In einer zunehmend digitalisierten Welt sind traditionelle Sicherheitslösungen wie Firewalls und Antivirenprogramme für Unternehmen nicht mehr ausreichend, um den komplexen Angriffen standzuhalten. Hier kommt XDR ins Spiel. XDR steht für Extended Detection and Response und ist eine fortschrittliche Sicherheitstechnologie, die entwickelt wurde, um Unternehmen vor modernen Cyber-Bedrohungen zu schützen.
Am Beginn jeder großen, modernen Technologie stehen andere Systeme, die einst State of the Art waren. Im Falle von XDR sind es bspw. Intrusion Detection Systems (IDS) und Endpoint Detection and Response (EDR).
(Bild: ArtemisDiana - stock.adobe.com)
XDR zieht sich seine Daten aus unterschiedlichen integrierten Sicherheitsdatenquellen wie Endpunkten, Netzwerken sowie Cloud-Umgebungen und analysiert sie. Durch diese Kombination von Daten aus zahlreichen, verschiedenen Quellen ermöglicht XDR eine umfassende Erkennung und damit auch umgehende Reaktion auf Bedrohungen. Es nutzt fortschrittliche Analysemethoden wie Machine Learning und Verhaltensanalyse, um verdächtige Aktivitäten zu identifizieren und auf sie zu reagieren.
Das Hauptziel von XDR besteht darin, die Reaktionszeit auf Bedrohungen zu verkürzen und die Effektivität der Sicherheitsmaßnahmen zu verbessern. Durch die Integration verschiedener Sicherheitsdatenquellen entsteht eine ganzheitliche Sicht auf die Sicherheitslage eines Unternehmens. Dank dieser neuen, automatisierten Sicherheitsebene werden die IT-Teams entlastet und die Reaktionszeit auf unmittelbare, digitale Bedrohungen deutlich verkürzt.
The Origin Story: Die Geschichte hinter der Technologie
Zu Beginn jeder bahnbrechenden, modernen Technologie stehen andere Systeme, die einst State of the Art waren. Im Falle von XDR sind hier definitiv Intrusion Detection Systems (IDS) und Endpoint Detection and Response (EDR) zu nennen.
Betrachten wir zunächst einmal IDS: Diese Systeme wurden bereits in den 1990er Jahren entwickelt, um Netzwerke und Datenverkehr auf verdächtige Aktivitäten zu überwachen und digitale Angriffe zu erkennen. Jedoch konnten sie nur Meldung darüber geben, dass ein Angriff stattfindet – Informationen über Art und Umfang lieferten sie nicht. IDS gehören zu den passiven Systemen, da sie lediglich Meldung machen, aber nicht selbst direkt gegen Bedrohungen vorgehen können.
Darauf folgte in den 2000er Jahren die EDR-Technologie als eine Weiterentwicklung von IDS. EDR konzentriert sich auf die Analyse und Überwachung von Endgeräten wie etwa Servern und Computern. Es werden Daten über Aktivitäten gesammelt, die unter anderem Prozesse, Dateizugriffe und Netzwerkverbindungen umfassen. Dadurch sollen verdächtige Verhaltensweisen oder auch Anomalien erkannt werden. Außerdem ist es EDR möglich, auf erkannte Angriffe zu reagieren – anders als bei seinem Vorgänger IDS.
Da beide Technologien kein holistisches Bild bieten können, wurde XDR entwickelt, um eben diese Lücken zu schließen. Mit diesem System stellt sich nicht mehr die Frage „Netzwerk oder Endpoint?“
Steigende Ansprüche und wachsendes Schutzniveau
Die Vorteile der Nutzung von XDR liegen auf der Hand:
1. Umfassende Analyse und Kontrolle über verschiedene Sicherheitsbereiche wie Endpunkte, Netzwerke sowie Cloud-Umgebungen: Laut einer Studie von Forrester Research kann XDR die Erkennung von Bedrohungen um 50 Prozent steigern. Das verringert das Risiko von Datenverlusten und finanziellen Schäden massiv. Insgesamt führt das zu einer effizienteren Umsetzung der eigenen Sicherheitsstrategie.
2. Schnellere Reaktion auf Sicherheitsvorfälle: Laut dem Ponemon Institute beträgt die durchschnittliche Zeit zur Erkennung eines Sicherheitsvorfalls in der Finanzbranche 98 Tage. Mit XDR kann diese Zeit auf durchschnittlich 24 Tage reduziert werden. Ein weiterer Erfolgsfaktor bei der Reduktion der Reaktionszeit ist die Nutzung von Machine Learning und AI. XDR-Systeme können Muster und Anomalien in den analysierten Daten erkennen, um potenzielle Bedrohungen frühzeitig zu bemerken. Dies ermöglicht eine schnellere Reaktion auf echte Vorfälle und reduziert die Wahrscheinlichkeit von Fehlalarmen.
3. Höhere Effizienz bei der Untersuchung von Sicherheitsvorfällen: Laut dem SANS-Institute können XDR-Systeme die Zeit für die Untersuchung von Vorfällen um bis zu 80 Prozent reduzieren. Dieser massive Zeitgewinn ist besonders durch den Wegfall der manuellen Datenanalyse zu erklären. Durch die Kombination von Daten aus verschiedenen Quellen wie Endpunkten, Netzwerken und Cloud-Umgebungen können XDR-Systeme ein umfassenderes Bild von Bedrohungen liefern. Dies ermöglicht es Sicherheitsteams, Vorfälle besser zu verstehen und angemessene Maßnahmen zur Eindämmung und Behebung zu ergreifen.
Konkrete Einsatzszenarien gibt es viele, jedoch sind die Auswirkungen in Branchen, die mit sensiblen Daten hantieren, deutlich dramatischer – so etwa in der Gesundheitsbranche. Laut dem IBM Cost of Data Breach Report 2023 beträgt der durchschnittliche Gesamtschaden eines geglückten Angriffs im Gesundheitswesen umgerechnet etwa 10,93 Millionen US-Dollar. Durch den Einsatz von XDR können Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen ihre Sicherheitsmaßnahmen verbessern und das Risiko von Datenlecks und finanziellen Verlusten erheblich reduzieren.
Schützen, bevor es zu spät ist
Nicht nur weltweit steigt die Menge der Cyberbedrohungen stetig an, sondern auch direkt vor unserer digitalen Haustür. Laut dem Lagebericht 2022 des Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist die Gefährdungslage im Cyberraum so hoch wie nie zuvor, die Herausforderungen werden immer größer. Dem Bericht zufolge sind die größten Bedrohungen auf Ransomware-Angriffe zurückzuführen. Hinzu kommen Schwachstellen in aufgespielten Systemen: Im Jahr 2021 wurden zehn Prozent mehr Schwachstellen bekannt als noch in 2020.
Nach einem Bericht „Wirtschaftsschutz 2022“ des Branchenverbands Bitkom entsteht der deutschen Wirtschaft pro Jahr ein Schaden von mehr als 203 Milliarden Euro. IBM hat außerdem herausgefunden, dass die durchschnittlichen Kosten einer Datenschutzverletzung im Jahr 2023 weltweit bei rund 4,45 Millionen USD pro Unternehmen lagen – ein Anstieg von 15 Prozent innerhalb von drei Jahren. Auch eine jüngst von Trellix in Zusammenarbeit mit Vanson Bourne durchgeführte Studie unterstreicht den massiven Zeitdruck: mit 98 Prozent der Unternehmen mussten einen größeren Cyber-Sicherheitsvorfall bewältigen, 38 Prozent von ihnen sogar mehr als nur einmal. Damit ist der Cyber-Druck in Deutschland extrem hoch – und er wird in den nächsten Jahren nur noch weiter zunehmen.
Die digitale Verteidigung eines Unternehmens wird durch mangelnde Transparenz innerhalb der eigenen Systeme schlichtweg deutlich komplizierter. Damit ist die Unternehmens-IT im Falle eines Angriffs praktisch blind. Wird hingegen der XDR-Ansatz mit seinen hochangereicherten Daten genutzt, werden die Systeme proaktiv und umfassend geschützt – gegen aktuelle und zukünftige Bedrohungen.
Stand: 08.12.2025
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Über den Autor: Fabien Rech ist SVP & GM EMEA bei Trellix.