Gefahren der Virtualisierung

Wie RAID-Verbunde zu Datenverlust führen

Seite: 2/6

Virtuelle Maschinen in RAID-Verbunden

Virtualisierung bietet enorme Einsparpotentiale. Insbesondere reduzieren sich die Beschaffungskosten der Hardware. Die Anzahl der klimatisierten Serverschränke sowie die Stromkosten sinken ebenso wie Lizenz- und Personalkosten. Doch der Einsatz virtueller Maschinen ist auch mit oft unterschätzten Risiken verbunden.

Im Sinne der Ausfallsicherheit werden virtuelle Maschinen in mehr als 95 Prozent der Fälle mit RAID-Systemen umgesetzt. Dabei sind mehrere Festplatten zu einem Verbund zusammengefasst. Vorteil ist, dass – ausgenommen vom RAID-Level 0 – trotz Ausfall einer oder mehrerer Festplatten alle Daten aufgrund der redundanten Speicherung verfügbar bleiben. Diese vermeintliche Sicherheit birgt jedoch enorme Risiken, denn viele IT-Administratoren vernachlässigen dadurch die trotzdem notwendigen Datensicherungen.

Bekannt ist, dass ein Datenträger im RAID-Verbund ausfallen kann. Spannender ist hingegen die fälschlicherweise weit verbreitete Meinung, dass mehrere Datenträger nicht gleichzeitig ausfallen. Dies kann allerdings schnell geschehen, etwa durch Spannungsspitzen. Davon abgesehen sollte beachtet werden, dass RAID-Verbunde keinerlei Schutz vor logischen Schäden bieten, wie etwa gelöschte Daten oder Angriffe von außen.

Gefahren durch Rebuilding

Doch auch beim Ausfall von nur einem Datenträger muss bereits eine wichtige Hürde gemeistert werden. Nach Austausch des defekten Datenträgers muss das RAID rebuildet werden, doch genau dieser Vorgang kann zum endgültigen Ausfall führen. Der RAID-Controller muss die Daten der defekten Festplatte durch Auslesen der noch funktionsfähigen Platten neu berechnen.

Tritt allerdings während des Rebuilds nur ein einziger Lesefehler auf, kann dieser Prozess abbrechen und der RAID-Verbund meldet einen weiteren ausgefallenen Datenträger. Der Wiederherstellungsvorgang bricht ab und auf das gesamte Speichersystem ist kein Zugriff mehr möglich.

Gefahren durch Resizing

Weitreichende Folgen kann auch das Resizing eines RAID-Verbunds haben. Durch Hinzufügen oder Entfernen von Festplatten oder den Wechsel auf andere Kapazitäten muss ebenfalls der komplette Datenbereich aller Festplatten gelesen werden. Sollte während dieses Vorgangs ein Lesefehler auf einer der ursprünglichen Festplatten auftreten, bricht auch hier alles ab. Das Speichersystem ist nicht mehr verfügbar und kann meist nur im Datenrettungslabor reverse-engineert werden.

Final bedeuten diese Szenarien: Fällt erst einmal der physikalische Server oder das RAID aus, dann sind auch alle darauf eingerichteten virtuellen Maschinen bei fehlender Redundanz des gesamten Servers vom Ausfall betroffen.

(ID:31173040)