Gefahren der Virtualisierung

Wie RAID-Verbunde zu Datenverlust führen

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Ausfall von RAID-Controllern

Eine weitere, oft gar nicht beachtete Gefahr der Bündelung der Ressourcen auf eine leistungsstarke Maschine ist der Ausfall des RAID-Controllers. Nicht selten sind adaptive Parameter auf dem Controller gespeichert, umgekehrt sind auf den im RAID-Verbund eingesetzten Festplatten Informationen zum RAID-Controller hinterlegt. Dies bedeutet, dass selbst durch Austausch eines baugleichen RAID-Controllers kein Zugriff auf den Verbund garantiert ist.

„Menschliche“ Fehler

Nicht zu unterschätzen ist auch die Gefahr menschlicher Fehler. Gerade in Drucksituationen eines Serverausfalls müssen meist innerhalb kurzer Zeit schnell richtige Entscheidungen getroffen werden. Doch gerade hier passieren verhängnisvolle Fehlgriffe.

Bricht etwa in einem RAID5-Verbund der Vorgang des Rebuilds durch einen weiteren defekten Datenträger ab, so wird aus Panik der zweite defekte Datenträger ausgetauscht und durch einen neuen ersetzt. Läuft der Vorgang des Rebuilds zu 100 Prozent durch, dann hat man am Ende zwar ein funktionsfähiges RAID, allerdings auch korrupte Daten.

Fatale Rebuilds können aber auch durch das Ersetzen falscher Datenträger oder durch eine falsche Reihenfolge der Festplatten erfolgen. Dabei ist zu beachten, dass in vielen Fällen auch die Reihenfolge der in den Servern verbauten Festplatten nicht mit der vom RAID-Controller verwalteten Reihenfolge übereinstimmt.

Administrationsfehler

Die gängigen Administrationsfehler im virtuellen Umfeld sind durchaus dieselben wie bei klassischen Systemen: Oft scheitert es an übersichtlichen und vollständigen Dokumentationen. So ist häufig nicht bekannt, wie viele virtuelle Maschinen im Einsatz sind, welches Gast-Betriebssystem zugrunde liegt und was der Inhalt der virtuellen Maschinen ist.

Durch die zusätzliche Virtualisierungsschicht in Server- und Speicherinfrastrukturen werden die Systeme weitaus komplexer. Insbesondere bei Einsatz verschiedener Betriebs- und Dateisysteme geht eine höhere Komplexität zu Lasten der Übersichtlichkeit und Sicherheit. Die Fehlerquelle Mensch ist hier nicht zu unterschätzen. Falsches Konfigurieren oder nicht-zeitgerechtes Ausführen von Aktualisierungen bergen immer die Gefahr potenzieller Einstiegslöcher in virtuelle Umgebungen.

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