Social-Engineering-Angriff 380 Millionen Dollar Klage wegen Cyberangriff

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Ein Cyberkrimineller soll sich beim IT-Dienstleister Cognizant als Clorox-Mitarbeiter ausgegeben und so per Telefon Zugang zum Netzwerk erhalten haben. Der Schaden: 380 Millionen Dollar. Clorox klagt, doch Cognizant weist die Vorwürfen zurück.

Derzeit läuft eine Klage des Herstellers Clorox gegen seinen IT-Dienstleister. Cognizant sei auf einen Social-Engineering-Angriff hereingefallen, der zu Umsatzeinbußen in Höhe von Hunderten Millionen Dollar geführt habe.(Bild:  Oleksandr - stock.adobe.com / KI-generiert)
Derzeit läuft eine Klage des Herstellers Clorox gegen seinen IT-Dienstleister. Cognizant sei auf einen Social-Engineering-Angriff hereingefallen, der zu Umsatzeinbußen in Höhe von Hunderten Millionen Dollar geführt habe.
(Bild: Oleksandr - stock.adobe.com / KI-generiert)

Clorox, amerikanischer Hersteller von Haushalts- und Hygienewaren hat seinen IT-Dienst­leister Cognizant angeklagt. Im Raum steht der Vorwurf, der Cognizant habe Passwörter von Clorox-Mitarbeitenden weitergegeben, ohne die Identität abzufragen. So habe der Service Provider im August 2023 einen Cyberangriff ermöglicht, da ein Support-Mitarbeiter das Passwort eines Clorox-Mitarbeiters für einen Hacker zurückgesetzt habe. Das Ziel des Cyberangreifers sei es gewesen, mithilfe von Social Engineering in das Unternehmen einzudringen.

Passwort ohne Identitätsprüfung zurückgesetzt

Neben Service Desk Support habe Cognizant auch das Identitätsmanagement für Clorox übernommen. Eine zentrale Aufgabe dabei war es, Mitarbeitenden bei der Wiederherstellung und dem Zurücksetzen von Passwörtern zu helfen. Vorgabe dabei sei es gewesen, die An­melde­daten einer Person niemals zurückzusetzen, ohne sie zuvor ordnungsmäßig authentifiziert zu haben.

Am 11. August 2023 habe sich jedoch ein Cyberkrimineller telefonisch beim Service Desk von Cognizant gemeldet und als Clorox-Mitarbeiter ausgegeben. Dann habe er die Zurücksetzung von Passwörtern und der Multifaktor-Authentifizierung (MFA) angefordert. Dies tat der Service-Mitarbeiter dann auch – ohne Identitätsprüfung, was dem Angreifer Zugriff auf das IT-Netzwerk von Clorox verschaffte. Außerdem sei er danach in der Lage gewesen, das Passwort und die MFA zurückzusetzen, wobei auch keine Überprüfung der Identität erfolgt sei. So konnte sich der Akteur angeblich auch Zugriff auf privilegierte Konten verscahffen und sich auf weitere Geräte ausbreiten. Die Folge seien Betriebsunterbrechungen und Produktengpässe gewesen. Ein weiterer Vorwurf sei, dass auch die Wiederherstellungsmaßnahmen von Cognizant unzureichend gewesen seien.

Clorox habe aufgrund der Geschäftseinschränkungen und Reputationsschäden Umsatz­einbußen in Höhe von Hunderten Millionen Dollar verzeichnet. Deshalb fordere der Hersteller nun 49 Millionen Dollar Schadenersatz für die unmittelbaren Sanierungsmaßnahmen und 380 Millionen Dollar Gesamtschadenersatz.

Rechtfertigung von Cognizant

Gegenüber Bleeping Computer äußerte sich ein Sprecher von Cognizant zu den Vorwürfen. Es sei schockierend, dass ein so großes Unternehmen wir Clorox nicht über ausreichend Cyber­sicher­heitsmaßnahmen verfügt habe, um den Cyberangriff abzuwehren. Darüber hinaus habe der Hersteller versucht, Cognizant die Schuld dafür zu geben. In Wirklichkeit habe Clorox Cognizant jedoch nur für einen begrenzten Umfang an Helpdesk-Dienstleistungen beauftragt, die der Provider auch erbracht habe. Die Cybersicherheit für Clorox zu managen sei keine dieser Aufgaben gewesen.

Bleeping Computer zufolge sei diese Art von Social-Engineering-Angriff typisch für die Hackergruppe Scattered Spider. Die Taktik sei jüngst bei ähnlichen Angriffen auf britische Einzelhändler wie Marks & Spencer eingesetzt worden.

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