Der Macintosh als virenfreie und sichere Plattform

Bordmittel des Mac OS oder Drittanbieter-Software – was schützt wirklich?

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Virenschutz mit Bordmitteln

Die Schlussfolgerung: Der Einsatz von Antiviren-Software für Mac OS X kann mehr Sicherheitslücken, Probleme mit Programmen oder Datenverluste verursachen als das Betriebssystem allein. Doch welche Alternativen existieren zu den Investitionen in aufwändige Sicherheits-Lösungen, um das Risiko eines Befalls zu senken?

Im Unix-Unterbau von Mac OS X 10.x war seit Markteinfühung eine Vielzahl von Features enthalten, mit denen der User sein System gegen Eindringlinge von außen schützen kann. Wenn Software einen Macintosh mit Mac OS X auf signifikante Weise verändern soll, muss der Anwender dies mit Eingabe seines Kennwortes zulassen. Systemänderungen sind also nur mit Kenntnis und Zustimmung des Anwenders möglich.

Wird ein bösartiges Programm als Bild, Video oder harmlose Datei getarnt, lädt ein PC solche Dateien oft ohne Hinweis. Am Macintosh hingegen unterscheidet der Apple-Browser Safari zwischen einer Datei und einem Programm und warnt den Anwender noch vor dem Laden.

Zudem prüft ein Mac täglich, wöchentlich oder monatlich, ob Aktualisierungen für das Betriebssystem vorhanden sind – darunter auch Features zum Schutz gegen Malware. Das Intervall lässt sich in den Systemeinstellungen des Rechners vorgeben.

Security-Funktionen der Mac-Firewall

Zu den serienmäßigen Sicherheits-Features des Macintosh gehört die integrierte Firewall. Bis Mac OS X „Tiger“ filterte eine paketorientierte Firewall von FreeBSD den eingehenden Datenverkehr. Um ausgehenden Datenverkehr zu überwachen, waren aber noch Zusatzprogramme wie „Little Snitch“ oder „GlowWorm“ erforderlich.

Seit der Einführung von Leopard im Oktober 2007 arbeitet die Firewall von Mac OS X in beide Richtungen, um die Netzwerkkommunikation im Extremfall komplett zu unterbrechen. Dadurch werden Trojaner oder Spyware ausgesperrt.

Obwohl die alte Firewall noch im Betriebssystem enthalten ist, kann sie mangels einer GUI nicht mehr zum Filtering konfiguriert werden. Auch sollte man auch die Verwendung der aktuelleren Firewall nicht übertreiben. Zu viele Überwachungs-Funktionen kosten Rechenzeit und können andere Funktionen oder Programme womöglich lahmlegen.

Remote-Dienste abschalten

Zum Schutz vor ungewollten Effekten sollte man nicht benötigte Dienste zur externen Kommunikation deaktivieren. Unter der Systemeinstellung „Sharing“ lassen sich alle Dienste einstellen, mit denen andere Nutzer von außen auf einen Mac zugreifen dürfen.

Zu diesen Diensten gehört die Freigabe einzelner Ordner im Netzwerk (Personal File Sharing), die Konfiguration des Mac zum Apache Webserver (Personal Web Sharing) oder die Freigabe eines Rechners als Remote Desktop. Wer besonders sicher gehen will startet nur jene Netzwerk-Dienste, die am Endgerät tatsächlich in Anspruch genommen werden müssen.

Mit den integrierten Features von Mac OS X kommt man recht weit, wenn man einen Apple vor Schadsoftware oder Datendiebstahl schützen möchte. Die Mehrheit der Mac-User darf also nach wie vor ziemlich beruhigt sein.

Bernhard Schoon ist Macintosh-User seit 1985.

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