FortiSandbox-CVEs ermöglichen Codeausführung ohne Anmeldung Drei FortiSandbox-Schwachstellen werden aktiv ausgenutzt

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

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Angreifer nehmen drei kritische Schwachstellen in Fortinets Analyse-Appliance FortiSandbox ins Visier, zwei davon werden aktiv ausgenutzt. Glücklicherweise ist der Exploit für die dritte Lücke fehlerhaft, trotzdem besteht Gefahr. Die Sicherheitslücken erlauben unauthentifizierten Zugriff über manipulierte HTTP-Anfragen und erreichen einen CVSS-Score von 9,1. Korrigierte Firmware steht bereit.

Angreifer nutzen kritische Lücken in Fortinets Sicherheits-Appliance FortiSandbox aus. Korrigierte Firmware steht seit April bereit, Betreiber sollten umgehend aktualisieren.(Bild:  Gemini / KI-generiert)
Angreifer nutzen kritische Lücken in Fortinets Sicherheits-Appliance FortiSandbox aus. Korrigierte Firmware steht seit April bereit, Betreiber sollten umgehend aktualisieren.
(Bild: Gemini / KI-generiert)

Das Sicherheitsunternehmen DefusedCyber meldete am 15. Juni 2026 aktive Ausnutzung mehrerer Lücken in FortiSandbox. Die Beobachtungen reichen nach Angaben der Forscher bis zum 9.6.2026 zurück. Fortinet weist die betroffenen Sicherheitshinweise zum Meldungs­zeit­punkt noch mit dem Status "Known Exploited: No" aus.

Authentifizierungsumgehung und Code-Ausführung

Die erste Lücke steckt in der JRPC-API der Appliance. Eine Path-Traversal-Schwachstelle erlaubt das Umgehen der Authentifizierung über sorgfältig konstruierte HTTP-Anfragen und ist als CVE-2026-39813 mit einem CVSS-3.1-Score von 9,1 eingestuft. Eine zweite kritische Lücke beruht auf mangelhafter Filterung von Elementen, die in einen Betriebssystembefehl gelangen. Angreifer ohne Anmeldedaten führen darüber unautorisierten Code oder Kommandos aus, dokumentiert als CVE-2026-39808, ebenfalls mit einem CVSS-3.1-Score von 9,1.

Die dritte attackierte Schwachstelle gestattet das Einschleusen von Befehlen, ohne dass eine Anmeldung nötig ist. Manipulierte HTTP-Anfragen reichen die Kommandos an das Betriebs­system durch, wo sie zur Ausführung kommen. Fortinet meldete den Fehler am 9. Juni 2026 unter CVE-2026-25089, eingestuft mit einem CVSS-3.1-Score von 9,1. Nach Einschätzung von DefusedCyber stammt der dafür eingesetzte Exploit vermutlich aus KI-gestützter Entwicklung, im Umfeld als Vibe Coding bezeichnet, und arbeitet fehlerhaft. Ein funktionsfähiger und öffentlich verfügbarer Exploit für die Schwachstelle liegt bislang nicht vor.

Ein von DefusedCyber bereitgestelltes Telemetriebeispiel belegt einen Angriff auf CVE-2026-39813 vom 15.06.2026. Der Datensatz zeigt einen POST-Aufruf auf den Endpunkt "/jsonrpc/" gegen Port 443 einer FortiSandbox-Instanz. Als Quelle erscheint die Adresse 141.11.43.175 aus dem autonomen System AS136510 des Providers Streamline Servers mit Sitz in Singapur. Die Anfrage gibt sich über den User-Agent als regulärer Chrome-Browser aus.

Verfügbare Updates und Schutzmaßnahmen

Fortinet stellte bereits Mitte April die Versionen FortiSandbox 4.4.9 und 5.0.6 bereit, die alle drei Schwachstellen beseitigen. Für CVE-2026-25089 gelten dieselben korrigierten Ausgaben, obwohl der Eintrag erst kürzlich hinzukam. Betreiber sollten umgehend auf die bereinigten Stände aktualisieren. Bis zur Installation begrenzt eine strikte Beschränkung des Netzwerk­zugangs zur Management- und API-Schnittstelle die Angriffsfläche.

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