Global Information Security Workforce Studie

Fachkräftemangel bei Cybersecurity wird dramatisch

| Redakteur: Peter Schmitz

Bis 2022 werden im Cybersicherheitsbereich weltweit 1,8 Millionen Arbeitskräfte fehlen; ein Anstieg von 20 Prozent seit dem GISWS-Report von 2015 (1,5 Millionen bis 2020).
Bis 2022 werden im Cybersicherheitsbereich weltweit 1,8 Millionen Arbeitskräfte fehlen; ein Anstieg von 20 Prozent seit dem GISWS-Report von 2015 (1,5 Millionen bis 2020). (Bild: Pixabay / CC0)

In der Cybersicherheitsbranche werden bis 2022 1,8 Millionen Mitarbeiter fehlen. Das zeigt eine Befragung des Centers für Cyber Safety und Education, gesponsert von der gemeinnützigen Fachorganisation (ISC)². Die Zahlen bedeuten einen Anstieg von 20 Prozent gegenüber der Fünf-Jahres-Prognose der letzten „Global Information Security Workforce“ -Studie von (ISC)² aus dem Jahr 2015.

Die Ergebnisse der aktuellen „Global Information Security Workforce“-Studie (GISWS) belegen auch, dass 70 Prozent der Unternehmen in der DACH (Deutschland, Österreich und Schweiz)-Region nicht über genügend IT-Sicherheitspersonal verfügen, um ihren Sicherheitsansprüchen gerecht zu werden. Dies wiederum beeinträchtigt die wirtschaftliche Sicherheit.

Die vom Center für Cyber Safety und Education durchgeführte Studie befragt bereits seit 2004 Arbeitskräfte im Cybersicherheitsbereich und liefert die umfassendste Branchenstudie der letzten zehn Jahre. Die ersten veröffentlichten Daten der diesjährigen Ausgabe enthalten Antworten von über 600 führenden Cybersicherheitsprofis in Banken, Weltkonzernen und Regierungsstellen in DACH und machen deutlich, dass Organisationen Schwierigkeiten haben, qualifiziertes Personal zu finden.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich das Qualifikationsdefizit bereits auf DACH-Unternehmen auswirke, denn 45 Prozent der Unternehmen gaben an, der Mangel an Cybersicherheitspersonal habe erhebliche Konsequenzen für ihre Kunden. Ein ähnlicher Prozentsatz warnt davor, dass dies zu Cybersicherheitsverstößen führen könne. 37 Prozent der DACH-Unternehmen gehen in den nächsten 12 Monaten von einer Erweiterung ihrer Belegschaft um mehr als 16 Prozent aus, sehen sich dabei allerdings durch den Fachkräftemangel behindert.

Die Daten geben auch Hinweise, dass der Qualifikationsmangel mit einer schlechten Vorbereitung vieler Unternehmen in DACH auf die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) einhergeht, die ab Mai 2018 ein obligatorisches 48-Stunden-Fenster zur Veröffentlichung von Datenschutzverletzungen vorsieht.

24 Prozent der Befragten in DACH sagen derzeit voraus, ihre Unternehmen würden über acht Tage für die Behebung eines Schadens brauchen, sollten ihre Systeme oder Daten von Hackern kompromittiert werden - also bei weitem länger, als das verlangte Fenster zur Offenlegung von Datenschutzverletzungen vorsieht.

Millennials vor verschlossener Tür

Millennials sind als die am schnellsten wachsende Zielgruppe für die Behebung der Beschäftigungslücke von entscheidender Bedeutung. In DACH allerdings versäumen es Unternehmen, Millennials einzustellen, denn nur 6 Prozent der Befragten geben an, Hochschulabsolventen zu rekrutieren. Die Daten zeigen auch, dass derzeit nur 15 Prozent der Mitarbeiter in der Cybersicherheitsbranche unter 35 Jahre alt sind, was bedeutet, dass die Pipeline an Talenten, die in jüngeren Jahren in die Branche eintreten, gezwungernermaßen am Versiegen ist.

Den Daten zufolge schlagen Arbeitgeber einem Großteil der Millennial -Generation die Tür vor der Nase zu und weigern sich, unerfahrene Anfänger anzustellen und weiterzubilden. Nur 7 Prozent der Befragten gaben an, der größte Bedarf an neuen Mitarbeitern bestünde auf dem Einstiegslevel. Und 73 Prozent sagen, dass Vorerfahrung in Cybersicherheit ein wichtiger Faktor bei ihren Einstellungsentscheidungen sei.

Die mangelnde Diversifizierung könnte sich zu einem Teufelskreis entwickeln, denn sie schreckt jüngere Generationen davor ab, eine Karriere in der Cybersicherheitsbranche anzustreben. Dabei zeigt die Studie, dass Millennials weitaus facettenreicher sind als frühere Generationen und sich deutlich mehr von Arbeitsplätzen angezogen fühlen, die die Zielgruppe repräsentieren.

The Millennials – the Next Generation of Information Security Workers ist die erste Veröffentlichung von Daten aus einer Reihe, die (ISC)² 2017 im Rahmen des neuen Formats der halbjährlichen „Global Information Security Workforce“-Studie, die von Booz Allen Hamilton gesponsert werden.

Steigende Gehälter

Die Ergebnisse belegen, dass KMU darunter leiden, aus dem Talentmarkt der Cybersicherheit gedrängt zu werden. Nur 25 Prozent aller Befragten, ob Millenials oder erfahrene Spezialisten, arbeiten für deutsche KMU, während erstaunliche 61 Prozent der Cybersicherheitsfachkräfte in größeren Organisationen mit über 2.500 Mitarbeitern beschäftigt sind.

Den Daten zufolge verdienen mehr als Dreiviertel der deutschen Sicherheitsprofis über 47.000 Euro pro Jahr, 55 Prozent fordern sogar Jahresgehälter von über 84.000 Euro. Das veranschaulicht umso mehr, dass der Fachkräftemangel die Gehälter hochtreibt, wenn mehr Unternehmen um talentierten Nachwuchs konkurrieren.

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