Das NKCS ist die zentrale deutsche Anlaufstelle zur Stärkung und Förderung der Cybersicherheit in Industrie, Technologie und Forschung. Es ist Teil eines EU-weiten Netzwerks nationaler Koordinierungszentren und unterstützt das Europäische Kompetenzzentrum für Cybersicherheit. Das NKCS bietet Beratung und Zugang zu EU-Fördermitteln der Programme „Digitales Europa“ und „Horizont Europa“.
Das Nationale Koordinierungszentrum für Cybersicherheit (NKCS) ist die Anlaufstelle zur Stärkung der Cybersicherheit in Industrie, Technologie und Forschung und ist Teil der europäischen Cybersicherheits-Community.
NKCS ist das Kürzel für Nationales Koordinierungszentrum für Cybersicherheit. International wird das NKCS manchmal auch mit NCC-DE (National Coordination Center - DE) abgekürzt. Die vollständige Bezeichnung lautet Nationales Koordinierungszentrum für Cybersicherheit in Industrie, Technologie und Forschung. Das NKCS hat im Oktober 2021 seine Arbeit aufgenommen und ist die zentrale deutsche Anlaufstelle zur Stärkung und Förderung der Cybersicherheit in Industrie, Technologie und Forschung. Es ist als Kooperationsplattform mehrerer deutscher Ministerien mit einer zentralen Rolle des BSI organisiert und Teil eines EU-weiten Netzwerks von Koordinierungszentren, die mit dem 2021 eingerichteten Europäischen Kompetenzzentrum für Cybersicherheit (ECCC) zusammenarbeiten.
Zusammen mit dem ECCC und den anderen NCCs soll es eine starke europäische Cybersicherheits-Community bilden und die Förderung von Forschung, Innovationen und Entwicklungen im Cybersicherheitsbereich in Deutschland bündeln. Es agiert als zentraler Ansprechpartner für das ECCC und die anderen europäischen Koordinierungszentren. Darüber hinaus berät und unterstützt das NKCS dabei, Zugang zu Fördermitteln der europäischen Förderprogramme „Digitales Europa“ und „Horizont Europa“ zu erhalten. Langfristig soll dadurch die digitale Souveränität in der EU gestärkt werden, indem wettbewerbsfähige Cybersicherheitslösungen in Europa entwickelt und weltweit angeboten werden. Ein besonderer Fokus der Arbeit des NKCS liegt auf kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) sowie auf Start-ups.
Das Zusammenspiel des ECCC mit dem Netz der verschiedenen nationalen Koordinierungszentren
Im Jahr 2021 beschlossen das Europäische Parlament und der Europäische Rat mit der EU-Verordnung 2021/887 ein europäisches Kompetenzzentrum für Cybersicherheit als zentrales Instrument zur Bündelung von Investitionen in Forschung, Technologie und industrielle Entwicklung im Bereich Cybersecurity in der EU einzurichten. Das European Cybersecurity Competence Centre (ECCC) hat seinen Sitz in Bukarest, Rumänien. Es hat den Auftrag, die EU in puncto Cybersicherheit zu stärken und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Cybersicherheitsbranche zu steigern. Zur Erfüllung seines Auftrags koordiniert und finanziert das ECCC Projekte im Bereich der Cybersicherheit und arbeitet eng mit einem Netz nationaler Koordinierungszentren (NCCs) der einzelnen EU-Mitgliedstaaten zusammen. Die Koordinierungszentren in den einzelnen Mitgliedstaaten der EU wie das Nationale Koordinierungszentrum für Cybersicherheit in Deutschland wurden als Folge der Gründung des ECCC in den verschiedenen Ländern benannt und eingerichtet. Gemeinsam mit dem ECCC, der Industrie und Forschungseinrichtungen bilden sie eine starke Cybersicherheits-Community. Dabei ist wichtig festzuhalten, dass weder das ECCC noch die nationalen Koordinierungszentren operative Cybersicherheitsaufgaben, wie das Erkennen und Abwehren von Cybersicherheitsvorfällen, zu erfüllen haben. Diese Aufgaben bleiben anderen Einrichtungen oder Teams aus dem Bereich der Cybersicherheit, wie den Computer Security Incident Response Teams, vorbehalten.
Eine zentrale Aufgabe des ECCC und der nationalen Koordinierungszentren ist die Verwaltung und die Gewährung von Zugang zu europäischen Fördermitteln aus den Programmen „Digitales Europa“ und „Horizont Europa“. Finanzielle Unterstützung aus diesen Programmen erhalten beispielsweise Forschungseinrichtungen, Industrieunternehmen oder Behörden, die geeignete Vorschläge und Projekte einreichen.
Ziel dieser beiden Förderprogramme ist es, Innovation, Forschung und Technologieentwicklung für Wachstum, Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit in der EU zu stärken und auszubauen. Dabei adressieren „Horizont Europa“ und „Digitales Europa“ Aspekte wie Cybersecurity, Künstliche Intelligenz, digitale Fähigkeiten und Infrastrukturen. Das Förderprogramm „Horizont Europa“ hat ein Fördervolumen von 95,5 Milliarden Euro für einen Zeitraum von sieben Jahren (2021 bis 2027). Das Fördervolumen des Förderprogramms „Digitales Europa“ beträgt rund 7,6 Milliarden Euro für den gleichen Zeitraum.
Ziele und konkrete Aufgaben des Nationalen Koordinierungszentrums für Cybersicherheit
Generelles Ziel der Einrichtung des ECCC und der nationalen Koordinierungszentren ist die Stärkung der Cybersicherheit in Industrie, Technologie und Forschung, um die digitale Souveränität und die Wettbewerbsfähigkeit Europas im Cybersicherheitsbereich zu erhöhen.
Dafür agiert das NKCS als zentraler Ansprechpartner für das ECCC und die anderen europäischen Koordinierungszentren und bündelt die Forschungs- und Innovationsaktivitäten im Bereich Cybersicherheit in Deutschland. Das NKCS soll eine nationale Informationsplattform für alle Interessierten bereitstellen und die Vernetzung innerhalb der deutschen Cybersecurity-Community fördern.
Stand: 08.12.2025
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Die Hauptinstrumente zur Erreichung der Ziele des NKCS sind Beratungen zu Fördermöglichkeiten, Unterstützung bei der Beantragung von Fördermitteln, die Organisation und Durchführung von Informationsveranstaltungen und Workshops und die Bereitstellung von Vernetzungsmöglichkeiten.
Als konkrete Aufgaben des Nationalen Koordinierungszentrums für Cybersicherheit lassen sich nennen:
Aufbau und Betrieb einer nationalen Informationsplattform zu Cybersicherheitsforschungen und -innovationen sowie zu EU-Fördermöglichkeiten
Vernetzung der deutschen Cybersicherheits-Community, bestehend aus Industrie, KMUs, Start-ups, Forschung und Behörden
Bereitstellung eines vielfältigen Angebots an Workshops, Schulungen und Erfahrungsaustausch für Forschende, Unternehmen und Multiplikatoren
Beratung für Projektvorhaben und Produktideen in Deutschland im Bereich Cybersicherheit
Information der Förderinteressierten zu den europäischen und nationalen Fördermöglichkeiten
Erleichterung des Zugangs zu den europäischen Förderprogrammen „Horizont Europa“ und „Digitales Europa“
Mitwirkung bei der Entwicklung der Förderprogramme (zum Beispiel durch Kommentierung und Rückmeldung zu den EU-Pogrammen)
Vermittlung von Mentorinnen und Mentoren für Start-ups
SPoC (Single Point of Contact) für das Europäische Kompetenzzentrum für Cybersicherheit und das Netzwerk der nationalen Koordinierungszentren
Unterstützung des ECCC bei strategischen Aufgaben und Mitarbeit in EU-Arbeitsgruppen
gezielte Einbringung deutscher Interessen in EU-Forschungs- und Innovationsprogramme
beratende Einbringung in andere Programme der EU wie in den European Defence Fund (DEF)
Das Nationale Koordinierungszentrum für Cybersicherheit in Industrie, Technologie und Forschung ist als eine gemeinsame Kooperationsplattform und eine Art virtuelle Institution mehrerer Bundesministerien und einiger nachgelagerter Einrichtungen organisiert. Konkret sind an der Plattform die folgenden vier Bundesministerien beteiligt:
Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI)
Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE)
Bundesministerium der Verteidigung (BMVg)
Die Gesamtkoordination liegt beim BMI. Für die konkrete Umsetzung des Nationalen Koordinierungszentrums sorgen unter anderem auch folgende den Ministerien nachgelagerten Einrichtungen wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), der DLR Projektträger (DLR-PT) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt und das Forschungsinstitut CODE der Universität der Bundeswehr München (FI CODE). Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik übernimmt unter den beteiligten Ministerien und deren Institutionen die Rolle der Kopfstelle. Es agiert als Single Point of Contact für das ECCC, für das europäische Netzwerk der NCCs und für die deutsche Cybersicherheits-Community.