Hacker drohen Sponsoren FIFA-WM mit Attacken

DDoS-Angriffe bedrohen Fußball-WM

| Autor / Redakteur: Jens-Philipp Jung / Peter Schmitz

Hacker planen Angriffe auf die Server von WM-Sponsoren wie Adidas, Emirates, Coca-Cola und Budweiser. Die Zuschauer in den Stadien und zu Hause vor dem TV werden davon hoffentlich nichts bemerken.
Hacker planen Angriffe auf die Server von WM-Sponsoren wie Adidas, Emirates, Coca-Cola und Budweiser. Die Zuschauer in den Stadien und zu Hause vor dem TV werden davon hoffentlich nichts bemerken. (Bild: Adidas)

Die Hackergruppe Anonymous hat gedroht, die Durchführung der Fußball-WM 2014 durch gezielte Internetangriffe zu sabotieren. Bevorzugtes und erprobtes Mittel ist dabei die Überlastung von Servern durch ein hohes Aufkommen von Anfragen, so dass die Server den Dienst versagen. Schutz bietet jedoch eine entsprechend stabil ausgelegte IT-Infrastruktur, die ein Abwehrdienst betreibt.

Durch gezielte Cyberattacken will die Hacktivistengruppe Anonymous Webseiten bestimmter Sponsoren sabotieren. Darunter befindet sich auch der deutsche Sportartikelhersteller Adidas. Mit ihrer Aktion wollen sich die Hacktivisten den brasilianischen Protesten gegen den angeblichen Missbrauch von Geldern für die Weltmeisterschaft anschließen.

Andere Ziele solcher Angriffe sind Wirtschaftsspionage, Erpressung oder schlichte Sabotage eines Konkurrenten. Schon die Drohung, einen Webshop wie Amazon während der Weihnachtssaison anzugreifen, kann einen IT-Sicherheitsverantwortlichen ins Schwitzen bringen. Denn es geht hier mitunter um Milliarden von Euro, deren Verlust droht. Adidas führt ebenfalls einen Webshop.

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Die Drohung von Anonymous ist also durchaus ernstzunehmen und keineswegs aus der Luft gegriffen. Schon 2012 versuchten die Hacktivisten eine gezielte Cyberattacke auf die IT-Infrastruktur der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine. Diese Distributed Denial of Service Attacke (DDoS) auf Server und Netzwerk der Sponsoren und Veranstalter konnte dank des Einsatzes einer leistungsfähigen, speziell für solche Fälle ausgelegten Infrastruktur abgewehrt werden.

Überlastung von Servern

Das Hauptproblem, dem sich die Verteidiger gegenübersehen, ist erstens die Traffic-Bandbreite der ungültigen Anfragen an die Zielserver. Bewegten sich die Bandbreiten bis vor wenigen Jahren noch im Bereich von unter 10 Gigabit pro Sekunde (Gbps) so sind heute Spitzen von über 100 Gbps zu beobachten. Die Verteidiger wappnen sich bereits, indem sie für Bandbreiten von über 600 Gbps aufrüsten.

In der untenstehenden Bildergalerie sehen Sie, wie ein DDoS-Angriff aufgebaut ist und mit welchen Techniken man ihn abwehren kann.

Der Grund, warum solche enormen Bandbreiten an ungültigen Serveranfragen zustandekommen können, sind Netzwerke von gekaperten und heimlich gesteuerten Rechnern. Diese sogenannten "Bots" werden zu Botnetzen von mehreren zehntausend Rechnern zusammengefasst und von einem Command & Control Server ferngesteuert.

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