Suchen

Definition Software-Defined WAN (SD-WAN) Was ist SD-WAN?

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber / Peter Schmitz

Ein SD-WAN ist eine Konzept und eine technische Lösung, die ein Software-definiertes Weitverkehrsnetz schafft. Die Data Plane mit ihren Netzwerkgeräten und WAN-Verbindungen ist von der Control Plane zur Steuerung des Verkehrs entkoppelt. Zur Datenübertragung lassen sich sowohl private WAN-Verbindungen wie MPLS-Links als auch Internetverbindungen nutzen. Intelligente Mechanismen sorgen für die automatisierte Verteilung des Datenverkehrs.

Firma zum Thema

Ein Software-Defined WAN (SD-WAN) ermöglicht die Entkopplung von Data Plane und Control Plane in einem Netzwerk.
Ein Software-Defined WAN (SD-WAN) ermöglicht die Entkopplung von Data Plane und Control Plane in einem Netzwerk.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Die Abkürzung SD-WAN steht für Software-Defined Wide Area Network. Der deutsche Begriff lautet Software-definiertes Weitverkehrsnetz. Es handelt sich um ein Konzept und eine technische Lösung im Rahmen des Software-Defined Networkings (SDN). Das SD-WAN entkoppelt die Data Plane eines WANs mit ihren physischen Netzwerkgeräten und WAN-Verbindungen von der Control Plane zur Steuerung des Datenverkehrs. Es entsteht ein Software-basiertes Weitverkehrsnetz, das eine zentral gesteuerte, intelligente Datenweiterleitung ermöglicht.

Management und Betrieb des Weitverkehrsnetzes werden vereinfacht und vorhandene Verbindungen effizienter genutzt. So lassen sich beispielsweise die verfügbaren Bandbreiten der WAN-Verbindungen über verschiedene Technologien wie MPLS, Mobilfunk (3G, 4G, 5G, UMTS, LTE) oder Internetverbindungen teilen. Software übernimmt das Routing des Verkehrs und ermittelt die effizientesten Verbindungen zwischen Datenquelle und Datenziel. Wege können unter anderem abhängig von der Anwendung oder der Sensibilität der Daten gewählt werden. Auch Sicherheitsanforderungen lassen sich über das Netzwerkmanagement zentral umsetzen. Zahlreiche Unternehmen wie Cisco, Nokia, Silver Peak oder VMware bieten SD-WAN-Lösungen mit unterschiedlichem Funktionsumfang und unterschiedlicher Leistungsfähigkeit an.

Die Merkmale eines SD-WANs

Auch wenn sich die SD-WAN-Lösungen und -Produkte der Hersteller teils deutlich unterscheiden, folgende Merkmale sind typisch für ein Software-definiertes Weitverkehrsnetz:

  • - Entkopplung der Data Plane von der Control Plane
  • - Unterstützung verschiedener WAN-Technologien wie MPLS, Mobilfunk, Internetverbindungen, Glasfaserverbindungen etc.
  • - intelligente Wegfindung, Bandbreiten-Sharing und dynamische Zuteilung von Bandbreiten
  • - Konfiguration über zentrale Managementoberfläche
  • - Unterstützung weiterer Netzwerktechnologien und -konzepte wie WAN-Optimierung, Firewalling oder Virtual Private Networks (VPNs)
  • - automatische Failover bei Verbindungsausfällen zur Erhöhung der Verfügbarkeit
  • - Unterstützung von Quality of Service (QoS) - QoS- und anwendungsabhängige Zuteilung von Bandbreiten
  • - Verschlüsselung des Datenverkehrs per IPsec
  • - Nutzung von Caching-Technologien

Konzept des Software-Defined WANs

Grundsätzlich sind in einem SD-WAN die Data Plane Plane mit ihrer Hardware und den WAN-Verbindungen von der Steuerlogik (Control Plane) entkoppelt. Die Steuerung der Geräte und des Routings übernimmt eine Software. Über eine Management-Oberfläche (Web-Portal) lassen sich alle wichtigen Einstellungen zur Steuerung des Datenverkehrs und zur Zuteilung der Bandbreiten vornehmen und in Echtzeit übernehmen. Die Software sorgt für die automatische Weitergabe der Konfigurationen und Parameter an die Data Plane. Der Administrator muss sich nicht selbst mit einzelnen Geräten auseinandersetzen. Applikationsbasiertes Routing gestattet es, Daten abhängig von ihrer Priorität und Sensibilität über die jeweils optimale WAN-Verbindung zu übertragen. Auch das Loadsharing über verschiedenen WAN-Technologien hinweg ist möglich.

Vorteile des Software-Defined WANs

Gegenüber einem herkömmlichen Weitverkehrsnetz bietet das Software-Defined WAN folgende Vorteile:

  • hohe Flexibilität und Agilität des Netzwerks
  • effektivere Ausnutzung der WAN-Ressourcen
  • Reduzierung des Mangementaufwands und der Betriebskosten durch zentrale Administration
  • schnellere Bereitstellung neuer Verbindungsmöglichkeiten
  • intelligentes, applikationsabhängiges Routing des Datenverkehrs
  • hohe Verfügbarkeit durch automatische Failover-Mechanismen unter Einbeziehung verschiedener WAN-Technologien
  • hohe Transparenz durch zentrales Performance Monitoring
  • einfache Einbeziehung Cloud-basierter Services - Unterstützung hybrider Strukturen
  • zentrale Durchsetzung der Sicherheitsrichtlinien
  • erhöhte Netzwerksicherheit durch Verschlüsselung des Datenverkehrs
  • Kostensenkung durch Nutzung preiswerter öffentlicher Internetverbindungen
  • einfache Skalierung der Bandbreiten
  • Unterstützt der vollständig automatisierten Bereitstellung (ZTP - Zero Touch Provisioning)

(ID:46834912)

Über den Autor