Kaspersky Visual-Hacking-Experiment

Der gefährliche Blick auf den fremden Bildschirm

| Redakteur: Peter Schmitz

Egal ob im Zug, am Flughafen oder im Café – sensible Unternehmensinformationen müssen unterwegs ebenso geschützt werden wie im Büro.
Egal ob im Zug, am Flughafen oder im Café – sensible Unternehmensinformationen müssen unterwegs ebenso geschützt werden wie im Büro. (Bild: Kaspersky/Shutterstock 1028057065)

Oft lassen wir in der Öffentlichkeit neugierige Dritte an unserem Privat- beziehungsweise Berufsleben teilhaben. Ein Kaspersky-Experiment im Zug zeigt nun: Nur fünf Prozent der Laptops, auf denen ein Business-Programm lief, wurden mit einer Blickschutzfolie geschützt. Unternehmen wie Privatpersonen sollten sich darüber im Klaren sein, dass der eigene Bildschirm in öffentlichen Räumen nicht wirklich privat ist.

Der Test: Ein von Kaspersky beauftragter Tester hat in einem Experiment an fünf Werktagen insgesamt 170 Zugwaggons dahin­gehend geprüft, wie viele potentielle Geschäftsgeheimnisse Unternehmensangehörige ihren Mitreisenden über Bildschirme von Laptops, Smartphones und Tablets, physische Dokumente und Telefongespräche den Mitreisenden frei Haus präsentieren. Das Ergebnis: Nur bei fünf Prozent der Laptops (49) kam eine Sicht­schutz­folie zum Einsatz. Insgesamt konnte der Tester auf 1.193 Bildschirmen ein genutztes Business-Programm einsehen. Mit 87 Prozent kam dabei am häufigsten ein Laptop (1.041) zum Einsatz.

„Der digitale Wandel verstärkt Visual Hacking. Warum? Weil es mittlerweile egal ist, wo und wann wir arbeiten“, ergänzt Anne Mickler, Corporate Communications Manager für die Region DACH bei Kaspersky. „Ob im Zug, am Flughafen oder im Café – sensible Unternehmensinformationen müssen unterwegs ebenso geschützt werden wie im Büro. Das bedeutet allerdings, dass wir uns der Gefahr bewusst werden sowie passende Sicherheitsmaßnahmen wie den Einsatz von Sichtschutzfolien ergreifen müssen.“

Physischer Schutz für PC, Notebook & Co

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Kay-Uwe Schenke, Market Development Manager bei 3M für IT Produkte in Central Europe und Experte für Blickschutztechnologie ergänzt: „Passende 3M Blickschutzfilter gibt es fast für jedes aktuelle Business-Gerät. Der hauchdünne Schutz aus Kunststoff wird mit kleinen Klebelaschen befestigt und verhindert das unerwünschte Mitlesen. Bereits bei einem Winkel von 30 Grad schützt der Filter vor dem unerlaubten Blick vom Sitznachbar, der Nutzer hingegen sieht ein vollkommen klares Bild. Zur Auswahl stehen verschiedene Varianten, in der Ausführung Standard mit glänzender oder matter Oberfläche oder in der Ausführung Gold mit einer golden schimmernden und einer schwarzen Oberfläche.“

Hatte der Tester freien Blick auf Laptopbildschirme, wurde mit 58 Prozent am häufigsten ein E-Mail-Programm verwendet. Hier die Aufteilung der genutzten Business-Programme:

  • E-Mail: 699 (58 Prozent)
  • Office-Dokument: 297 (25 Prozent)
  • Web-Browser: 128 (11 Prozent)
  • Messenger-Dienst: 22 (2 Prozent)
  • Sonstiges: 47 (4 Prozent)

„Vor allem die Nutzung von E-Mails gibt freien Blick auf Unternehmensdaten. Allein durch Signatur und Betreff werden für Dritte geschäftliche Interna offenbart, die für Außenstehende nicht zugänglich sein sollten“, erklärt Stephan Schilling, Testbeauftragter von Kaspersky.

Kaspersky-Top-Tipps: Aufmerksamkeit und Blickschutzfolie

Der Kaspersky-Report „Geschäftsgeheimnisse im Zug - Visual und Audible Hacking als unterschätzte Gefahr für Unternehmen“ bereitet die Methodik des Tests, die Ergebnisse und Empfehlungen übersichtlich auf. Die wichtigsten Tipps:

  • Unternehmen sollten die mobilen Geräte und Arbeitsplätze ihrer Mitarbeiter mit Blickschutzfiltern oder Blickschutzbildschirmen, ausstatten – die optische Hürde lässt unliebsamen Spähern wenig Chance.
  • Sollte keine Sichtschutzfolie vorhanden sein, sollten sich Mitarbeiter auf Reisen einen Platz wählen, der Dritten keinen Einblick in Geschäftsprogramme und -informationen gewährt.
  • Zudem sollten Mitarbeiter nur Dinge bearbeiten, die unverfänglich sind; zum Beispiel eine nicht vertrauliche Power-Point-Präsentation. Sensible Hintergrundinformationen – wie etwa eine E-Mail über ein noch nicht veröffentlichtes Produkt – gehören in eine sichere Umgebung – und nicht in den Zug. Auch ausgedruckte Dokumente verraten viel über Unternehmen und ihre Mitarbeiter.

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