Gefahren der Virtualisierung

Wie RAID-Verbunde zu Datenverlust führen

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Löschen von Servern

Durch Anbindung an zentrale Verzeichnisstrukturen mit Rollenbasiertem Berechtigungsmanagement ist auch in virtualisierten Umgebungen eine klare Separation of Duties empfehlenswert. Ein Paradebeispiel für einen Administrationsfehler mit verheerenden Folgen, der in der Praxis relativ häufig vorkommt, ist das versehentliche Löschen ganzer Server.

In virtuellen Umgebungen kann über die einheitliche Verwaltungskonsole quasi per Knopfdruck eine gesamte VM gelöscht werden, wenn keine Sicherheitssperren eingerichtet sind. Die positive Nachricht ist, dass gelöschte Server von professionellen Datenrettungsunternehmen in fast allen Fällen rekonstruiert werden können, solange der gelöschte Bereich nicht überschrieben wurde.

Umgang mit Snapshots

Dasselbe gilt auch für den Umgang mit Snapshots. Ein großer Vorteil von virtualisierten Lösungen ist das Erstellen von Snapshots, also Schnappschüsse der aktuellen Konfiguration oder des aktuellen Zustandes des Betriebssystems und des Datenbestands. Somit lässt sich der System-Zustand auf den Zeitpunkt des Snapshots jederzeit wiederherstellen.

Snapshots sind zum Beispiel vor der Installation von Patches oder Servicepacks sinnvoll. Leider passiert es auch in diesem Zusammenhang immer wieder, dass die falschen Snapshots nach Beendigung eines Arbeitsabschnitts gelöscht werden und der gewünschte Zustand mit dem dazugehörigen Bestand an Einstellungen und Daten verloren geht. Abhilfe kann wieder nur eine gewissenhafte Dokumentation und eine geregelte Kommunikation im IT-Team schaffen.

Verschachtelte VMs

Dies ist vor allem auch dann vonnöten, wenn virtuelle Systeme verschachtelt sind und gar mit unterschiedlichen Dateisystemen gearbeitet werden. Die Kombination von Linux- und Microsoft- basierten VMs kommt häufig vor. So kann die SQL-Datenbank auf einem virtuellen Microsoft-Server installiert sein, während der Webserver Linux-basierend aufgebaut ist. Je tiefer die Verschachtelung, desto größer die Gefahren von Datenverlust.

Durch Abbildung mehrerer VMs auf einer Hardware werden oft verschiedenste Gast-, Betriebs- und Dateisysteme parallel genutzt. Als Host-Betriebssystem kommen üblicherweise Windows, Linux, XEN oder VMware (Host-Betriebssystem und Virtualierungssoftware in einem) zum Einsatz. Dateisysteme im Host sind entsprechend des Betriebssystems flexibel. Die bekanntesten sind VMFS, NTFS, ReiserFS oder EXT4. Gast kann nahezu jedes Betriebssystem mit seinen Dateisystemen sein.

Aus Sicht der Datenrettung lässt sich festhalten, dass sich die Gefahren durch zusätzliche Layer vermehren und im Fall der Fälle der Aufwand für eine Datenwiederherstellung steigt. So können Fehler durch das Betriebssystem oder die Virtualisierungssoftware des Hosts verursacht werden, durch das Betriebssystem in der virtuellen Maschine oder durch die Anwendungssoftware. Wenn dann zum Beispiel Dateisysteminformationen nicht korrekt gespeichert werden, können virtuelle Server als defekt oder mit einer Dateigröße von 0 Byte angezeigt werden.

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