Cyber-Kriminalität im Finanzsektor

Datensicherheit für Banken – Risiken erkennen und minimieren

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Die aktuelle Bedrohungslage

Doch es gibt auch gute Nachrichten. Ganz allgemein ist dem 2011 DBIR von Verizon zufolge die Zahl der kompromittierten Datensätze in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Der Bericht führt eine Reihe möglicher Gründe an, allen voran die Hypothese, dass Erfolge bei der Identifizierung, Verfolgung und Festsetzung der Verursacher vieler großen Datenverletzungen der jüngsten Zeit eine entsprechende Wirkung zeigen.

Der DBIR 2011 lässt einen Trend zu weniger Datenverletzungen erkennen. Er zeigt aber auch, dass die stattgefundenen Angriffe zu den vielseitigsten überhaupt zählen, gemessen an Threat Agents, Threat Actions, betroffenen Assets und involvierten Sicherheitsattributen. Es konnten hochgradig automatisierte und erfolgreiche Angriffe von außen beobachtet werden, weiter unauffällige und langsame Attacken, komplizierte interne Betrugsringe, landesweit ausgerichtete Geräte-Manipulationsaktivitäten, raffinierte Social-Engineering-Fallen und vieles mehr.

Im Verlauf der vergangenen drei Jahre war zu beobachten, dass ein kontinuierlich großer Anteil der Angriffe von außen kommt, weniger von Insidern. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Bedrohung durch Insider sich rückläufig entwickelt oder an Relevanz verliert. Vielmehr wurde eine drastische Zunahme bei kleineren Attacken von außen registriert. Damit verbunden gehen die durch Partner verursachten Datenverletzungen kontinuierlich zurück.

Insgesamt zeigt der 2011 DBIR eindeutige Tendenzen auf: 92 Prozent der Datenverletzungen gingen von externen Agents aus, was gegenüber dem Vorjahr einer Steigerung von 22 Prozent entspricht. 17 Prozent der Vorfälle waren internen Ursprungs, Insider eingeschlossen, ein Rückgang um um fast ein Drittel. Die Zahl der durch mehrere Beteiligte verursachten Vorfälle sank um 18 Prozentpunkte auf 9 Prozent und weniger als ein Prozent der Datenverletzungen resultierte aus Aktionen durch Geschäftspartner; dies entspricht einer Verringerung um ein Zehntel.

Wenngleich der Bericht ein Tiefstand bei kompromittierten Datensätzen erkennen lässt, geht daraus ebenso hervor, dass noch nie so viele Vorfälle untersucht wurden. Die Bedrohung ist also nach wie vor überaus präsent.

Die Finanzwelt ist besonders gefährdet

Dass die Finanzwelt vorrangiges Ziel der Angriffe von Cyberkriminellen ist, überrascht kaum. Zwar sind sie nach wie vor auf der Jagd nach sensiblen Unternehmensdaten, geistigem Eigentum und vertraulichen Informationen, doch ist dies nur ein kleiner Teil der kompromittierten Daten. Stattdessen versuchen sie sich verstärkt in der Übernahme von Konten und auf dem Gebiet des Transaktionsbetrugs bei Automated Clearing Houses (ACH).

Dem 2011 DBIR zufolge war der Finanzdienstleistungssektor die am zweitstärksten betroffene vertikale Branche. Malware war beliebtester Infektionsweg, sei es per Installation oder Injektion durch einen Hacker von außen. Malware macht vier Fünftel der im 2011 DBIR erfassten Fälle aus; vergangenes Jahr war es nur gut die Hälfte.

Diese Favoritenrolle als Infektionsquelle rührt vom Wunsch der Angreifer her, nach Erlangung des Zugangs zum System „ein Geschäft zu eröffnen“. Sobald der Fuß in der Tür ist – und das gilt besonders für den Fall, wo dies mit Hilfe von gestohlenen Bank-Zugangsdaten geschieht – sind die Eindringlinge in der Lage, in den Besitz von legitimen Zugangsdaten zu kommen. Diese werden dann über Botnetze weitergegeben, kompiliert und nach Institution organisiert.

Um zu verdeutlichen, wie real und präsent diese Gefahr ist, wird im 2011 DBIR ein Fall aus dem Sommer 2010 geschildert. Dabei gelang es rumänischen Hackern mit genau dieser Methode, eine US-amerikanische Bank um mehrere Millionen Dollar zu erleichtern.

Inhalt

  • Seite 1: Finanzinstitute doppelt gefordert
  • Seite 2: Die aktuelle Bedrohungslage
  • Seite 3: Bedrohungen für Cloud- und Mobile-Plattformen
  • Seite 4: Risiken entdecken, eindämmen und minimieren

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