Continental, ThyssenKrupp und zuletzt Microsoft: Die Beispiele zeigen, wie akut die Gefahr von Hackerangriffen ist. Immerhin hat die Zahl von Cyberangriffen 2022 zugenommen. Wie die aktuellen Entwicklungen im Bereich Cybersecurity aussehen, welches die häufigsten Angriffstypen sind und wie sich die aktuelle Marktlage auf Investments in der Branche auswirken, erzählen Daniel Hofmann, CEO von Hornetsecurity, und Christian Stein, Managing Director bei PSG Equity.
Die Cybersicherheitslandschaft entwickelt sich ständig weiter und es ist für Unternehmen entscheidend, informiert zu bleiben und proaktiv zu handeln, um sich vor den neuesten Bedrohungen zu schützen.
(Bild: greenbutterfly - stock.adobe.com)
Sicherheit ist ein kostbares Gut und wird gerade im digitalen Raum immer wichtiger für Privatpersonen, aber auch Unternehmen und Nationen. Während es früher üblich war, Cybersicherheit in die IT-Abteilung zu verlagern, wird sie nun zunehmend zu einem wesentlichen Teil der strategischen Planung auf höchster Ebene. Doch worauf kommt es bei solchen Überlegungen an?
Schwachstelle “Mensch”
Um sich zu schützen, benötigen Unternehmen vor allem eine Cybersicherheitsstrategie, die den "menschlichen Faktor" berücksichtigt und drei Schlüsselelemente umfasst: Denkweise, Fähigkeiten und Werkzeuge. Kriminelle nutzen die schwächste Stelle in der Verteidigung eines Unternehmens aus, indem sie Social-Engineering-Angriffe durchführen und Mitarbeitende durch geschickt gefälschte E-Mails manipulieren. So ergab eine kürzlich durchgeführte Studie von Hornetsecurity, für die 25 Milliarden E-Mails analysiert wurden, dass bösartig eingestufte E-Mails häufig schädliche Dateitypen enthielten, darunter vor allem Archive (28 Prozent) HTML-Dateien (21 Prozent), Word-Dokumente (12,7 Prozent), PDF-Dateien (12,4 Prozent) und Excel-Dateien (10,4 Prozent).
Dieses sogenannte Phishing ist mit 39,6 Prozent aller Angriffe weiterhin eine beliebte Methode. Allerdings variieren diese, ebenso wie die Häufigkeit der Angriffe, von Branche zu Branche. Aber auch Faktoren wie die Fähigkeit eines Unternehmens, Lösegeld zu zahlen, und der gesellschaftliche Druck, der durch die Funktion der angegriffenen Institution entsteht, können eine Rolle spielen. So ist laut dem Threat Index die Automobilindustrie derzeit am stärksten bedroht. Aber auch die Sektoren Bildung und Forschung, die an vierter bzw. fünfter Stelle stehen, sind häufige Ziele von Cyberkriminellen.
In einer Umfrage unter mehr als 2.000 IT-Fachleuten gaben 25 Prozent an, dass sie unsicher sind oder glauben, dass etwa Microsoft 365 gegen Ransomware-Angriffe immun ist. Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, die Benutzer:innen regelmäßig über E-Mail-Sicherheitsbedrohungen und Schwachstellen zu schulen. Jede zugängliche Anwendungsprogrammierschnittstelle (API) stellt eine potentielle Angriffsfläche für Hacker dar. Diese werden durch Initiativen wie Homeoffice und BYOD (bring your own device) zu einer zunehmenden Herausforderung der Cybersicherheitsteams.
Mobile Risiken und Cloud-Sicherheitsprobleme
Vor diesem Hintergrund gilt es mit Blick auf das Jahr 2023 im Bereich der Cybersicherheit mehrere Entwicklungen zu berücksichtigen.
Wir glauben, es ist wahrscheinlich, dass Angriffe, die sich auf mobile Geräte konzentrieren, zunehmen werden, ebenso wie Angriffsmethoden, die auf MFA-Anwendungen (Multi-Faktor-Authentifizierung) abzielen. Diese Art von Angriffen wurde Berichten zufolge beim Hack von Uber im September 2022 eingesetzt und verursachte erhebliche Schäden. Die zunehmende Abhängigkeit von der Cloud hat einige wichtige Sicherheitsfragen aufgeworfen, darunter die wachsende Abhängigkeit von Cloud-APIs. Diese APIs mögen unser Leben einfacher machen, aber jede zugängliche API ist auch eine potentielle Angriffsfläche für Cyberkriminelle.
Auch wird es immer üblicher, dass Hackerorganisationen professionelle Marketing-Toolkits zur Durchführung ihrer Angriffe verwenden. Das macht deutlich, wie wichtig eine solide Grundlage für die Cybersicherheit ist. In der heutigen Bedrohungslandschaft ist es für Unternehmen von entscheidender Bedeutung, eine robuste E-Mail-Sicherheitsstrategie zu implementieren, um sich vor Bedrohungen zu schützen und die Sicherheit ihrer Systeme und Daten zu gewährleisten. Trotz der Verbreitung verschiedener Kommunikationsplattformen wird die E-Mail nach wie vor am häufigsten genutzt: Täglich werden 333,2 Milliarden E-Mails zu geschäftlichen und privaten Zwecken verschickt.
Durch die COVID-19-Pandemie und die beschleunigte Migration in die Cloud sowie dem damit verbundenen Homeoffice-Trends hat das Interesse an Cybersicherheit in Unternehmen zugenommen. Auch, weil die Anzahl und Vielfalt von Cyberangriffen anstieg.
Innovative Sicherheitslösungen, die für die Abwehr dieser Angriffe effektiv sind, wie maschinelles Lernen, die Multi-Faktor-Authentifizierung, robuste Reaktionspläne für Zwischenfälle und die Einführung von Cloud-basierten Sicherheitslösungen werden für Unternehmen daher auch in Zukunft unerlässlich sein.
Zusätzlich zur Zusammenarbeit mit IT-Dienstleistern sollten Unternehmen eigene Cybersicherheitsmaßnahmen ergreifen, z. B. durch regelmäßige Software-Updates und Schulungen der Mitarbeitenden, um potenzielle Angriffe zu erkennen und abzuwehren. Für Unternehmen ist es wichtig, sich über die neuesten Bedrohungen und bewährten Verfahren zu informieren, damit sie wirksam vor Cyberangriffen geschützt sind.
Konsolidierung treibt Investitionen an
Ein weiterer wesentlicher Trend im Cybersicherheitssektor ist schließlich die Konsolidierung des Marktes, der ihn aus unserer Sicht zu einem attraktiven Investitionsbereich macht. Insbesondere, weil größere Unternehmen ihr Angebot und ihre Reichweite ständig erweitern. Derzeit gilt der Markt für Cybersicherheit noch als stark fragmentiert, mit vielen Anbietern, die spezialisierte Produkte oder Dienstleistungen anbieten. Die Kunden tendieren jedoch immer mehr dazu, integrierte Produktpakete zu kaufen, die ein breiteres Spektrum an Cybersicherheitsschutz bieten, statt viele verschiedene Einzellösungen zu verwenden. Dieser Verlagerung kommen größere Unternehmen entgegen, indem sie ihren Kunden umfassende Cybersicherheitslösungen anbieten.
Blick nach vorne
Die Cybersicherheitslandschaft entwickelt sich ständig weiter und es ist für Unternehmen entscheidend, informiert zu bleiben und proaktiv zu handeln, um sich vor den neuesten Bedrohungen zu schützen. Mit Blick auf das Jahr 2023 werden, nach unserer Einschätzung, Angriffe auf mobile Geräte, Schwachstellen in der Cloud und ausgeklügelte Hacking-Methoden wohl zu den größten Problemen gehören.
Unternehmen müssen daher robuste E-Mail-Sicherheitsstrategien implementieren und innovative Lösungen wie maschinelles Lernen und Multi-Faktor-Authentifizierung integrieren. Darüber hinaus wird der Einsatz von künstlicher Intelligenz und cloudbasierten Sicherheitslösungen weiter an Bedeutung gewinnen. Für Unternehmen ist es wichtig, mit IT-Dienstleistern zusammenzuarbeiten und eigene Cybersicherheitsmaßnahmen zu implementieren, wie z. B. regelmäßige Software-Updates und Schulungen. Denn nur, wenn sie informiert bleiben und proaktiv handeln, können sich Unternehmen effektiv vor Cyberangriffen schützen und langfristig erfolgreich sein.
Über die Autoren
Christian Stein, Managing Director, ist seit Juni 2020 bei PSG Equity im Londoner Büro tätig. PSG Equity ist eine Kapitalgesellschaft, die Partnerschaften mit Software- und technologiebasierten Dienstleistungsunternehmen eingeht. In dieser Funktion investiert er in dynamische B2B-Softwareunternehmen und arbeitet eng mit Gründer:innen und Management-Teams zusammen. Zuvor war er sieben Jahre lang Direktor bei HgCapital, wo er sich auf B2B-Software-Investitionen in Europa und den USA konzentrierte.
Stand: 08.12.2025
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Daniel Hofmann ist Gründer und CEO von Hornetsecurity und verantwortlich für das Accounting und die strategische Unternehmensentwicklung. Hornetsecurity ist ein weltweit führender Anbieter von Cloud-Sicherheits- und Compliance-Lösungen, der Unternehmen und Organisationen aller Größenordnungen auf der ganzen Welt absichert. Als IT-Kaufmann hat Daniel Hofmann viele Jahre Erfahrung in verschiedenen Positionen im IT-Markt. Seit 2004 ist er als Unternehmer aktiv.