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Ohne Viren keine Antivirus-Software
Schon 1996 hatte AVG Technologies die BSD-Version eines Antiviren-Programms auf Lager, die sich einfach auf den Mac portieren ließ. Da damals praktisch keine Mac-Viren bekannt waren, zögerte man die Markteinführung des Programmes aber immer wieder hinaus.
Doch nicht nur AVG „hofft“ auf den ersten Mac-Virus, auch Kapersky bereitet eine Lösung vor. Ebenso hat der finnische Anbieter F-Secure eine Software in der Hinterhand, angeblich bedingt durch eine Zunahme der Schadsoftware für Mac OS X.
Laut F-Secure wurden in den letzten Jahren nur ein oder zwei Mac-spezifische Schadprogramme entdeckt, deren Zahl inzwischen auf 150 bis 200 Varianten gestiegen sei. Allerdings wurde dabei kein konkreter Virus registriert, welcher der breiten Mac-Anwenderschaft wirklich schaden konnte.
Also was nutzt die Installation einer Anti-Viren-Software oder der regelmäßige Scan der Festplatte? Auf keinen Fall lässt sich damit ein Virenbefall wirklich verhindern.
Gefährliche Helfer von Drittanbietern
Bislang hat es keine Malware geschafft, nennenswerten Schaden in der Mac-Community anzurichten. Vielmehr weist die Security-Software von Drittanbietern Sicherheitslücken auf, die dem Mac mehr schaden als nutzen.
Schon 2005 hatte Apple erkennen müssen, dass Antiviren-Software von Fremdherstellern lästig sein kann. Bis dahin hatte man Virex von McAfee als Bestandteil des eigenen Online-Dienstes .Mac zum Download angeboten. Doch diese Software ließ die System-Performance deutlich zurückgehen, schaltete die Lüfter auf maximale Kapazität und beeinträchtigte weitere Programme. Infolgedessen riet Apple den .Mac-Kunden, Virex zu deinstallieren.
Norton Antivirus von Symantec verursachte in der frühen Version 9.0 mehrfach Probleme beim Überprüfen von komprimierten Archiven. Um genügend Speicherplatz vor dem Extrahieren der Archiv-Dateien vorzuhalten, wurde eine sehr große Datei angelegt. Allerdings wurde die Datei nach einem erfolgreichen Scan nicht immer gelöscht, sodass auf der Festplatte immer weniger Speicherplatz zur Verfügung stand.
In anderen Fällen zerstörte die AutoProtect-Komponente von Norton Antivirus temporäre Mac OS X-Dateien, was die CPU so sehr in Anspruch nahm, dass das System auf keine anderen Eingaben mehr reagierte. Beide Probleme wurden jedoch rechtzeitig erkannt und behoben.
Auch Sophos „Anti-Virus“ hatte beim Schutz der Anwender einige Macken aufzuweisen. So registrierte eine frühere Version für Mac OS X 10.4, also die Version „Tiger“, irrtümlich einen Befall durch den Virus „OSX/Inqtana.B worm“ und riet dem Anwender, kritische System-Dateien und Programme zu löschen – was zu massiven Problemen führte.
Inqtana.B war nach einem Java-basierten Virus-Konzept geschrieben, konnte jedoch dem Tiger-OS, das Ende Oktober 2007 durch das Mac-Betriebssystem „Leopard“ abgelöst wurde, nichts anhaben. Trotzdem veranlasste die Software von Sophos einzelne Anwender zu Panikhandlungen: Dutzende (manchmal Hunderte) von zentralen System-Dateien wurden gelöscht, was zur Beeinträchtigung wichtiger Anwendungen oder Datenverlusten führte.
Seite 3: Virenschutz mit Bordmitteln
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