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IDC-Studie zur Sicherheit optischer Datenleitungen und Netzwerke Fiber Hacking – wie sich Daten über Glasfaserkabel ausspähen lassen

| Redakteur: Stephan Augsten

Lichtwellenleiter sind der landläufigen Meinung nach deutlich sicherer, als traditionelle Kupferkabel. Doch der gute Ruf der Glasfaser ist angesichts neuer und leicht verfügbarer Tapping- und Hacking-Technologien unhaltbar. In einer aktuellen Studie erläutert IDC verschiedene Hacking-Methoden der Glasfaserkabel und macht Vorschläge zur Absicherung optischer Datenleitungen.

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In einer aktuellen Studie beleuchtet IDC, wie Lichtwellenleiter gehackt werden können.
In einer aktuellen Studie beleuchtet IDC, wie Lichtwellenleiter gehackt werden können.
( Archiv: Vogel Business Media )

In Relation zur Penetration von Kupferkabeln gilt das Eindringen in optische Datennetze als kompliziert und weitaus weniger erfolgversprechend. Die erforderliche Ausrüstung sei viel zu teuer, der zwangsläufige Signalverlust zu einfach zu entdecken.

Vor allem Organisationen aus dem Finanz- und Versicherungssektor sowie dem Gesundheitswesen und der Regierung versenden äußerst sensible Daten über optische Datenleitungen. Mittels Industriespionage in diesen Sektoren lassen sich Abermilliarden Dollar verdienen.

Deshalb dürfen derartige Organisationen die Gefahr eines Hacking-Angriffs nicht unterschätzen. Denn einige Hacker sind durchaus fähig dazu, in optische Netzwerke einzudringen und sensible Informationen zu stehlen – oder das gesamte Netzwerk lahmzulegen. Hacking-Equipment ist mittlerweile einfacher zu beschaffen und deutlich ausgereifter, so dass die Chance, unerwünschte Eindringlinge zu entdecken, immer geringer wird.

In einer aktuellen Studie widmet sich IDC deshalb der Frage, ob Sicherheit nur eine „optische Täuschung“ ist. Denn aufgrund der Forderung nach ständiger Verfügbarkeit seien viele Glasfaserkabel leicht zugänglich und noch dazu mechanisch schlecht geschützt. IDC nennt drei gängige Arten, in Glasfasernetze einzudringen:

Splicing

Beim Spleißen wird der Lichtwellenleiter kurz unterbrochen und ein Gerät dazwischengehängt, das zur Überwachung der Datenströme genutzt werden kann. Dies ist die gängigste Methode, um sich in optische Datenleitungen einzuklinken – aber gleichzeitig auch die gefährlichste.

Während des Splicing-Vorgangs werden die übertragenen Lichtimpulse kurzzeitig unterbrochen, so dass der Angriff theoretisch relativ einfach zu entdecken ist. Allerdings ist ein technisch versierter Hacker dazu in der Lage, die Verbindung innerhalb weniger Sekunden wiederherzustellen. Aufgrund dieser kurzen Zeitspanne könnte ein entsprechender Hacking-Versuch leicht als Netzwerk-Störung abgetan werden.

Noch dazu ist eine Unterbrechung nicht zwingend notwendig, da ein Großteil der Netzwerk-Carrier aus Wartungsgründen über vorinstallierte Y-Bridges oder Splicing-Punkte verfügt. Ein Angreifer muss sich nur den Zugang zu solchen Wartungspunkten verschaffen, um den Netzwerk-Traffic mitzuschneiden.

Seite 2: Ablenken und Abfangen von Lichtimpulsen

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