Security Navigator 2026 von Orange Cyberdefense Zahl der erfolgreichen Cyberangriffe hat sich seit 2020 verdreifacht

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

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Der Security Navigator von Orange Cyberdefense zeigt einen alarmierenden Anstieg professioneller Cyberkriminalität in Europa. Besonders kleinere Un­ternehmen und das Gesundheitswesen stehen im Fokus.

Es gibt auch Lichtblicke während des Sturms: Während Orange Cyberdefense zwar eine Zunahme der professionalisierten Cyberkriminalität beobachtet, werden strikte Vorgaben wie NIS 2 und der Cyber Resilience Act die Resilienz von Unternehmen erhöhen.(Bild:  RISHAD - stock.adobe.com / KI-generiert)
Es gibt auch Lichtblicke während des Sturms: Während Orange Cyberdefense zwar eine Zunahme der professionalisierten Cyberkriminalität beobachtet, werden strikte Vorgaben wie NIS 2 und der Cyber Resilience Act die Resilienz von Unternehmen erhöhen.
(Bild: RISHAD - stock.adobe.com / KI-generiert)

Dem aktuellen „Security Navigator“ von Orange Cyberdefense macht deutlich, dass die europäische Wirtschaft und insbesondere der deutsche Mittelstand immer stärker ins Fa­den­kreuz professioneller Cyberkriminalität geraten. Seit 2020 habe sich die Zahl der Unternehmen, die Opfer von Cyberangriffen wurden, verdreifacht. Allein im Jahr 2025 sei sie um 44,5 Prozent gestiegen. Für den Bericht wurden zwischen Oktober 2024 und September 2025 insgesamt 139.373 Sicherheits­vorfälle analysiert und 19.053 bestätigte Sicherheits­verletzungen aus­ge­wer­tet. Die Daten stammen aus europäischen und globalen Security Operations Centern, aus Incident-Response-Einsätzen, Darknet-Beobachtungen sowie aus eigenen Forschungs­teams und Cyber-Threat-Intelligence-Quellen.

Erpressung ist in Deutschland wachsendes Problem

Orange zufolge ist für Unternehmen Cyber-Extorion, also Cyber-Erpressung, die größte Be­droh­ung für Unternehmen. In Deutschland sei die Zahl der bekannten Opfer 2025 gegenüber 2024 um 91 Prozent gestiegen. Dabei gerate vo rallem kleine und mittlere Unternehmen bis 250 Beschäftigte in Mitleidenschaft. Da viele von ihnen Teil von Lieferketten sind und auch weltweit kritische Infrastrukturen beliefern, wirken sich erfolgreiche Cyberangriffe in solchen Netzen weit über die unmittelbare betroffene Organisation hinaus aus.

Besonders das Gesundheitswesen traf es dem Security Navigator nach hart: Die Zahl der Er­pres­sungs­fälle stieg um 69 Prozent. In Finanz und Versicherungsunternehmen um 71 Prozent, im Handel und in der Distribution um 80 Prozent. „Die europäische Wirtschaft ist stark vernetzt und digitalisiert. Aufgrund der gegenseitigen Abhängigkeiten kann eine einzige Schwachstelle zu massiven Kompromittierungen führen“, kommentiert Charl van der Walt, Head of Security Research bei Orange Cyberdefense. „Wer ein deutsches Industrieunternehmen oder einen europäischen Finanzdienstleister trifft, erzeugt schnell spürbare Effekte über Landesgrenzen hinweg.“ Diese Hebelwirkung mache Ziele in Europa besonders attraktiv.

Ziele der Cyberangreifer

Hinter diesen Angriffen steht Orange zufolge ein arbeitsteiliges Crime-as-a-Service-Gefüge. Die Akteure würden Zugangsdaten, Erpressungsplattformen, Ransomware Kits und Geld­wäsche modular anbieten. Zudem erhöhe Künstliche Intelligenz derzeit Tempo und Präzision der Angriffe, zum Beispiel durch mehrsprachige Phishing-Kampagnen und rasante Auswertung gestohlener Daten. Die Zahl aktiver Erpressergruppen im Security Navigator stieg seit 2020 von 33 auf 89.

Doch Cyberangriffe würde nicht mehr nur dazu dienen, sich zu bereichern. Staatliche Akteure und ideologisch motivierte Gruppen stören Lieferketten, manipulieren Informationsflüsse und setzen vertrauliche Daten als Druckmittel ein. Gerade manipulative Informationskampagnen treten laut Orange neben Cyberangriffen immer häufiger auf. Als Beispiele nennt der Anbieter gefälschte Pressemitteilungen, inszenierte Leaks, soziale Medien mit manipulierten Inhalten und koordinierte DDoS-Wellen gegen Medienhäuser und kritische Infrastrukturen. Das Ziel der Akteure sei es, Vertrauen zu untergraben und Märkte sowie demokratische Prozesse zu be­ein­flussen. Deshalb bräuchten Unternehmen neben technischer Abwehr auch belastbare Struk­turen für die Krisenkommunikation.

Verfolgung und strikte Vorgaben

Doch es gibt dem Security Navigator zufolge auch Lichtblicke. Orange konnte infolge der Analyse von 418 Strafverfolgungsoperationen aus den Jahren 2021 bis 2025 einige Erfolge beobachten. In 29 Prozent kam es zu Festnahmen, in 17 Prozent zur Stilllegung krimineller Infrastruktur, in 14 Prozent zu Anklagen. In Europa erhöhen zudem NIS 2, der Cyber Resilience Act und sektorspezifische Vorgaben den Druck, Risiken systematisch zu managen und Vorfälle zu melden. „Für Unternehmen bedeutet das zusätzlichen Aufwand, aber auch mehr Trans­pa­renz und Vergleichbarkeit. Organisationen mit ausgereiften Prozessen und klarer Governance erkennen Angriffe früher und begrenzen Schäden besser“, sagt Matthias Rosche, Geschäfts­führer von Orange Cyberdefense Deutschland.

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