Digitale Risiken Wie können Unternehmen ihre Websites absichern?

Ein Gastbeitrag von Florian Monsees 5 min Lesedauer

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Der Ausfall der städtischen Website in Trier zeigt, wie angreifbar Online-Auftritte sind. Auch kleine Unternehmen, Selbstständige und Kreative müssen Cyberrisiken und Rechtsvorgaben adressieren. Aber welche Risiken drohen und wie kann man sich wirksam absichern?

Website-Sicherheit wird zur Pflichtaufgabe. Gründe hierfür: DSGVO-Vorgaben, Cybersicherheit und auch um drohnende Strafen zu vermeiden. Doch mit einem guten Plan lässt sich Web-Sicherheit umsetzen.(Bild: ©  Prostock-studio - stock.adobe.com)
Website-Sicherheit wird zur Pflichtaufgabe. Gründe hierfür: DSGVO-Vorgaben, Cybersicherheit und auch um drohnende Strafen zu vermeiden. Doch mit einem guten Plan lässt sich Web-Sicherheit umsetzen.
(Bild: © Prostock-studio - stock.adobe.com)

Laut dem „Allianz Risk Barometer 2025“ zählen Cyber­vor­fälle mit 38 Prozent der Nennungen als wichtigstes Ge­schäfts­risiko welt­weit – noch vor Be­triebs­unter­brech­ung­en und Na­tur­ka­ta­stro­phen. Da­bei neh­men Kriminelle längst nicht nur große Konzerne ins Visier. Au­to­ma­ti­sier­te An­griffs­werk­zeuge scannen das Internet permanent nach offenen Türen: un­sich­ere Login-Daten, ver­alt­ete Content-Management-Systeme, feh­lende SSL-Zertifikate oder un­zu­reich­ende Back­ups. Wer hier nachlässig ist, wird leicht zum Opfer, egal ob Zahn­arzt­praxis, Maler­bet­rieb oder Kreativ­agentur.

Typische An­griffs­arten sind Brute-Force-Attacken auf Pass­wörter, das Aus­nutzen un­ge­patch­ter Plugins oder die In­fek­tion mit Mal­ware, die Be­such­er weiter­leitet oder sen­sible Daten ab­greift. Auch DDoS-Attacken, die eine Website stunden- oder tagelang lahm­legen, treffen zu­neh­mend klei­nere Unter­nehmen. Hinzu kommt die Gefahr so­ge­nann­ter Supply-Chain-Angriffe: Kompromittierte Er­weit­er­ungen, Themes oder Drittanbieter-Skripte werden in eigentlich seriöse Systeme ein­ge­schleu­st und ver­breit­en Schad­code von innen her­aus. Diese Art von An­griff er­ford­ert keine ge­zielte Aus­wahl eines Opfers, sondern nutzt die Ab­häng­ig­keit von ver­breiteten Soft­ware­kom­ponenten aus.

Rechtliche Stolperfallen: mehr als nur DSGVO

Neben technischen Gefahren drohen rechtliche Kon­se­quenz­en. Eine fehlende oder un­voll­stän­dige Da­ten­schutz­er­klär­ung, kein ord­nungs­ge­mäß­es Impressum oder feh­ler­hafte Cookie-Banner können empfindliche Ab­mah­nung­en nach sich ziehen. Besonders kritisch: Auch ein­ge­bund­ene Dritt­an­bieter können Be­treib­er in die Haftung bringen. Wer beispielsweise Google Fonts un­zu­lässig ein­bindet, riskiert Buß­geld­er oder Ab­mah­nung­en. Gleiches gilt für Tracking-Tools ohne korrekte Ein­will­ig­ung. Für Unter­neh­men geht es hier nicht nur um Rechts­sicher­heit, son­dern auch um Re­pu­ta­tion. Schon ein kleiner Ver­stoß kann öffentliches Ver­trau­en kosten und damit Image be­schä­dig­en. Zu­dem nimmt die Zahl der Ver­fah­ren wegen fehlender oder mangelhafter Cookie-Consent-Banner stetig zu. Ver­stöße gel­ten nicht mehr als Ka­va­liers­de­likt, sondern werden in vielen Ländern von Auf­sichts­be­hörden systematisch ver­folgt. Damit rückt die recht­liche Ab­sicher­ung in den All­tag jedes Website-Be­treib­en­den.

Das ist konkret zu tun

Um diesen Risiken wirksam zu begegnen, müssen Website-Betreibende meh­rer­e Grund­regeln be­ach­ten. An erster Stelle steht eine durch­gäng­ige SSL/TLS-Ver­schlüss­el­ung, damit Daten bei der Über­tra­gung nicht ab­ge­fang­en werden können. Ebenso wichtig ist es, das gesamte System aktuell zu halten: Content-Management-Systeme, Themes und Plugins sollten re­gel­mä­ßig mit Sicher­heits­up­dates ver­sehen werden. Auch die Zu­gangs­da­ten ver­dienen besondere Auf­merk­sam­keit. Komplexe Pass­wör­ter in Kombination mit einer Zwei-Faktor-Au­then­ti­fi­zie­rung machen es An­greifern er­heb­lich schwerer, in den Ad­mini­stra­tions­be­reich ein­zu­dring­en.

Nicht zu unterschätzen ist außerdem die Wichtigkeit regelmäßiger Backups. Sie sollten bestenfalls auto­ma­ti­siert er­folgen und idealer­weise extern ge­speich­ert werden, damit im Ernst­fall ein schneller Wieder­an­lauf möglich bleibt. Wer darüber hinaus Wert auf eine daten­schutz­konforme Web­analyse legt, sollte auf Lösungen setzen, die ohne Tracking Dritter aus­komm­en oder Daten zu­mind­est ano­ny­mi­sie­ren. Schließlich dürfen auch die recht­lichen Pflicht­an­ga­ben nicht fehlen: Ein vollständiges Impressum, eine aktuelle Daten­schutz­erklärung sowie ein korrekt um­ge­setzt­es Cookie-Management gehören mittler­weile zur Basis jeder seriösen Online-Präsenz.

Maßnahmen für kleine Unternehmen

Gerade kleine Betriebe haben selten eine eigene IT-Abteilung. Dennoch können sie mit über­schau­bar­em Auf­wand ein hohes Schutz­niveau erreichen. Dazu gehören auto­ma­ti­sier­te Updates, Backup-Lösungen, Firewalls und Monitoring-Tools. Viele Hoster bieten Sicher­heits­pakete an, die Basis­schutz wie DDoS-Abwehr, SSL-Zertifikate oder Malware-Scanning ab­deck­en.

Zusätzlich entscheidend ist ein klares Rollen- und Prozess­mana­ge­ment. Sicher­heits­auf­gaben sollten nicht neben­bei er­ledigt werden, sondern müssen in den Be­triebs­ab­lauf integriert sein. Ver­ant­wort­lich­keiten für Updates, Backups und Daten­schutz sollten ein­deut­ig ver­teilt und do­ku­men­tiert sein. Ein monatlicher Sicher­heits­check, zum Beispiel durch feste Routinen, bei denen Zer­ti­fi­kate, Logins und Protokolle überprüft werden, kann ver­hin­dern, dass Probleme erst im Ernst­fall auf­fall­en. Auch die Sen­si­bi­li­sie­rung der Mit­ar­beit­en­den ist un­ver­zicht­bar. Viele Angriffe be­ginn­en mit einer Phishing-Mail oder einem manipulierten Link. Schu­lung­en zur sicheren Nutz­ung von Pass­wör­tern, zum Er­kenn­en ver­däch­ti­ger Nachrichten und zum korrekten Umgang mit Kun­den­daten erhöhen die Resilienz erheblich. Selbst in kleinen Teams lohnt sich ein Basis-Sicherheitstraining, das jährlich wiederholt wird.

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Sicherheit als Daueraufgabe

Websicherheit und Rechtssicherheit sind elementar für Vertrauen und Geschäftserfolg. Gerade kleine Unternehmen, Selbst­stän­dige und Kreative können es sich nicht leisten, digitale Risiken zu ignorieren. Mit klaren Prozessen und den richtigen Tools lassen sich viele Gefahren ent­schär­fen. Ein professioneller Hosting-Partner ist dabei mehr als ein An­biet­er von Speicher­platz: Er betreibt TÜV-zertifizierte Rechenzentren, nutzt ausfallsichere Infrastrukturen, bietet auto­ma­ti­sier­te Backups und setzt auf transparente Sicherheitsprozesse. Wer zusätzlich Wert auf Nachhaltigkeit legt, findet Anbieter, die klima­neutrale Rechen­zentren betreiben. So wird aus der Website nicht nur eine digitale Visitenkarte, sondern eine stabile und vertrauenswürdige Plattform für den Geschäftserfolg.

Über den Autor: Florian Monsees, Lead of Product Owners, STRATO Seit über 15 Jahren leitet Florian Monsees Teams, die digitale Produkte wie Webseiten oder Apps entwickeln – zum Beispiel Shops, Bezahlfunktionen oder Logins. Der Schwerpunkt liegt für ihn darauf, Abläufe zu verbessern, klare Ziele zu setzen und Veränderungen erfolgreich umzusetzen – ob bei neuen Funktionen, effizienteren Prozessen oder dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz.

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