Schutz vor Ransomware, Migration von VMware zu Hyper-V und Backup für Microsoft 365 Flexible Datensicherung mit Zmanda: Hybridlösungen für Unternehmen

Von Thomas Joos 5 min Lesedauer

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Zmanda bietet eine Backup-Lösung für physische, virtuelle und Cloud-Infrastrukturen. Der Fokus liegt auf Skalierbarkeit, Sicherheit und einfacher Verwaltung komplexer Datenlandschaften über eine zentrale Managementkonsole.

Mit Zmanda schützen Unternehmen ihre Daten und physischen, virtuellen und Cloud-Infrastrukturen.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Mit Zmanda schützen Unternehmen ihre Daten und physischen, virtuellen und Cloud-Infrastrukturen.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Zmanda deckt klassische Rechenzentren ebenso ab wie virtuelle Umgebungen, hybride Clouds und SaaS-Dienste wie Microsoft 365. Die Grundinstallation erfolgt auf einem Linux-Host. Für produktive Szenarien sind mindestens vier Gigabyte RAM und ausreichender lokaler Speicher notwendig.

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Die Installation beginnt mit der Systemaktualisierung, dem Einrichten der notwendigen Abhängigkeiten und dem Prüfen des SELinux-Modus, der entweder deaktiviert oder auf „permissive“ gesetzt sein muss. Zusätzlich wird sichergestellt, dass die Ports 8002, 8008, 10080 und 10081 für TCP-Verbindungen geöffnet sind, da diese für Backup-Kommunikation, Konsole, Datenfluss und Client-Anbindung genutzt werden.

Sicherheit, Verschlüsselung und Zugriffsschutz

Zmanda setzt auf ein mehrstufiges Sicherheitskonzept mit clientseitiger Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Die Daten werden bereits vor der Übertragung mit AES-256 geschützt und über TLS-Kanäle transportiert. Unternehmen können eigene Schlüssel einbinden (Bring Your Own Key) und damit ihre Schlüsselverwaltung unabhängig führen. Die Zugriffskontrolle erfolgt über rollenbasiertes Berechtigungsmanagement (RBAC).

In Zmanda Pro lassen sich granulare Rechte für administrative Nutzer und Backup-Operatoren definieren. Zusätzlich unterstützt die Lösung die Integration in bestehende Verzeichnisdienste wie Active Directory. In besonders sensiblen Umgebungen kann Zmanda in einem vollständig isolierten, Air-gapped-Modus betrieben werden. Dabei sind weder eine Internetverbindung noch ein externer Update-Zugriff erforderlich. Zertifikate und Lizenzen lassen sich lokal verwalten; alle Kommunikationsverbindungen bleiben innerhalb des internen Netzwerks.

Storage-Einbindung und Datenziele

Zmanda erlaubt das gleichzeitige Anbinden unterschiedlicher Speicherziele: lokale Disks, NAS-Systeme, Tape-Librarys und Cloud-Speicher. Zur Einbindung eines NAS wird dieses über NFS oder CIFS im lokalen Dateisystem des Backup-Servers eingebunden. Anschließend wird ein Verzeichnis erstellt, für das der Benutzer „amandabackup“ Schreibrechte erhält. In der Konsole wird der Speicherpfad konfiguriert, benannt und als Zielspeicher einem Server zugewiesen.

Die Absicherung erfolgt über den Zmanda-Client, der auf dem Zielsystem installiert wird. Nach der Vorbereitung des Systems, der Prüfung von SELinux und der Installation der erforderlichen Perl-Bibliotheken wird das passende Paket heruntergeladen und installiert. Anschließend erfolgt die Registrierung des Clients am Backup-Server unter Angabe der IP-Adresse.

Bei Windows-Systemen wird die Installation über eine .exe-Datei durchgeführt, wobei der Dienst Volume Shadow Copy auf „automatisch“ gesetzt werden muss. In der Windows-Firewall werden die Ports 10080, 10081 sowie der Bereich 800–840 für ein- und ausgehenden Datenverkehr freigegeben. Nach Installation und Verbindung erfolgt die Quellkonfiguration in der ZMC über Auswahl des Dateisystems, IP-Adresse und des zu sichernden Pfades.

Backup-Set-Definition und Zeitpläne

Backup-Sets bündeln Quellen, Speicherziele und Richtlinien. Innerhalb der Konfiguration werden zu sichernde Quellen ausgewählt, das Speicherziel definiert, Staging-Optionen gesetzt und Netzwerkparameter wie parallele Datenverbindungen angepasst. Zeitpläne lassen sich über tägliche oder wöchentliche Intervalle organisieren. Vollsicherungen können auf einzelne Wochentage gelegt werden, inkrementelle Sicherungen werden an den übrigen Tagen automatisch ausgeführt. Die Aktivierung eines Backup-Sets erfolgt über die „Backup-now“-Funktion. Status und Historie sind im Monitoring-Bereich einsehbar.

Dateibasierte Wiederherstellung

Wiederherstellungen erfolgen über die Medienansicht, in der Backup-Zeitpunkt und Zielsystem ausgewählt werden. Dateien oder Verzeichnisse lassen sich gezielt wiederherstellen, wahlweise an den Originalpfad oder an einen alternativen Speicherort. Konflikte durch doppelte Dateinamen werden durch automatisches Umbenennen aufgelöst. Die Wiederherstellung wird über das Monitoring überwacht und protokolliert.

Schutz vor Ransomware und Datenmanipulation

Zmanda adressiert gezielt die Anforderungen an Backup-Integrität in Ransomware-Szenarien. Durch die Kombination aus Air-Gap-Strategien, Write-Once-Speicherzielen und isolierten Backup-Pfaden verhindert die Lösung eine direkte Manipulation gesicherter Daten durch kompromittierte Systeme. Die Datensätze bleiben unveränderbar, selbst wenn Quellserver betroffen sind.

Ergänzend unterstützt Zmanda die Erstellung von Snapshots vor dem eigentlichen Backup, um konsistente Anwendungszustände festzuhalten. Diese lassen sich mit Pre- und Post-Skripten automatisiert in den Sicherungsprozess integrieren. Für virtualisierte Umgebungen kann zusätzlich Change Block Tracking (CBT) aktiviert werden, was inkrementelle Sicherungen beschleunigt und redundante Datenübertragungen minimiert. In Kombination mit der integrierten Deduplizierung lassen sich sowohl Speicherkosten als auch Wiederherstellungszeiten spürbar senken.

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VMware-zu-Hyper-V-Migration

Zmanda Pro erlaubt die Wiederherstellung gesicherter VMware-Images direkt auf einen Hyper-V-Host. Diese Funktion erweitert die Disaster-Recovery-Fähigkeiten um heterogene Zielplattformen und ermöglicht vollständige Migrationspfade. Nach erfolgreicher Sicherung wird in der Restore-Ansicht die Option „Hypervisor-Restore“ gewählt, anschließend der Hyper-V-Zielhost definiert und das virtuelle Laufwerk in ein lokales Verzeichnis geschrieben. Der Hyper-V-Manager erkennt die VM automatisch.

Backup von Microsoft 365

Zmanda Pro unterstützt die Sicherung von Exchange Online, SharePoint, OneDrive und Teams. Die Daten werden über ein eigenes Gerät mit installiertem Agenten verarbeitet, der entweder lokal oder in einer Azure-Instanz betrieben werden kann. Die Authentifizierung erfolgt über tenantbasierte Anmeldedaten oder manuell durch Eingabe von Application-ID, Tenant-ID und Secret. Auf Azure-Seite sind spezifische API-Berechtigungen erforderlich, die in der Dokumentation aufgeführt sind.

Nach erfolgreicher Verbindung können Benutzer, Gruppen oder einzelne M365-Objekte granular ausgewählt und in eigenen Backup-Sets konfiguriert werden. Wiederherstellungen erfolgen wahlweise direkt in Microsoft 365 oder als Dateiexport mit anschließender manueller Reimportoption. Einschränkungen durch Microsofts Rate Limiting sind möglich, werden aber im Log detailliert dargestellt.

Zmanda Pro: zentrale Verwaltung und Multimandantenarchitektur

Zmanda Pro trennt strikt zwischen Administrationszugängen und Benutzern. Jeder Benutzer verfügt über eigene verschlüsselte Speichervaults, deren Zugriff durch individuelle Schlüssel abgesichert ist. Backup-Clients können über Windows, Linux oder MacOS verteilt werden, pro Benutzer sind mehrere Geräte möglich. Über Policies lassen sich Backup-Inhalte, Zeitpläne und Ausschlussmuster definieren.

Der Backup-Job wird direkt vom Client zum Speicherziel ausgeführt, ohne über die zentrale Konsole geleitet zu werden. Mandantenfähig und rollenbasiert strukturiert Zmanda Pro komplexe Umgebungen und ermöglicht skalierbare Konzepte bis in den Petabyte-Bereich. Durch den modularen Aufbau lassen sich Backup-Strategien wie Grandfather-Father-Son, Air-Gap-Isolation oder BYOK (Bring Your Own Key) umsetzen.

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Lizenzierung, Update-Verwaltung und Monitoring

Zmanda stellt über das Kundenportal network.zmanda.com nicht nur Installationspakete, sondern auch Lizenzverwaltung, Versionsupdates und Patch-Downloads bereit. Nach Registrierung erhält der Administrator Zugriff auf den Lizenzschlüssel, der auf Basis der MAC-Adresse des Backup-Servers generiert wird.

Änderungen an der Infrastruktur wie IP-Wechsel oder Hardware-Tausch erfordern eine Neuausstellung der Lizenz. Die Lizenzdatei muss exakt als „zmanda_license“ benannt und in der Konsole hochgeladen werden. Die Software validiert den Schlüssel automatisch. Regelmäßige Updates erfolgen manuell über das Portal, wo aktuelle Versionen und Release-Notes bereitgestellt werden.

Für das operative Monitoring bietet Zmanda detaillierte Job-Logs, Statusübersichten, Fehleranalysen und Fortschrittsanzeigen. Diese Daten fließen in ein zentrales Dashboard ein, das Echtzeitinformationen zu Backup-Sets, Quellverbindungen und Speichernutzung liefert.

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