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Wie die Sicherheitslücke zum Wurm wurde
Es dauerte nicht lange, bis Magnus Holm alias „Judofyr“ diese Lücke nutzte, um Tweets mit erweiterten Auswirkungen zu erstellen. Seine ersten Versuche bestanden aus einem Tweet mit besagten schwarzen Balken, die aus schwarzer Schrift auf schwarzem Hintergrund bestanden. Dies sollte Follower dazu verleiten, diesen Link anzuklicken, um Java-Script-Code auszuführen.
In seinem zweiten Versuch erweiterte “Judofyr” seinen Tweet mit der „onmouseover“-Funktion, die bei Überfahren des Links zu einem Retweet führte. Die Auswirkung dieser Erweiterung war recht schnell zu erkennen. In nur zehn Minuten waren es nun ca. 40.000 Tweets. Diese Variante an sich, war aber nicht „schadhaft“, da sie sich nur ausbreitete und gelöscht werden konnte. Sie hatte keine weiteren Folgen. In einem späteren Tweet weist “Judofyr” darauf hin, dass Twitter-Würmer mit schadhaftem Code nicht vom Ihm stammen, und sich von seiner Version unterscheiden würden.
Als der Twitter-Wurm ein böses Inneres bekam
Matt Gascoigne alias „matsta“ erstellte nun auf Basis der bisherigen Erkenntnisse einen Twitter-Wurm, der nicht mehr so harmlos wie die bisherigen sein sollte. Er erstellte zwei Tweets, die bei dem erwähnten Auslösen des „onmouseover“ Ereignisses zu Umfragen führten, die einem Affliate-Partner-Programm angehörten. Pro beantwortete Umfrage bekommt der Affiliate-Partner einen gewissen Geldbetrag. Spätestens zu diesem Zeitpunkt ging es also klar um finanzielle Apsekte bei der Ausnutzung der Sicherheistlücke.
Der zweite Tweet verspricht, nach erfolgreichem Ausfüllen eines Fragebogens die Weiterleitung an eine Anleitung. Diese Anleitung soll dem Benutzer aufzeigen, wie er sich vor dem Twitter-Wurm schützt. Diese Anleitung wurde von „matsta“ nur verlinkt und nicht von Ihm selber erstellt. Gegen 16 Uhr wurde die Sicherheitslücke bei Twitter geschlossen. Die bisherigen Tweets sind nun auch nicht mehr schadhaft.
Fazit
Es wurde in diesem Fall wieder deutlich, dass auch „altbekannte“ Sicherheitslücken, wie das Cross-Site-Scripting zu einer großen Gefahr werden können. Der Twitter-Wurm hatte bis auf die Wirkung der Gewinnabsicht via Umfragen keine bisher bekannten schadhaften Wirkungen. Stellen Sie sich aber vor, was passiert wäre, wenn durch den Java-Script-Code zum Beispiel ein Adobe Flash oder Adobe PDF nachgeladen worden wäre.
Auf den ersten Blick klingt das nicht gefährlich. Betrachtet man aber die Tatsache, dass es noch ungepatchte Lücken bei diesen Formaten gibt, so wird einem deutlich welche Auswirkungen das hätte haben können.
Inhalt
- Seite 1: Twitter-Wurm sorgt für Chaos
- Seite 2: Wie die Sicherheitslücke zum Wurm wurde
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