RPO

Den Recovery Point Objective (RPO) definiert Storage-Insider: „Der Recovery Point Objective oder RPO ist, etwas prosaisch ausgedrückt, der Zeitraum, der vom Hier und Jetzt bis zur letzten Datensicherung (Backup) vergangen ist. Ein Beispiel zur Verdeutlichung: Erfolgte die letzte Datensicherung vor zwei Stunden, würde das bedeuten, die Daten der letzten 7.200 Sekunden wären verloren, wenn jetzt der Server mit seinem Speichersystem einen Totalschaden erleiden würde.

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Das kann, muss aber nicht schlimm sein. Letztlich ist es eine Abwägung des hinnehmbaren Risikos und wie teuer es wäre, die verlorenen Daten wiederherzustellen. Die Annehmlichkeit einer ausfallsicheren IT, die einen RPO von null Sekunden garantiert, könnte so wesentlich teurer sein als das erneute Eingeben Hunderter oder Tausender Daten.“

RTOs und RPOs von (nahezu) null Sekunden sind beispielsweise mit Lösungen von Arcitecta realisierbar, etwa mit Mediaflux Livewire und Point-in-Time.

In der Regel kommen für den Restore eine spezielle Software und die zuvor gesicherten Backup-Daten zum Einsatz. Darüber hinaus gibt es verschiedene Restore-Techniken, die Dateien aus dem ursprünglichen Primärspeicher und den darauf noch gespeicherten Informationen rekonstruieren. Beispielsweise sind nach einer Formatierung der Festplatte oftmals die eigentlichen Dateien nicht gelöscht. Nur das Dateiverzeichnis (FAT) wurde geleert. In diesem Fall lässt sich der vorherige Datenbestand mit spezieller Software per Restore wieder herstellen, ohne dass ein Daten-Backup dafür notwendig ist. Der gängige Begriff dieser Art des Restores ist „Datenrettung“.

Die verschiedenen nutzbaren Speichermedien für einen Data-Restore

In der Regel wird beim Restore der Primärspeicher unter Nutzung eines Daten-Backups wiederhergestellt. Das Daten-Backup ist auf einem separaten Speichermedium abgelegt. Für das Backup sind unterschiedliche Speichermedien nutzbar. Die Daten können auf externen oder internen Festplatten, auf Magnetbändern (Tape), Wechseldatenträgern wie USB-Sticks, optischen Datenträgern wie DVDs oder in einer Cloud gespeichert sein. Wie lange ein Restore dauert, hängt von der Datenmenge der wiederherzustellenden Informationen, der Lesegeschwindigkeit des Speichermediums, der Übertragungsbandbreite zum Primärspeicher und der Schreibgeschwindigkeit des Primärspeichers ab.

Die Rolle des Disaster-Recovery-Plan

Ein Disaster-Recovery-Plan (DRP) ist ein Dokument, das Unternehmen erstellen müssen, um bei einer Auditierung, etwa nach ISO9001 und ISO 27001, ihre Vorbereitungen auf Katastrophenfälle zu zeigen. Ein Disaster-Recovery-Plan (DRP) enthält Vorgaben, Abläufe und Maßnahmen, wie Verantwortliche und Mitarbeiter in einem Störungsfall zu reagieren haben, um die negativen Folgen für das Unternehmen zu minimieren. In der Regel handelt es sich bei den beschriebenen Maßnahmen und Abläufen um Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die nacheinander abzuarbeiten sind. Ebenfalls Inhalte des DRP sind Eskalationsregelungen, einzuhaltende Meldewege und die Definition von Verantwortlichkeiten für Systeme und Maßnahmen.

Unterschied zum Business-Continuity-Plan

Eng mit dem DR-Plan ist der Business-Continuity-Plan (BC-Plan) verwandt. Dieser zielt darauf ab, dass Geschäftsprozesse fortgesetzt werden können. Dabei hierarchisiert er nicht, sondern schließt alle Unternehmensprozesse ein. Dies ist der zentrale Unterschied zum Disaster-Recovery-Plan – dieser erstellt eine Rangfolge und geht für die wichtigsten Prozesse ins Detail. Gewöhnlich laufen im Katastrophenfall beide Anleitungen: Erst wird mittels des DR-Plans auf die Katastrophe reagiert, dann folgen die Business-Continuity-Handreichungen.

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1983 begannen Staaten damit, die entsprechenden Dokumentationen vorzuschreiben. Den Anfang machten die USA, die von jeder Bank einen testbaren Disaster-Recovery-Plan verlangten. In den folgenden Jahren folgten weltweit ähnliche Vorschriften für alle Unternehmen aus sensiblen Branchen wie zum Beispiel Energie, Wasser oder Verteidigung.

In den 2000er-Jahren wandelten sich die Pläne nochmals grundlegend. Dadurch, dass Unternehmen immer häufiger von Online-Diensten abhängig und die Datenmengen extrem gewachsen sind, wurden die Konzepte erheblich komplexer. Das Verfassen der entsprechenden Dokumentationen wurde deshalb schwieriger – zumal die Pläne nur schwierig mit der technologischen Entwicklung hin zur Cloud Schritt halten können. Immer mehr Anbieter, die beim Erstellen der Handreichungen helfen, bieten deshalb Hybrid-Cloud-Sicherungssysteme zur Systemwiederherstellung, die sie selbst anpassen und weiterentwickeln.

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