6,3 Milliarden Dollar an Kryptowerten Milliardenschwerer Cyberangriff trifft Binance

Von Melanie Staudacher 2 min Lesedauer

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Binance meldet einen Cyberangriff mit Kryptowerten im Umfang von schät­zungs­wei­se 6,3 Milliarden Dollar. Auszahlungen bleiben vorerst gestoppt, Einzahlungen laufen wieder normal. Die Börse verspricht, Verluste auszu­gleichen.

Hinter dem Cyberangriff auf Binance vermutet TRM Labs nordkoreanische Täter, der wohl über den gehackten Laptop eines DevOps-Mitarbeiters begann.(Bild:  KI-generiert)
Hinter dem Cyberangriff auf Binance vermutet TRM Labs nordkoreanische Täter, der wohl über den gehackten Laptop eines DevOps-Mitarbeiters begann.
(Bild: KI-generiert)

Die Kryptobörse Binance hat einen Cyberangriff mit einem geschätzten Umfang von 6,3 Milliarden Dollar bestätigt. Am 30. Oktober 2026 wurde über die offizielle Newsseite auf Binance Square mitgeteilt, dass bislang Kryptowerte im Umfang von rund drei Milliarden Dollar eingefroren und damit weitere Transfers dieser Vermögenswerte blockiert worden seien. Binance versichert, dass die Nutzerbestände sicher sind, und will sämtliche Verluste aus Unternehmensmitteln sowie dem Sicherheitsfonds Secure Asset Fund for Users (SAFU) ausgleichen. Wie hoch der endgültige Verlust ausfällt, ist noch offen.

Mitarbeiter-Laptop als möglicher Einstiegspunkt

Nach ersten Untersuchungen könnte der kompromittierte Laptop eines DevOps-Mitarbeiters einem Angreifer Zugriff auf einen Service-Container ermöglicht haben. Darüber seien unerlaubte Auszahlungstransaktionen eingereicht worden. Hinweise darauf, dass private Wallet-Schlüssel abgeflossen sind, habe Binance bislang nicht gefunden. Die Börse widerrief die Autorisierung der betroffenen Adresse und untersucht den vollständigen Angriffsweg. Einen detaillierten technischen Untersuchungsbericht will das Unternehmen veröffentlichen, sobald die Ermittlungen abgeschlossen und die Fakten überprüft sind.

Mutmaßlich nordkoreanische Akteure

Nach einer Meldung der Tagesschau ordnet die Blockchain-Analysefirma TRM Labs den Angriff nordkoreanischen Akteuren zu. Diese hätten innerhalb von 20 Minuten den Großteil der erbeuteten Kryptowährungen bewegt. Die Zuschreibung ist eine Einschätzung von TRM Labs. Binance selbst nennt in den vorliegenden Mitteilungen keine Täter, arbeitet aber nach eigenen Angaben mit Strafverfolgungsbehörden und Blockchain-Analysepartnern zusammen, um Gelder nachzuverfolgen und zurückzuholen.

Einzahlungen wieder möglich, Auszahlungen weiter gestoppt

Laut einem weiteren Beitrag von Binance News von heute, dem 30. Oktober, laufen Einzahlungen inzwischen wieder normal. Auszahlungen bleiben dagegen ausgesetzt, während die Börse den Auszahlungsdienst und die zugehörigen Adressen sicherheitstechnisch überarbeitet. Binance erwartet, Auszahlungen innerhalb von 48 Stunden wieder freigeben zu können. Nach Abschluss der Bereinigung will das Unternehmen außerdem einen aktualisierten Reservenachweis veröffentlichen. Für Kunden bleibt damit zunächst entscheidend, wann sie wieder über ihre Bestände verfügen können. Unternehmen mit Binance-Konten sollten die Auszahlungssperre bei ihrer Liquiditätsplanung berücksichtigen.

Cristiano Ventricelli, Vice President Digital Assets beim Finanzanalysekonzern Moody’s Ratings, ordnet den Vorfall als Beispiel für die Risiken internetverbundener Wallets und großer zentralisierter Verwahrer ein: „Der Vorfall unterstreicht die erhöhten Cybersicherheitsrisiken im Zusammenhang mit sogenannten ‚Hot Wallets‘ – eine Schwachstelle, die bereits durch den Hack der Kryptowährungsbörse Bybit im Jahr 2025 deutlich wurde. Zudem verdeutlicht er die Risikokonzentration, die mit großen, zentralisierten Intermediären einhergeht. Zwar können strengere institutionelle Kontrollen einige Schwachstellen verringern, doch das Volumen der verwahrten Vermögenswerte kann die Auswirkungen eines erfolgreichen Angriffs erheblich verstärken. Die weiterreichenden Auswirkungen auf die Kreditwürdigkeit und die Branche hängen von der tatsächlichen Höhe der Verluste, den betroffenen Gegenparteien, der möglichen Wiedererlangung der Vermögenswerte sowie – ganz entscheidend – davon ab, ob der Vorfall zu umfassenderen Störungen oder einem Vertrauensverlust im gesamten Ökosystem für digitale Vermögenswerte führt.“

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