Botschafter einbestellt, neue Sanktionen angekündigt Russischer Geheimdienst greift europäische Regierungsnetze an

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die EU wirft dem russischen Inlandsgeheimdienst FSB eine Serie von Cyberangriffen gegen staatliche Stellen und kritische Infrastruktur vor. Berlin, Paris und andere Regierungen bestellten inzwischen die russischen Botschafter ein; EU und UK verhängten neue Sanktionen gegen Einzelpersonen und Einrichtungen.

Die EU macht eine Einheit des russischen FSB für eine Serie von Cyberangriffen auf Regierungsnetze und Sabotageakte in Europa verantwortlich. Als Reaktion bestellten mehrere Staaten russische Botschafter ein und kündigten Sanktionen an.(Bild: ©  BillionPhotos.com - stock.adobe.com)
Die EU macht eine Einheit des russischen FSB für eine Serie von Cyberangriffen auf Regierungsnetze und Sabotageakte in Europa verantwortlich. Als Reaktion bestellten mehrere Staaten russische Botschafter ein und kündigten Sanktionen an.
(Bild: © BillionPhotos.com - stock.adobe.com)

Die Anschuldigungen, der russische Geheimdienst habe europäische Regierungsnetze angegriffen, stützen sich laut der EU auf geheimdienstliche Erkenntnisse, konkrete öffentliche Belege nannten die Behörden bislang nicht. Seit Jahren werden laut EU mehrere zielgerichtete Cyberoperationen beobachtet, die sich gegen staatliche Stellen, strategische Einrichtungen und zuletzt auch gegen kritische Infrastrukturen richten. In einem jüngsten Fall in Polen sprechen EU‑Vertreter von Sabotageakten gegen Anlagen wie Kraft‑Wärme‑Kopplungswerke. Frankreich berichtet, dass eine russische Geheimdiensteinheit seit 2010 Cyberspionage gegen staatliche Institutionen betrieben und 2025 die Verteidigungsindustrie ins Visier genommen habe.

Betroffene Staaten

Die EU macht eine spezielle Cybereinheit des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB verantwortlich. Die EU sieht die Angriffe eingebettet in ein größeres Cyberökosystem, das staatliche Stellen, kriminelle Gruppen und private Dienstleister umfassen soll.

Betroffen sind Angehörige mehrerer EU‑Staaten:

  • Deutschland
  • Frankreich
  • Polen
  • Niederlande
  • Österreich
  • Slowakei
  • Rumänien
  • Finnland
  • Zypern

Deutschland bestellte als Reaktion auf die Vorwürfe den russischen Botschafter ein. Frankreich und die Niederlande kündigten ebenfalls Einbestellungen an. Die EU und das Vereinigte Königreich verhängten Sanktionen gegen neun Personen und vier Organisationen, darunter auch mutmaßliche russische Militäroffiziere, Hacker und unterstützende Firmen. Die russische Regierung weist die Vorwürfe zurück und fordert Nachweise.

Wie wurden die Angriffe durchgeführt?

John Hultquist, Chief Analyst bei der Google Threat Intelligence Group, ergänzt die EU‑Warnung mit einer Analyse. In Einheit 16 des FSB arbeiten demnach einige der diszipliniertesten, langlebigsten Akteure der Cyberspionage. Sie tauchen kurz auf, verschwinden dann aber lange wieder, um ihre Werkzeuge weiterzuentwickeln. Auffällig sei, dass diese Gruppen zunehmend auch mit kriminellen Akteuren zusammenarbeiteten würden.

Tools wie der Infostealer „LummaStealer“ dienen Hultquist nach offenbar dazu, Erstzugänge zu beschaffen, die später für anspruchsvollere, staatlich gesteuerte Operationen genutzt werden. Besonders besorgniserregend sei, dass sich die Aktivitäten vom rein informatorischen Ausspähen hin zu Störaktionen mit physischen Folgen verschieben können. Hultquist warnt deshalb vor einer sinkenden Zurückhaltung und einer noch engeren Verzahnung zwischen staatlichen Diensten und dem Cyberökosystem.

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