Antivirus-Scanner auf dem NAS betreiben Synology-NAS vor Malware schützen

Von Thomas Joos 4 min Lesedauer

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Der Betrieb eines Malware-Scanners auf einem Synology-NAS-System ist extrem sinnvoll. Mit Synology Antivirus Essential gibt es sogar eine kosten­lose Lösung. Wir zeigen die wichtigsten Schritte zu Installation und Setup.

Auch ein NAS-Laufwerk braucht einen Malware-Schutz! Bei Synology NAS gibt es mit Antivirus Essential sogar ein kostenlosen Plugin.(Bild: ©  donald - stock.adobe.com)
Auch ein NAS-Laufwerk braucht einen Malware-Schutz! Bei Synology NAS gibt es mit Antivirus Essential sogar ein kostenlosen Plugin.
(Bild: © donald - stock.adobe.com)

Betreiben Sie ein Network Attached Storage sollten Sie neben Sicherheitsfunktionen auf Ihrem NAS grundsätzlich auch einen Malware-Scanner installieren. Das stellt sicher, dass auf dem NAS gespeicherte Daten keine Malware enthalten und schützt das Network Attached Storage für Angriffen. Synology gehört zu den beliebtesten Anbietern dieser Systeme, ist weit verbreitet bei den Nutzern, aber somit gleichzeitig auch ein beliebtes Angriffsziel für Cyberkriminelle, die NAS-Systeme übernehmen wollen. Deshalb lautet die Antwort auf die Frage „Sollte ich auf dem Synology NAS ein Antivirenprogramm installieren?“ eindeutig „Ja!“ Synology bietet mit Synology Antivirus Essential eine integrierte Lösung. Natürlich kann Antivirus Essential für sich allein kein Netzwerk oder NAS vor Malware schützen. Als zusätzliches Paket macht dieses Add-On aber auf jeden Fall Sinn. Antivirus Essential gehört seit Jahren zum Lieferumfang von Synology-NAS-Systemen und ist damit durchaus ausgereift.

Synology Antivirus Essential installieren und einrichten

Standardmäßig ist Synology Antivirus Essential nicht installiert. Die Integration erfolgt als Zusatzpaket über das Paketzentrum. Der Scanner nutzt die Open Source Scan Engine „ClamAV“ für das Scannen. Nach der Installation ist Antivirus Essential über die installierten Apps verfügbar. Nach dem Start von Synology Antivirus Essential sollte als erstes über den Punkt „Aktualisierung“ ein Update der Defintionsdateien durchgeführt werden. Dabei scannt das Tool, ob neue Definitionsdateien zur Verfügung stehen, und schlägt eine direkte Aktualisierung vor. Durch die Option „Aktualisieren Sie die Virusdefinitionen vor dem Scannen“ bei „Einstellungen“ wird sichergestellt, dass vor einem manuellen Scan zunächst die Definitionsdateien aktualisiert werden.

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Erster Scan nach der Installation von Synology Antivirus Essential

Nach der Installation und Aktualisierung von Synology Antivirus Essential sollte im ersten Schritt bei „Überblick“ ein vollständiger Scan gestartet werden. Das stellt sicher, dass sich auf dem System aktuell keine Malware befindet – zumindest keine die Synology Antivirus Essential findet. Es schadet sicher auch nicht, ab und zu manuell nach Malware zu suchen. Idealerweise sollte ein automatisierter Scan eingerichtet werden.

Die einzelnen Aktionen und Vorfälle von Synology Antivirus Essential sind außerdem bei „Protokolle“ zu finden. Sie sollten ab und zu einen Blick in diesen Bereich werfen, um Probleme oder notwendige Aktionen zu erkennen. Findet Synology Antivirus Essential einen Virus, ist das bei „Quarantäne“ zu sehen. Dazu muss bei „Einstellungen“ die Option „Zur Quarantäne verschieben“ aktiviert sein.

Wie kann ich Synology Antivirus Essential automatisch aktualisieren lassen?

Neben der manuellen Suche nach Malware, ist es in Synology Antivirus Essential über den Menüpunkt „Programmierter Scan“ mit „Erstellen“ möglich, zu bestimmten Zeiten automatisch nach Malware zu suchen. Auch hier lassen sich System-Scans, vollständige Scans oder benutzerdefinierte Scans zu bestimmten Zeiten erstellen. Hier sollte darauf geachtet werden, dass der Scan sich nicht mit der Datensicherung überschneidet. Sinnvoll ist es generell vor dem Sichern von Daten das NAS nach Malware zu scannen. Das macht durchaus täglich Sinn, zumindest dann, wenn der Scanvorgang nicht zu lange dauert. Ist die Datenmenge zu umfangreich für einen ausreichend schnellen Scan, kann ein Test auch am Wochenende durchgeführt werden. Es ist an dieser Stelle auch möglich mehrere Prüfungen zu konfigurieren.

Synology Antivirus Essential versus McAfee

Als Alternative (nicht als Ergänzung) zu Synology Antivirus Essential kann auch das Paket Antivirus by McAfee installiert werden. Dieses setzt nicht auf ClamAV, sondern auf die Scan-Engines von McAfee. Die Steuerung entspricht der Oberfläche von Synology Antivirus Essential. McAfee-Antivirus steht allerdings nicht kostenlos zur Verfügung, lässt sich aber 30 Tage lang testen. Nach dem Testzeitraum ist ein Abonnement notwendig. Die Preise dafür liegen bei 20 US-Dollar für ein Jahres-Abonnement und 35 US-Dollar für ein Zwei-Jahres-Abonnement. Von der Konfiguration her gibt es keinen Unterschied zum ClamAV-basierten Synology Antivirus Essential.

Spam- und Malware-Schutz mit Bitdefender for Mailplus

Unternehmen, die auf Mailplus auf dem Synology-NAS setzen, sollten sich das Paket „BitDefender for MailPlus“ genauer anschauen. Das Paket kann Mails scannen und Anwender damit vor Malware und Spam schützen. Der Scanner arbeitet dazu direkt mit Synology MailPlus Server zusammen. Der Synology-Mail-Server kann für bis zu fünf Benutzer kostenlos betrieben werden. Danach sind Lizenzen notwendig. BitDefender for MailPlus erweitert den Mail-Server um zusätzlichen Malware- und Spamschutz. Der Schutz kann bis zu 30 Tage kostenlos genutzt werden. Danach braucht es auch hier gültige Lizenzen. Die Preise richten sich nach der Anzahl der Nutzer für die fünf kostenlosen Nutzer des Synology MailPlus Server liegt der Preis bei 100 US-Dollar pro Jahr.

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Die Verwaltung des Malware- und Spamschutzes erfolgt in der Verwaltungsoberfläche des MailPlus-Servers. Dazu stehen bei „Sicherheit“ die beiden Menüs „Anti-Spam“ und „Antivirus“ zur Verfügung. Für den Spamschutz wird zunächst bei „Anti-Spam“ die Option „Anti-Spam-Modul aktivieren“ gesetzt und dann „Bitdefender“ als Modul ausgewählt. Hier kann auch festgelegt werden, wie der MailPlus-Server mit Spam verfahren soll. Neben dem Verschieben von Mails ist es auch möglich dem Betreff einen Text anzuhängen, wie zum Beispiel „***SPAM***“. Das Gleiche gilt für das Antivirus-Modul. Auch das muss aktiviert und auf „Bitdefender“ gesetzt werden. An dieser Stelle stehen auch zahlreiche weitere Optionen zur Anpassung des Spam- und Malware-Schutzes zur Verfügung.

E-Mails auch mit Bordmitteln schützen

Mails, die über den MailPlus-Server laufen, lassen sich auch ohne Bitdefender schützen. In diesem Fall kommt ebenfalls ClamAV als Malwareschutz zum Einsatz. Die Einstellungen befinden sich an der gleichen Stelle. Wenn McAfee installiert ist, kann für den Malwareschutz im MailPlus-Server auch dieser Scanner genutzt werden. Parallel kann als Spam-Schutz auch auf DNSBL gesetzt werden und auf die Daten von Spamhaus.org. Die Einstellungen dazu sind im Spam-Schutz zu finden.

Wer noch mehr Schutz will, sollte die Zugriffe auf das NAS mit einer Zwei-Faktor-Authentifizierung absichern. Dies ist dank QuickConnect als Alternative zum VPN auch von unterwegs aus möglich.

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