„Inakzeptable“ Destillation USA werfen China Diebstahl von KI-Technologie vor

Von Melanie Staudacher 2 min Lesedauer

Die USA beschuldigen China, KI-Geheimnisse in großem Stil gestohlen zu haben. Ein Memo des Weißen Hauses warnt vor industrieller Wissens­de­stil­la­tion mit Tarnkonten und Jailbreaking. Vor dem Gipfel von Trump und Xi drohen da­mit neue Spannungen.

Laut einem US‑Memo sollen in China ansässige Akteure mit Tarnkonten und Jailbreaking  proprietäre Informationen sowie Modellausgaben führender US‑KI‑Systeme abgegriffen und zur Wissensdestillation eigener Modelle genutzt haben.(Bild:  Dall-E / Vogel IT-Medien GmbH / KI-generiert)
Laut einem US‑Memo sollen in China ansässige Akteure mit Tarnkonten und Jailbreaking proprietäre Informationen sowie Modellausgaben führender US‑KI‑Systeme abgegriffen und zur Wissensdestillation eigener Modelle genutzt haben.
(Bild: Dall-E / Vogel IT-Medien GmbH / KI-generiert)

Das Weiße Haus hat der Financial Times zufolge China in einem Memo vorgeworfen, geistiges Eigentum aus US-Laboren für künstliche Intelligenz im großen Stil gestohlen zu haben. Dieses Memo, welches die US-Regierung am 23. April 2026 an ihre Behörden versandt habe, könnte die Spannungen im Vorfeld eines Gipfeltreffens zwischen US-Präsident Trump und Chinas Staats­präsident Xi Jinping Mitte Mai 2026 und den Technologiekrieg zwischen beiden Staaten weiter verschärfen.

Tarnung von Destillationsaktionen

Der US-Regierung würden Informationen vorliegen, die darauf hindeuten würden, dass aus­ländische Akteure – vorwiegend mit Sitz in China – gezielte Kampagnen im industriellen Maßstab betreiben würden, um führende US-KI-Systeme zu extrahieren, hatte Michael Kratsios, Leiter des Büros für Wissenschafts- und Technologiepolitik des Weißen Hauses, in einem Memo geschrieben, welches der Financial Times vorliege.

Um ihrer Entdeckung zu entgehen und mithilfe von Jailbreaking-Taktiken Informationen zu stehlen, würden die Akteure zehntausede Tarnkonten nutzen. Damit würden sie im Rahmen von koordinierten Kampagnen systematisch Fähigkeiten aus amerikanischen KI-Modellen extrahieren, um das Fachwissen und Innovationen der USA zu stehlen. US-amerikanische KI-Unternehmen, darunter OpenAI, hatten bereits zunehmend Bedenken hinsichtlich der De­stil­la­tion durch chinesische Gruppen geäußert. Unter „Destillation“ versteht man den Prozess, bei dem kleinere KI-Modelle mithilfe der Ausgaben größerer Modelle trainiert werden. Ziel des Verfahrens ist es eigentlich, die Trainingskosten für leistungsstarke neue KI-An­wen­dun­gen zu senken. Doch der Ansicht von OpenAI nach ermögliche diese Taktik es ausländischen La­bo­ren, den Wettbewerbsvorsprung aufzuholen, den die USA dank der Exportkontrollen für amer­ika­ni­sche KI-Chips derzeit haben. Trumps Berater Michael Kratsios habe laut Financial Times geäußert, dass die Distillation zwar ein wesentlicher Bestandteil des KI-Ökosystems sei, sofern sie auf legitime Weise genutzt werde, um schlankere Modelle zu entwickeln, eine „in­dus­tri­el­le Distillation“ jedoch „inakzeptabel“ sei, wenn sie dazu diene, die amerikanische Forschung und Entwicklung zu untergraben.

Reaktion der USA

Zwar hatte Trump im Januar 2026 dem Export von Nvidias KI-Chips nach China erlaubt, doch US-Handelsminister Howard Lutnick hatte im Zuge der Ereignisse laut Reuters angedeutet, dass noch keine Lieferungen erfolgt seien.

Die US-Regierung informierte ihre Behörden,darüber, dass die US-Regierung Informationen über diese Destillationsversuche an amerikanische KI-Unternehmen weitergeben und Maß­nah­men prüfen werden, um ausländische Akteure für diese Kampagnen verantwortlich zu machen und zur Rechenschaft zu ziehen.

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