Ab Oktober 2025 fallen alle Versionen von Windows 10 aus dem Support. Ab 14.10.2025 erhalten PCs, auf denen Windows 10 installiert ist keine Updates mehr. Mit 0Patch des slowenischen Unternehmens Acros Security, lässt sich dieses Problem günstiger umgehen als mit Extended Security Updates (ESU) von Microsoft.
Mit 0Patch können Unternehmen Windows 10 auch nach offiziellem Support-Ende weiter mit Updates versorgen und das sogar günstiger als bei Microsoft.
(Bild: Miha Creative - stock.adobe.com)
Wenn am 14. Oktober 2025 der Support aller Windows 10-Versionen endet, bekommt das Betriebssystem von Microsoft keinerlei Updates mehr. Das stellt angesichts der aktuellen Sicherheitslage durchaus ein Problem dar. Es gibt mehrere Lösungen dafür. Eine kommt über das ESU-Programm von Microsoft, die anderen vom slowenischen Unternehmen Acros Security in Form der Lösung 0Patch. Da Slowenien Teil der EU ist, sind rechtliche Implikationen keine zu erwarten, die DSGVO gilt natürlich auch hier.
Parallel zu Windows 10 lassen sich beim Einsatz von 0Patch sogar PCs mit Windows 7 weiterhin mit Updates versorgen. Die Kosten dafür sind identisch mit dem Schutz von Windows 10. Ebenfalls dabei sind bei 0Patch noch Updates für Microsoft Office 2010/2013 und Windows Server 2008 R2/2012.
Microsoft bietet für Unternehmen und Privatpersonen zwar die Möglichkeit über das Extended Security Update-Programm (ESU) weiterhin Updates als Abonnement zu beziehen, allerdings ist das recht teuer. Unternehmen müssen im ersten Jahr mit Kosten von über 60 Euro pro PC rechnen, um zumindest bis Oktober 2026 Updates zu erhalten. Privathaushalte können ESU ebenfalls buchen. Hier liegen die Kosten bei 30 US-Dollar für ein Jahr, also bis Oktober 2026. Danach lassen sich bei Microsoft die Updates noch zweimal jährlich bis Oktober 2028 verlängern. Danach läuft auch dieses Programm aus.
Bei 0Patch können Unternehmen und Privatpersonen ebenfalls Updates für Windows 10 buchen. Das Programm läuft nach aktuellen Informationen bis ins Jahr 2030 hinein. Grundlegende Updates stellt Across Security sogar kostenlos zur Verfügung. Das gilt aber nur für Zero-Day-Lücken, nicht für andere Updates. 0Patch muss ebenfalls lizenziert werden, wenn Unternehmen oder Privatpersonen Zugriff auf alle bekannten Updates erhalten wollen. Die Kosten bei 0Patch liegen bei 24.95 Euro plus Mehrwertsteuer pro PC/Server und Jahr. Soll noch eine zentrale Verwaltung der Updates dazukommen ist 0Patch Enterprise notwendig. Hier liegen die Kosten bei 34.95 plus Umsatzsteuer, ebenfalls pro PC und Jahr. Unternehmen profitieren an dieser Stelle ebenfalls von den weitergehenden Unterstützungen für Office 2010/2013 sowie Windows Server 2008 R2/2012.
Bei 0Patch arbeitet Across Security nicht wie Microsoft. Es findet keine direkte Aktualisierung des Betriebssystems über Updates statt, sondern 0Patch arbeitet mit Micropatches. Diese schließen einzelne Sicherheitslücken, die gravierend sind, meistens öffentlich bekannt und für Unternehmen eine Sicherheitsgefahr darstellen. Dazu wird zunächst auf den jeweiligen PCs oder Servern der 0Patch-Agent installiert. Dieser überwacht das installierte Betriebssystem und laufenden Anwendungen auf Prozesse, für die das Unternehmen Updates zur Verfügung stellt. Findet der Agent eine Lücke mit vorhandenem Update, lädt er aus seiner Datenbank das Update herunter und bindet es in das Betriebssystem ein. 0patch ersetzt dabei aber keine ausführbaren Dateien oder ändert sie in irgendeiner Weise ab. Die Lösung implementiert das Update im Arbeitsspeicher und führt dadurch eine Injektion des Codes aus. Ein Neustart ist dabei selten notwendig.
0patch entwickelt Mikropatches gezielt für Schwachstellen, die ein besonders hohes Risiko für Benutzer darstellen. Dabei fließen mehrere Faktoren in die Risikobewertung ein. Vorrangig berücksichtigt 0patch Sicherheitslücken, deren Exploits oder Proof-of-Concepts öffentlich verfügbar oder für Angreifer leicht zugänglich sind. Solche Exploits lassen sich oft aus frei zugänglichen Quellen beziehen, aus Exploit-Kits extrahieren oder durch die Analyse offizieller Patches rekonstruieren. Ist ein Exploit bereits im Umlauf und wird in aktiven Angriffen verwendet, steigt die Priorität der Schwachstelle. 0patch konzentriert sich auf Sicherheitslücken mit realistischen Angriffsszenarien, insbesondere Remote-Code-Execution- oder Privilege-Escalation-Lücken.
Der 0patch-Agent sendet regelmäßig Telemetriedaten an den Cloud-Server. Zu den stündlich übertragenen Daten gehören der Computername, die Version des Betriebssystems, die IP-Adresse des Geräts, der aktuelle Status des Agents (aktiviert/deaktiviert) sowie Listen mit deaktivierten Patches, von der Patch-Verarbeitung ausgeschlossenen Anwendungen und bereits angewendeten Patches. Für jede Anwendung wird außerdem vermerkt, wie oft und wann ein Patch zuletzt angewendet wurde. Zusätzlich wird eine Übersicht über alle auf dem System gefundenen „patchbaren Module“ bereitgestellt, also Module, für die Mikropatches verfügbar sind. Ereignisse wie die Installation, Deinstallation oder Aktualisierung des Agents werden in Echtzeit gemeldet.
Stand: 08.12.2025
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So funktioniert die Anbindung von PCs und Servern an 0Patch
Um PCs mit Windows 7 und Windows 10 oder Server mit Windows Server 2008 R2 und Windows Server 2012 an 0Patch anzubinden, reicht zunächst ein kostenloses Konto, mit dem sich ein Überblick schaffen lässt. Dazu wird zunächst bei https://central.0patch.com ein kostenloses Konto eingerichtet. Unternehmen können den Dienst 30 Tage kostenlos testen, Privatanwender erhalten zumindest Zero-Day-Updates kostenlos.
Sobald ein Konto erstellt ist, lässt sich im Dashboard bei „Ressources“ der Windows-Agent herunterladen. Dieser wird installiert und mit dem jeweiligen Konto verbunden. Der 0patch-Agent lässt sich automatisiert, still und mit automatischer Registrierung installieren, indem entsprechende Befehle über die Befehlszeile verwendet werden. Dazu wird der Installer mit Parametern gestartet, die alle notwendigen Informationen zur Konfiguration und Registrierung enthalten. Ein typisches Beispiel für eine solche Installation ist:
Dieser Befehl führt eine stille Installation aus, wobei der Parameter AccountKey den Agenten automatisch mit dem entsprechenden 0patch-Konto in der Cloud verknüpft. Zusätzliche Parameter können hinzugefügt werden, um den Installationspfad, Proxy-Server-Einstellungen oder andere Optionen festzulegen. Wird der Agent über einen Proxy-Server verwendet, können die entsprechenden Details, wie Hostname, Port und Authentifizierungsdaten, ebenfalls über Parameter angegeben werden. Der Installationspfad kann mit dem Parameter TargetDir geändert werden, wenn die Standardpfade nicht genutzt werden sollen:
Für Enterprise-Konten kann der Agent direkt einer bestimmten Gruppe in der zentralen Verwaltung zugewiesen werden. Dazu wird der Parameter GroupID genutzt:
Durch diese Methoden wird der Agent ohne Benutzerinteraktion eingerichtet und kann sofort mit der Synchronisierung beginnen, um Patches herunterzuladen und anzuwenden. Die Deinstallation des Agenten erfolgt dann zum Beispiel mit:
msiexec /x 0patchInstaller.msi /q
Die einzelnen Befehle sind im Handbuch zu finden, das sich ebenfalls im Menüpunkt „Ressources“ befindet.
Nach kurzer Zeit erscheinen alle PCs, die sich mit diesem Konto anmelden in der Weboberfläche. Über den Agent auf dem Endgerät können Admins oder Anwender nach Updates suchen und diese implementieren lassen. Der Status dazu ist im Fenster zu sehen. Admins können durch einen Klick auf einzelne Computer im Dashboard Informationen wie Stand des Betriebssystems, letzte lokale IP-Adresse, installierte Updates, die letzte Synchronisierung, Lizenz und Version des 0Patch-Agents abrufen.
Firewalls, Internetverbindung und Sicherheit des 0Patch-Agents
Damit 0Patch funktioniert, muss der Client in regelmäßigen Abständen mit dem 0Patch-Server kommunizieren können. Das muss in den Firewalls des Unternehmens freigeschaltet werden. Der Agent aktualisiert seine lokale Datenbank etwa einmal in der Stunde. Bei einem Neustart des Betriebssystems wendet der Agent die Updates an, die in der lokalen Datenbank gespeichert sind. Ohne Internetverbindung läuft das System zwar so weiter, aber die lokale Datenbank erhält keine Updates mehr. Das Einrichten von Regeln ist aber recht einfach. Damit 0Patch sich aktualisieren kann, ist eine Verbindung zum Server dist.0patch.com (IP-Adresse 52.28.163.251) auf Port 443 notwendig. Sowohl „0patchConsole.exe“ als auch „0patchService.exe“ müssen in der Lage sein, die Verbindungen herzustellen. Aktuell ist nicht geplant, die IP-Adresse des Servers zu ändern, es ist generell aber sinnvoller den FQDN zu verwenden, wenn Regeln notwendig sind.
Um den 0patch-Agent über einen HTTPS-Proxy anzubinden, sind manuelle Konfigurationen in der Windows-Registrierung erforderlich. Zunächst öffnet man den Registrierungseditor und navigiert zu HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\0patch. Dort stehen drei Schlüssel zur Verfügung, um die Proxy-Kommunikation einzurichten.
Der Schlüssel ProxyHost bleibt im Standardfall leer, wodurch kein Proxy verwendet wird. Wird jedoch ein Proxy-Host eingetragen, greift der Agent auf diesen zu, zusammen mit dem im Schlüssel ProxyPort festgelegten Port. Wichtig ist, den Port in dezimaler Schreibweise einzugeben, da die Standarddarstellung des Registrierungseditors hexadezimal ist.
Über den Schlüssel ProxyScheme wird das Authentifizierungsschema des Proxys definiert: Ein Wert von 0 deaktiviert die Authentifizierung, während ein Wert von 1 die BASIC-Authentifizierung aktiviert. Falls BASIC-Authentifizierung benötigt wird, müssen zusätzlich unter HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\0patch\ProtectedSettings die Anmeldedaten hinterlegt werden. Dieser Bereich der Registrierung ist jedoch nur für Administratoren zugänglich, da reguläre Benutzer keine Berechtigungen haben, Proxy-Anmeldeinformationen einzusehen. Falls der 0patch-Agent über einen Proxy-Server kommunizieren soll, können die Proxy-Details im Rahmen der Installation über entsprechende Parameter angegeben werden: