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Weitere Besonderheiten von DriveCrypt Plus Pack
Es gibt Dutzende von Tools für die Festplattenverschlüsselung, einige davon auch kostenlos. Nimmt man die Konkurrenz durch die eingebauten Funktionen von XP und Vista hinzu, muss ein Programm Außergewöhnliches bieten, um sich absetzen zu können.
Was DCPP auszeichnet, ist das Gewicht, das der Hersteller auf die Sicherheit der Daten legt. Wird bei einer vollständig verschlüsselten Festplatte der MBR überschrieben (z.B. durch ein Virus oder, eher, durch einen Benutzerfehler), sind leicht alle Daten verloren. Deswegen legt DCPP Wert darauf, dass der Benutzer eine Boot-Disk erstellt, um in einem solchen Fall doch noch das System starten zu können.
Ein weiteres Problem stellen Festplattentools dar, die auf niedriger Ebene arbeiten. Zumeist arbeiten sie sich nicht mit „Full Disk Encryption“ zusammen, und DCPP stellt keine Ausnahme dar. Aber zumindest klärt die Dokumentation auf, dass DCPP nicht mit dynamischen Datenträgern und Partitionierungstools kombiniert werden kann. Für das wichtigste solche Tool – nämlich Acronis True Image zum Sichern ganzer Partitionen – bietet die Hilfe eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie man DCPP-geschützte Partition mit True Image sichern und wieder einspielen kann (im Prinzip läuft es darauf hinaus, Fehlermeldungen zu ignorieren und beim ersten Neustart nach Wiederstellung mit der Boot-Disk zu starten).
Stolpersteine bei der Schlüsselsicherheit und beim Login
DCPP erlaubt, den Key Store steganografisch z.B. in einer WAV-Datei zu verstecken. Im Test wurden die Keys in den XP-Sound „Batterie kritisch“ gesetzt. Leider ist der Schutz, den die Steganografie bietet, praktisch weg, wenn DCPP bei der Anmeldung automatisch das (zuletzt aufgerufene) Verzeichnis „C:\Windows\Media“ anzeigt.
Die Anleitung erklärt nicht, dass man die beiden Passwörter im „Hard disk 0 failure“-Anmeldebildschirm nacheinander eingeben muss, während dazwischen (wie in einem normalen Formular) „TAB“ zu drücken ist. Auch wird der Umgang mit Acronis True Image 8 erklärt. Aktuell ist jedoch Version 2009 (Nachfolger von True Image 11).
Fazit
Alles in allem ist DCPP ein gutes, professionelles Tool, das jedem Administrator empfohlen werden kann, der „Full Disk Encryption“ benötigt und aus irgendeinem Grund nicht BitLocker oder Open-Source-Lösungen wie TrueCrypt (das ebenfalls Vollverschlüsselung und Decoy-Betriebssystem unterstützt) arbeiten kann oder will.
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