Security-Trends 2025 Unternehmen sollten ihre KI, APIs und Daten jetzt sichern!

Ein Gastbeitrag von Armin Simon und Stephan Dykgers 5 min Lesedauer

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Im Jahr 2025 bringen Prompt Injection, zunehmende API-Risiken, DevSecOps, KI-getriebene Cybersecurity und Post-Quantum-Kryptographie große Veränderungen. Unternehmen müssen flexible Krypto-Strategien, automatisierte Sicherheitstools und Reife in API-Schutzmaßnahmen entwickeln, um Innovationen zu sichern, Compliance zu erfüllen und resiliente Cybersicherheit aufzubauen.

Die Cybersicherheitslandschaft im Jahr 2025 bleibt volatil so viel lässt sich bereits jetzt feststellen. Der KI-Hype wird abflachen, allerdings werden KI gestützte Cybersicherheitslösungen zu einer Verlagerung von reaktiven zu proaktiven Maßnahmen führen.(Bild:  sawitreelyaon - stock.adobe.com)
Die Cybersicherheitslandschaft im Jahr 2025 bleibt volatil so viel lässt sich bereits jetzt feststellen. Der KI-Hype wird abflachen, allerdings werden KI gestützte Cybersicherheitslösungen zu einer Verlagerung von reaktiven zu proaktiven Maßnahmen führen.
(Bild: sawitreelyaon - stock.adobe.com)

Die Cybersicherheitslandschaft ist im ständigen Wandel, angetrieben von neuen Technologien, komplexer werdenden Angriffsmustern und veränderten Compliance-Anforderungen. Unternehmen müssen bereits jetzt damit beginnen, sich auf die kommenden Herausforderungen vorzubereiten. In diesem Ausblick erfahren Sie, welche wegweisenden Trends im Bereich der Applikations- und Datensicherheit absehbar sind, wie sich die Bedrohungslandschaft entwickelt und mit welchen Maßnahmen sich bereits heute die Weichen für eine zukunftssichere IT-Sicherheit stellen lassen.

Zunächst sollen drei Cybersecurity Trends aus Sicht der Applikationssicherheit beleuchtet werden, danach folgen drei Trends aus Sicht der Datensicherheit.

Trends für die Applikationssicherheit

1. Sicherheitsvorfall durch Prompt Injection

Die Natural Language-Schnittstelle zu Daten bringt einen neuen Bedrohungsvektor mit sich - Prompt Injection -, für den es derzeit wenig, bis gar keine Absicherung gibt. Im Jahr 2025 wird ein Unternehmen wahrscheinlich erhebliche Intellectual Property verlieren, ausgelöst durch einen Sicherheitsvorfall via Prompt Injection. Es ist wahrscheinlich, dass KI allgemein schneller als erwartet in der öffentlichen Wahrnehmung sinkt, da die Sicherheitsrisiken das Vertrauen der Unternehmen erschüttern und die wahrgenommenen Vorteile sowie die Zuverlässigkeit von KI-Systemen untergraben.

2. Der API-Boom wird den Übergang zu DevSecOps-Teams ermöglichen

Laut einer Studie von Imperva verwalteten Unternehmen im Durchschnitt im vergangenen Jahr 613 API-Endpunkte. Mit ihrer nahtlosen Integration, die Datenquellen miteinander verbindet, ziehen sie natürlich das Interesse von Hackern auf sich. Angesichts der Tatsache, dass API-bezogene Sicherheitsprobleme Unternehmen jährlich bis zu 87 Milliarden US-Dollar kosten, spitzt sich dieses Risiko immer mehr zu.

Im Jahr 2025 werden mehr Unternehmen APIs einführen, deshalb werden diese zunehmenden Risiken sie dazu zwingen, ihre Sicherheitsvorkehrungen bereits bei der Entwicklung zu verbessern. Wir werden weiterhin den Übergang zu DevSecOps-Betriebsarten erleben, sodass die Sicherheit von Anfang an effektiv in die Entwicklung integriert wird. Im Zuge dieser Umstellung werden Unternehmen Beobachtungsmöglichkeiten und automatisierte Erkennungs- und Reaktionslösungen einsetzen, um die Sicherheit zu erhöhen, ohne die Entwicklungsprozesse zu belasten.

3. Die API-Sicherheit in Unternehmen wird reifen

Die zunehmende Verbreitung von APIs hat im Laufe der Jahre zu einem Rückstau an Sicherheitsherausforderungen geführt. Mit dem Aufkommen von Erkennungstools wird den CISO die schiere Anzahl von APIs in ihren Unternehmen zunehmend bewusst. Diese Erkenntnis führt zu einer konzertierten Aktion, um diese APIs zu sichern und einen robusten Schutz vor neuen Bedrohungen zu gewährleisten.

Die API-Sicherheit in Unternehmen wird im Jahr 2025 einen neuen Reifegrad erreichen. Während Unternehmen ihre allgemeine Sicherheitslage weiter verbessern, wird ein wesentlicher Schwerpunkt auf der Verbesserung der API-Sicherheit liegen. Nächstes Jahr wird einen entscheidenden Moment markieren, in dem die Mehrheit der Unternehmen entweder fortschrittliche API-Sicherheitsmaßnahmen, wie automatische Abhilfemaßnahmen, einführt oder diese in ihre strategischen Pläne für die nächsten 24 Monate aufnimmt.

Trends für die Datensicherheit

1. Cloud-Migration treibt DevSecOps und Shift-Left Security voran

Immer mehr Unternehmen migrieren in die Cloud, deshalb werden Cloud-native Technologien, API-basierte Architekturen und DevSecOps-Praktiken (Entwicklung, Sicherheit und Betrieb) verstärkt eingesetzt. Die Sicherheit wird von Anfang an in den Entwicklungslebenszyklus integriert („Shift Left“-Sicherheit) und in CI/CD-Pipelines und Datenschutz-API-Aufrufen automatisiert, um für DevOps-Communities so transparent wie möglich zu sein.

Laut dem Thales Data Threat Report 2024 wurde das Secrets Management (56 Prozent) als die größte Herausforderung identifiziert. Diese Tools und Techniken ermöglichen es Entwicklern Kontrollen proaktiv zu definieren und zu implementieren. Darüber hinaus sind das Monitoring von Aktivitäten und die Erkennung von Anomalien wichtige Bestandteile einer proaktiven Sicherheitsstrategie. Diese Ansätze beruhen auf der kontinuierlichen Beobachtung von Daten und Benutzerverhalten, um Abweichungen von der Norm zu erkennen.

2. KI-Tools werden Sicherheitsaufgaben unterstützen, nicht ersetzen

KI und ML werden eine zunehmend zentrale Rolle in der Cybersicherheit spielen. Sie werden eingesetzt, um die Erkennung von und Reaktion auf Bedrohungen zu verbessern (effektivere Erkennung von Anomalien), die Bedrohungsjagd zu verbessern (proaktive Identifizierung von Schwachstellen), das Sicherheitsmanagement mit Verhaltensanalysen zu kombinieren, um die Überwachung und Sicherung großer Datensätze in Echtzeit zu unterstützen und Risiken wie Versuche der Datenexfiltration oder ungewöhnliche Datenzugriffsmuster zu erkennen.

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Cybersecurity-Anbieter integrieren zunehmend KI-gestützte Copiloten, um ihre Dienstleistungen für Kunden zu verbessern. Diese Tools eignen sich hervorragend zur Schließung von Talentlücken, die die ISC2 in ihrer Workforce Study 2024 derzeit auf 4,8 Millionen weltweit schätzt, sind aber kein Ersatz für interne Teams. Im kommenden Jahr wird es weniger um die Einführung dieser Tools gehen, sondern vielmehr darum, wie Sicherheitsteams die Fähigkeiten von KI-Tools nutzen. Diejenigen, die agil bleiben wollen, werden diese Tools wahrscheinlich nutzen, um ihre Fähigkeiten zur Untersuchung von Bedrohungen auf die nächste Stufe zu bringen.

3. Post-Quantum-Kryptographie stellt Flexibilität in den Mittelpunkt

Anfang dieses Jahres hat das NIST die ersten Standardalgorithmen von Post-Quantum-Krpytographie (PQC) veröffentlicht. Bevor diese Standards veröffentlicht wurden, brauchten viele Unternehmen Hilfe, um die Notwendigkeit von PQC zu begreifen. Die NIST-Standards haben dazu beigetragen, dass die Auswirkungen der Quantenfortschritte und die Notwendigkeit, sich mit diesen Bedrohungen auseinanderzusetzen, dringlich geworden sind. Obwohl die TLS- und SSH-Protokolle aktualisiert wurden, um den neuen NIST-Standards zu entsprechen, arbeitet das NIST bereits an den nächsten Algorithmen, was bedeutet, dass die heute implementierten Algorithmen anders sein werden, wenn die Bedrohung durch das Quantencomputing eintrifft. Dies zeigt, wie wichtig die Flexibilität von Krypto bei der Anpassung an diese sich entwickelnden Sicherheitsempfehlungen ist.

TLS- und SSH-Protokolle werden aktualisiert, um die NIST-Standards zu erfüllen. Unternehmen müssen darüber hinaus die Krypto-Flexibilität nutzen. Die größte Hürde wird darin bestehen, sicherzustellen, dass sie die Zeit und die Ressourcen haben, um ihre Gefährdung zu erkennen, eine Bestandsaufnahme ihrer Assets vorzunehmen und die Krypto-Erkennung einzusetzen. Dies wird sich in einer stetigen Zunahme von Krypto-Exzellenzzentren bei großen Unternehmen manifestieren. Unternehmen müssen Agilität in den Mittelpunkt ihrer Quantenbereitschaft stellen und sicherstellen, dass kryptoagile Lösungen eingesetzt werden, um mit der aufkommenden quantenresistenten Kryptografie Schritt zu halten.

Fazit

Die Cybersicherheitslandschaft im Jahr 2025 bleibt volatil so viel lässt sich bereits jetzt feststellen. Der KI-Hype wird abflachen, allerdings werden KI gestützte Cybersicherheitslösungen zu einer Verlagerung von reaktiven zu proaktiven Maßnahmen führen. Es ist davon auszugehen, dass kontinuierliche Überwachung und Früherkennung potenzieller Bedrohungen zum Standard werden, ebenso wie robustere Authentifizierungsmaßnahmen. Die Einhaltung neuer Vorschriften wie NIS2, DORA, PCI 4.0, des Cyber Resilience Act und des EU AI Act wird weitere Herausforderungen mit sich bringen. Infolgedessen werden einige Unternehmen dazu übergehen, ihre Daten vor Ort zu verwalten, was die gleichen strengen Sicherheitsvorkehrungen wie in Cloud-Umgebungen erforderlich macht.

2024 stand bei Thales die Integration des Applikationssicherheits Anbieters Imperva im Fokus. Unter anderem auf einer Veranstaltung wurde unter dem Motto „Stronger Togehter“ die gemeinsame auf datenzentrische Sicherheit aufsetze Strategie vorgestellt.

Über die Autoren:

Armin Simon ist Regional Director for Encryption Solutions Deutschland bei Thales.
Stephan Dykgers ist AVP DACH bei Imperva, a Thales Company.

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