Gefälschte Cookies umgehen GlobalProtect-Login PAN-OS-Bypass gewährt VPN-Zugang ohne Zugangsdaten

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

Eine Schwachstelle im GlobalProtect-Portal und -Gateway von PAN-OS (CVE-2026-0257) erlaubt das Fälschen von Authentifizierungs-Cookies. Angreifer bauen damit ohne gültige Zugangsdaten eine VPN-Verbindung ins interne Netz auf. Palo Alto Networks bestätigt aktive Angriffe, die CISA hat die Lücke in den KEV-Katalog aufgenommen.

Die Schwachstelle CVE-2026-0257 in PAN-OS GlobalProtect erlaubt gefälschte Cookies für VPN-Verbindungen ohne Zugangsdaten. Palo Alto Networks bestätigt aktive Angriffe.(Bild: ©  InfiniteFlow - stock.adobe.com)
Die Schwachstelle CVE-2026-0257 in PAN-OS GlobalProtect erlaubt gefälschte Cookies für VPN-Verbindungen ohne Zugangsdaten. Palo Alto Networks bestätigt aktive Angriffe.
(Bild: © InfiniteFlow - stock.adobe.com)

Palo Alto Networks führt die Authentication-Bypass-Schwachstelle CVE-2026-0257 mit einem hohen Schweregrad und einem CVSS-Wert von 7.8. Das Advisory erschien am 13.05.2026, ein Update vom 29.05.2026 bestätigt begrenzte Ausnutzungsversuche auf ungepatchten Geräten ohne Gegenmaßnahmen. Im Visier stehen PAN-OS und Prisma Access, Panorama und Cloud NGFW bleiben außen vor. Sicherheitsforscher dokumentieren zwei Angriffswellen am 13.05.2026 und 21.05.2026, beide nach ihrer Einschätzung von demselben Akteur.

Gefälschte Override-Cookies ohne Integritätsprüfung

Den Kern bildet die Funktion der Authentication-Override-Cookies, die einem angemeldeten Nutzer ein erneutes Eingeben der Zugangsdaten erspart. Diese Cookies verhalten sich wie Bearer-Token und sind standardmäßig deaktiviert. Der Fehler fällt unter CWE-565, eine Vertrauensstellung gegenüber Cookies ohne Prüfung von Gültigkeit und Integrität.

Voraussetzung für einen Angriff ist eine bestimmte Zertifikatskonfiguration. Das Zertifikat zum Ver- und Entschlüsseln der Cookies muss über einen weiteren Dienst exponiert sein, zum Beispiel das HTTPS-Interface des Portals oder Gateways. Ein entfernter Angreifer liest darüber den öffentlichen Schlüssel aus und erzeugt beliebige Override-Cookies in verschlüsselter Form. Der Server entschlüsselt sie mit dem passenden privaten Schlüssel und vertraut ihnen ohne Signaturprüfung. Daraus folgt eine Anmeldung und der Aufbau einer VPN-Sitzung ohne Zugangsdaten.

Betroffene Versionen und Voraussetzungen

Verwundbar sind Installationen mit aktivem GlobalProtect-Portal oder -Gateway, aktivierten Authentication-Override-Cookies und der genannten Zertifikatskonfiguration. Geräte ohne diese Kombination bleiben außen vor. Den Status der Cookies prüfen Administratoren im Management-Interface über "Network" -> "GlobalProtect" -> "Portals".

Die Lücke zieht sich durch die PAN-OS-Zweige 10.2, 11.1, 11.2 und 12.1. Die ersten korrigierten Versionen sind 10.2.18-h6, 11.1.15, 11.2.12 und 12.1.7, daneben stehen mehrere Hotfix-Releases in den älteren Zweigen bereit. Prisma Access aktualisiert der Hersteller nach eigenen Angaben automatisch im Rahmen des Upgrade-Plans. In hybriden Umgebungen mit On-Premises-Firewalls und Prisma Access bringen Betreiber alle lokalen Next-Generation-Firewalls auf eine korrigierte PAN-OS-Version, um die Cookie-Kompatibilität zur Cloud zu erhalten. Die CISA hat CVE-2026-0257 in ihren KEV-Katalog aufgenommen und setzte US-Bundesbehörden eine Behebungsfrist zum 01.06.2026, die sich als Priorisierung auf europäische Organisationen übertragen lässt.

Fazit

Die Schwachstelle sitzt am Remote-Access-Rand des Netzes, an dem ein einzelner Fehler in der Authentifizierung direkten Zugang zum internen Netz eröffnet. Aktive Ausnutzung und ein öffentlich verfügbarer Proof-of-Concept erhöhen den Druck auf Betreiber exponierter Gateways. Die Bindung an eine bestimmte Konfiguration grenzt den Kreis verwundbarer Systeme ein, schützt jedoch nicht die Geräte mit Authentication-Override-Cookies und der betroffenen Zertifikatskonfiguration.

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